Leipziger Buchpremiere und Frankfurter Buchmesse

In dieser Woche laden wir zur Leipziger Buchpremiere von Frame und zu zwei Terminen bei der Frankfurter Buchmesse ein. Am 20. Oktober, 20 Uhr, findet im Leipziger Westflügel die Buchpremiere Frame mit Thomas Podhostnik, Sünje Lewejohann und Adrian Kasnitz statt. Musik kommt von Giuseppe Sciaratta (Klarinette). Zur Parasites‘ Night, unserer Verlagsfeier zur Frankfurter Buchmesse laden wir am 21. Oktober, 20 Uhr, ins Hotel Lindley ein. Es Artur Becker, Adrian Kasnitz, Kathrin Niemela und Thomas Podhostnik. Außerdem gibt es Texte von Denise Omurca und Di Lu Galay zu hören. Hier bitten wir um Anmeldung. Und den Abschluss machen wir am 22. Oktober mit der Lesung Ein Oktopus, aber so viele Handschuhe mit Artur Becker, Adrian Kasnitz, Kathrin Niemela, Marcus Roloff und Texten von Di Lu Galay (Myanmar), Adalber Salas Hernández (Venezuela) und Eleonore Schönmaier (Kanada) im Yok Yok + ninaz, Fahrgasse 21, 19 Uhr. Über Neugierde und Begegnungen freuen wir uns!

Thomas Podhostnik: Frame

Im Zentrum von Frame steht ein junger Kameramann, den die eingefangenen Bilder einer Unglücksnacht nicht mehr loslassen. Es ist eine Art innerer Bilderwald, in dem er nach Orientierung und einem Ausweg sucht. Aufnahmen werden zu Erinnerungen und umgekehrt. Blicke und Gegenblicke bestimmen die Motiv- und Gedankenwelt. Totes und Lebendes stehen sich gleichermaßen als Subjekt und Objekt gegenüber und beobachten einander. Die Szenen führen den Kameramann immer wieder auch zu Erinnerungsbildern aus seiner Kindheit und seiner Jugend. Verhandelt werden in dem neuen Mikro-Roman von Thomas Podhostnik auch soziale Fragen und Geschlechterverhältnisse: Wem gehören die Bilder, wem gehört die Kamera, wem gehören die Motive? Welche Erniedrigung erfährt das Motiv durch den Blick des Kameramanns und wie sehr erniedrigt sich der Kameramann beim Blick durch den Sucher? Unter welchen Konditionen veräußert der Kameramann sein Auge? Nicht nur die Rolle des Kameramanns erscheint zunehmend fragwürdig, auch der Mensch als bestimmendes Subjekt hinter der Kamera. 

Im Sommer 2022 jährt sich das Flugzeugunglück von Überlingen, bei dem eine russische Passagier- und eine deutsche Frachtmaschine kollidierten. Im Juli 2002 war der Autor Teil eines Kamerateams und musste in der Nacht zur Absturzstelle eines Flugzeugunglücks. Auf der Fahrt dorthin wusste er noch nicht, dass es sich dabei um den folgenschwersten Flugunfall in der Geschichte der Bundesrepublik gehandelt hat.

Thomas Podhostnik liest am 9.9. in Köln (Paratexte, Traumathek), am 13.10. in Berlin (Volksbühne), am 20.10. in Leipzig (Westflügel), am 21.10. in Frankfurt (Parasites‘ Night, Hotel Lindley) und am 6.11. in Dresden (Hole of Fame).

Thomas Podhostnik: Frame. Mikro-Roman, 94 Seiten, Preis: 12,- € (paradosis Bd. 17) – ab sofort lieferbar

Thomas Podhostnik wurde 1972 in Radolfzell am Bodensee als Sohn jugoslawischer Gastarbeiter geboren. Er machte eine Lehre zum Speditionskaufmann, dann eine Ausbildung zum Regieassistenten am Teatro Nacional de Cuba. Er studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.

Thomas Podhostnik verfasst Prosa und experimentelle Prosa, die in Einzeltiteln, Anthologien und Literaturzeit- schriften veröffentlicht wurden. Er lebt in Leipzig. In der parasitenpresse erschienen zuletzt von ihm der Prosaband Unter Steinen (2020) und die Übersetzung ins Russische Под камнями (2021).

Wie man ein Wunder löscht. Neue Gedichte aus Portugal

Die Anthologie Wie man ein Wunder löscht stellt neue Gedichte aus Portugal vor, die Beatrice Cordier und Laurine Irmer ausgewählt und übersetzt haben. „Mit den Gedichten der acht Lyriker:innen möchten wir vor Augen führen, wie kulturell und politisch divers die portugiesische Gegenwartslyrik ist. In einer Poesie zwischen Alltag und Mythos wird in diesen Gedichten von kleinen und großen Themen erzählt, von Politik und Zukunft, von Nähe und Fernweh, aber auch von der Kunst, Kritik zu üben.

Mit viel Humor, aber auch mit einer Spur von Pathos, gehen die Poet:innen den portugiesische Konventionen und Lebensweisen nach, indem sie sie in ihren Sprachspielen gleichermaßen auf die Probe stellen. Die Motive der Kolonialgeschichte, des Katholizismus, der konventionellen Geschlechterrollen, aber auch des Tourismus, des Klimawandels und der Wirtschaftskrise kollidieren in diesen bildreichen Poesien und werden gleichermaßen kritisch unter die Lupe genommen.

Ein wiederkehrendes Moment stellt die Reise dar. Es wird von ihr und dem Leben im Ausland gesprochen, aber auch über ein Reisen durch die Zeit, wie es die Aufarbeitung der kolonialen Praktiken und Hinterlassenschaften der portugiesischer Kolonialherrschaft bedeutet. Gewiss enthält die Kunst des Übersetzens die Kunst der Reise. Dazu gehören nicht nur große Entfernungen, wie man sie zwischen Ländern oder Sprachen zurücklegt, sondern auch kleinere Etappen, wie es Übersetzungsvorgänge von Dialekten – des portugiesischen und brasilianischen – oder von Redewendungen mit sich bringen“, schreiben die Herausgeberinnen im Nachwort.

Der Band enthält übersetzte Gedichte von Basco, Francisca Camelo, Gisela Casimiro, Sara F. Costa, Patrícia Lino, Cláudia Lucas Chéu, Rafael Mantovani und Inês Morão Dias mit je einem Originaltext und Zeichnungen von Dmitry Ilko.

Erstmals vorgestellt wird Wie man ein Wunder löscht beim Europäischen Literaturfestival in Köln-Kalk (3.-5. September 2021), bei dem Gisela Casimiro zu Gast ist.

Wie man ein Wunder löscht. Neue Gedichte aus Portugal, herausgegeben und aus dem Portugiesischen übersetzt von Beatrice Cordier und Laurine Irmer, 90 Seiten, Preis: 12,- € – ab sofort lieferbar

Europäisches Literaturfestival Köln-Kalk – Programm ist online!

Das Programm unseres mehrsprachigen Europäischen Literaturfestivals in Köln-Kalk ist nun online. Am 3. September eröffnen wir das Festival in einer großen Lesung mit Gisela Casimiro (Lissabon/Guinea-Bissau), Lütfiye Güzel (Duisburg), Luis Luna (Spanien), Mati Shemoelof (Berlin/Israel), Andreea Simionel (Italien) und Xoşewîst (Leipzig/Syrien), Moderation: Adrian Kasnitz. Am Samstag (4.9.) und Sonntag (5.9.) finden weitere Lesungen aller Autor*innen des Eröffnungsabends statt und es stellen sich die Literaturzeitschriften Das Narr, KLiteratur, P.S. – Politisch Schreiben und Trimaran vor. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit ehemaligen ELK-Gästen nämlich mit Alexander Estis (Köln/Schweiz), Zoltán Lesi (Wien/Ungarn), Arvis Viguls (Lettland) und Krišjānis Zeļģis (Lettland).

Unsere Leipziger Literaturtage

Heute starten wir in eine Woche mit zahlreichen Veranstaltungen in Leipzig und Berlin (online und in Präsenz), die dieses Jahr die Leipziger Buchmesse ersetzen. Unsere Verlagslesungen im Lene-Voigt-Park Pick a book and run (28.5.) und vor der Bar-Galerie Besser Leben Staub von alten Schnapsflaschen (29.5.) mit der Ausstellungseröffnung final image werden begleitet von den Lesungen der Lyrikbuchhandlung, dem Common Ground-Programm, der Literaturshow Die schlecht gemalte Deutschlandfahne (alle online) und der virtuellen Ausgabe von It’s a book. In Berlin finden die Nordische Literaturnacht (online) und eine Online-Ausgabe des Berliner Salons statt. In jedem Fall freuen wir uns, euch auf die eine oder andere Weise wiederzusehen.

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29. Mai 2021, Leipzig / Staub von alten Schnapsflaschen – Lesung der parasitenpresse und Vernissage der Ausstellung final image mit Dirk Bretschneider, Adrian Kasnitz, Mario Osterland, Thomas Podhostnik, Andre Rudolph, Mathias Traxler u.a., Besser Leben, Holbeinstr. 2, 19 Uhr

29. Mai 2021, Leipzig / It’s a book – Virtual Independent Publishing Fair

28. Mai 2021, Leipzig / Common Ground mit Shpëtim Selmani, Sandra Gugić u.a., Haus des Buches, 20 Uhr

28. Mai 2021, Berlin (online) / Nordische Literaturnacht mit Peder Frederik Jensen (Schön habt ihrs hier) u.a., Moderation: Thomas Böhm, Felleshus, 19 Uhr

28. Mai 2021, Leipzig (online) / Lyrikbuchhandlung: Lesungen mit Krišjānis Zeļģis/Adrian Kasnitz (20.20h) und Tobias Schulenburg (21.10h), Lyrikbuchhandlung (Programm startet bereits am 27.5.)

28. Mai 2021, Berlin (online) / Berliner (Mini)-Salonage mit Kathrin Bach u.a., 19 Uhr

28. Mai 2021, Leipzig / Pick a book and run – Literarisches Picknick und Kurzlesungen mit Olav Amende, Laurine Irmer, Adrian Kasnitz, Christian Kreis, Thomas Podhostnik, Mathias Traxler u.a., Lene-Voigt-Park, 17 Uhr

26. Mai 2021, Leipzig / Die schlecht gemalte Deutschlandfahne – Literaturshow mit Lena Gorelik, Moderation: Rebecca Salentin und Adrian Kasnitz, Neues Schauspiel, 20 Uhr

We miss you all

André Patten: So glücklich war ich noch nie

So glücklich war ich noch nie von André Patten versammelt zwölf Erzählungen, die auf Glücksuche gehen. Wo ist mein Platz im Leben, wie kann ich glücklich werden, welche Verantwortung möchte ich übernehmen, fragen die Texte. Auch wenn Familienkonstrukte einstürzen, das Studium scheitert, die Karriere ausbleibt, ist in den Texten immer noch ein Handlungsspielraum für das persönliche Glück. Manchmal findet es sich im Baumarkt, manchmal muss man erst auf Reise gehen, um zu begreifen, dass die Flucht nicht immer der richtige Weg ist. Hin und wieder braucht man kleine Tricks, um die Kurve zu kriegen, das Namensschildchen mit dem fremden Namen zum Beispiel, mit dem du neu anfangen kannst.

Mit diesem Band und dem Erzählungsband Ausbruch von Thomas Empl, der letzte Woche erschienen ist, starten wir die neue Reihe PARADIES, die neues Erzählen aus und über Nordrhein-Westfalen präsentiert. Am 3. Juni stellen wir beide Bände beim CityLeaks-Festival in Köln vor.

André Patten: So glücklich war ich noch nie. Erzählungen, 114 Seiten, Preis: 14,- € (Paradies) – ab sofort lieferbar

André Patten, geboren 1984 in Neuss, lebt in Köln und arbeitet im Kulturbereich. Nach einem ersten Studium an der LMU München studierte er von 2014 bis 2017 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Für seine literarischen Texte erhielt er verschiedene Auszeichnungen, unter anderem war er Finalist des 24. und 25. Open Mike und wurde mit dem Ruhrgebiets-Literaturpreis und dem Preis der Rheinischen Post beim 20. Moerser Literaturwettbewerb ausgezeichnet. Im Rahmen des LAND IN SICHT Kulturvereins organisiert er Literaturveranstaltungen wie die Lesereihe Land in Sicht und die Short Story Night. Darüber hinaus initiierte gemeinsam mit anderen die Hörspielwiese Köln und das Auftakt Festival für szenische Texte, das 2018 mit dem Kölner Kulturpreis ausgezeichnet wurde. Lehrtätigkeiten führten ihn an die Kunsthochschule für Medien Köln, an die Universität zu Köln und das Goethe Institut Kyjiw.

Thomas Podhostnik: Unter Steinen

Der Prosaband Unter Steinen von Thomas Podhostnik kommt fast ohne Subjekt aus und ist trotzdem die Schilderung einer Gefangenschaft im Ego-Wahn. Was kommt darunter hervor, wenn man den Stein anhebt? Jemand lauscht den Rettungsmaschinen, aber nicht mehr dem eigenen Denken. Was ist da verschüttet worden und welche Katastrophe ging dem voraus? Jemand spricht und tötet durch geknickte Leitungen hindurch mit Worten, um selbst zu überleben. Und was hat eigentlich Gregor Samsa geträumt, bevor er aus unruhigen Träumen erwacht ist? In den filigranen Bleistiftzeichnungen von Johanne Ritter werden Todesmotivik und ein Heizkörper solange variiert und verwandelt, bis die Zeichen sich befreien und ein eigenes, fast erotisches, jedoch auch insektenhaftes Eigenleben beginnen.

Thomas Podhostnik: Unter Steinen. Prosa mit Zeichnungen von Johanne Ritter, 42 Seiten, Preis: 10,- € (paradosis Bd. 15) – ab sofort lieferbar

cover podhostnik

Thomas Podhostnik wurde 1972 in Radolfzell am Bodensee als Sohn jugoslawischer Gastarbeiter geboren. Er machte eine Lehre zum Speditionskaufmann, dann eine Ausbildung zum Regieassistenten am Teatro Nacional de Cuba. Er studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Thomas Podhostnik verfasst Prosa und experimentelle Prosa, die in Einzeltiteln, Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht wurden. Er lebt in Leipzig.

Johanne Ritter wurde 1984 in Neubrandenburg geboren. Sie machte eine Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin, studierte Illustration an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, der Burg Giebichenstein in Halle (a.d. Saale) und der Akademia Sztuk Pięknych in Krakau, Polen. Sie zeichnet, illustriert und gestaltet Geschichten, Gebrauchsgrafik und Ausstellungen.