Kinga Tóth: Wir bauen eine Stadt

Die Gedichte von Kinga Tóth sind Texte, in denen Sprache die wahre Bauherrin ist. Sprache, die ihre Bausteine überall aufsammelt und zu einem geschlechtslosen Mensch-Maschine-Artefakt zusammenbaut. Menschen werden darin roh zu Maschinen verformt. Werkzeuge, Instrumente werden körperlich, menschlich, ändern ihr grammatikalisches Geschlecht. Maschinensprache, Sprache aus technischen Übersetzungen und Bedienungsanleitungen oder Forschungsliteratur fließt ein, dominiert. Die Texte sind durchsetzt von Abkürzungen, Neologismen, Fake-Termini. Die Welt der Maschinen ist kühn, unterkühlt, handelt in Bruchteilen von Sekunden und kennt keine Bedenken, hat kein Gewissen.

Kinga Tóth: Wir bauen eine Stadt. Gedichte mit Illustrationen der Autorin, 64 Seiten, Preis: 10,- € (erscheint am 22. September 2016)

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Kinga Tóth, geb. 1983, lebt in Ungarn und Deutschland. Sie ist Sprachwissenschaftlerin, (Klang-)Poet-Illustratorin und Kulturmanagerin. Sie arbeitet als Journalistin und ist Lektorin für  Kunstmagazine. Darüber hinaus ist sie Songwriterin und Frontfrau des Tóth Kína Hegyfalu-Projekts. Sie schreibt auf Deutsch, Ungarisch und Englisch, ihre Texte inszeniert sie als Performance und Installationen. Zuletzt war sie u.a. Stipendiatin der Bosch-Wimmelforschung, der Akademie Solitude und der Villa Rosenthal. Zu ihren Publikationen zählen folgende Gedichtbände mit Illustrationen: Zsúr (Ungarisch), ALL MACHINE/ Allmaschine (Ungarisch/Deutsch), VILLAGE 0-24 (Englisch). www.tothkinga.blogspot.de

Unwiederholbarkeit und Fragilität

„Vielleicht sind es gerade Konzepte wie das vorliegende, Lyrik mit bildender Kunst und mit dem Ort und den Menschen, denen man begegnet, zu verbinden, die eine Unwiederholbarkeit und die Fragilität eines Gedichts (das destillierte Situation ist) sichtbar machen. Wenn sie sich öffnet und an dem Ort entfaltet, an dem sie entsteht, ist es plausibel, dass sich Lyrik mit Performance- und Bildender Kunst verbindet. Ungefähr so könnte die schlichte Schönheit beschrieben werden, mit der der Ausstellungsband »Poesie passieren & passieren lassen« ausdrückt, was er vollzieht“, schreibt Katharina Kohm über den Band von Astrid Nischkauer auf Fixpoetry.

Astrid Cover

Ihre Wucht

„Dazu passt, dass Wigmans Gedichte ungeheuer viel inneren Rhythmus aufweisen, der aber nicht in ein durchgängiges Versmaß gepresst wird, sondern sich frei fließend entfalten kann. Die Sprachrhythmik, von der man annehmen darf, dass der erfahrene Übersetzer Gregor Seferens sie für das Deutsche so weit wie möglich adaptiert hat, trägt jedoch sehr stark zur Wirkungsweise der Gedichte bei. Es ist gut vorstellbar, dass sie ihre Wucht vor allem in rezitierter Form entfalten“, schreibt Marcus Neuert auf Fixpoetry über Im Sommer stinken alle Städte von Menno Wigman.

Wigman Coveransicht

Andreas Bülhoff: die außenwelt der innnenwelt der außenwelt

Ein besonderes Buchobjekt hat Andreas Bülhoff konzipiert. Es spielt mit unserem Format der Lyrikhefte und greift gleichzeitig zurück auf unsere ersten, auf wiederverwerteten Briefumschlägen gedruckten Hefte. Aus dieser Zeit stammt die Idee, die Hefte japanisch zu binden. Bei Andreas Bülhoff sind nun die Textseiten mit Würfelnetzen bedruckt, während auf den Innenseiten der Druckbögen Wortmaterial versteckt ist. Lesbar wird dieses Material auf verschiedene Weise: so ist es möglich, a) die Würfel auszuschneiden, in die Schichten des Buches zu schauen, Textfragmente zu lesen und das Ausgeschnittene dann zu Textwürfeln zusammenzukleben, b) die Bindung – es handelt sich um Japan-Clips – zu lösen, alle Seiten auf links zu wenden und sie wieder zu einem neuen Buch zu heften und schließlich c) alle Bögen aufzuschneiden.

Andreas Bülhoff: die außenwelt der innenwelt der außenwelt. Chapbook, 14 Seiten, Preis: 9,- € (paradosis Bd. 10) – ist jetzt lieferbar 

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Andreas Bülhoff: die außenwelt der innenwelt der außenwelt

 

Andreas Bülhoff, geb. 1987 im Ruhrgebiet, lebt derzeit in Köln. Redakteur bei den Magazinen randnummer und Der Greif. Promotion zur experimentellen Poesie der Gegenwart an der Universität Frankfurt. Zuletzt erschien Voxel Poem in der Spacecraft Press (2015).

Astrid Nischkauer: Poesie passieren & passieren lassen

Im Winter 2015 verbrachte die Wiener Dichterin Astrid Nischkauer mehrere Wochen auf der Raketenstation Hombroich. In dieser Zeit entstanden die Arbeiten für die Ausstellung
Poesie passieren & passieren lassen, die sie nach und nach im Pförtnerhäuschen installierte. Diese Arbeiten sind Bestandteil des vorliegenden Katalogs mit allen Texten und elf teils farbigen Aufnahmen. Sie werden ergänzt um ein Gedicht von Ute Langanky und eine Zeichnung von Oswald Egger.

Astrid Nischkauer: Poesie passieren & passieren lassen. Gedichte Ausstellung Katalog, 36 Seiten, Preis: 10,- € (erscheint am 15. August 2016)

Astrid Cover

Astrid Nischkauer, geb. 1989, studierte Germanistik und Komparatistik. Übersetzungsbegeistert. Lebt zwischen Bücherbergen und in Wien. In der parasitenpresse erschien von ihr bereits frisch gepresste Parasiten (2015). Mit dem Übersetzerkollektiv VERSATORIUM wurde sie mit dem Preis der Stadt Münster für internationale Poesie ausgezeichnet.