Besuch in der Lyrikbuchhandlung

Gute Eindrücke von den Lesungen in der temporären Leipziger Lyrikbuchhandlung während der Buchmesse vermittelt der Beitrag von Kilian Thomas auf leipziglauscht. Unter anderem fiel ihm die spanisch-deutsche Lesung von Pablo Jofré auf: „Ähnlich ungewöhnlich ist der Auftritt Pablo Jofrés. Auf rauem spanischem Akzent wächst ein einschneidender Griff ins Menschliche. »Von A wie Abgrund bis Z wie Zuchtperlen« listet er das menschliche Sein auf, so melodiös wie gnadenlos.“

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Besuchen Sie uns in Leipzig

Wenn heute Abend die Leipziger Buchmesse beginnt, sind wir wieder an vielen Orten dabei. Auf der Messe sind wir bei den lieben Kollegen vom Poetenladen zu finden (Halle 5, G219) und freuen uns am Donnerstag und Freitag auf Begegnungen, Gespräche und Kaffee!

Heute Abend öffnet die Lyrikbuchhandlung ihre Tore mit vielen Lesungen und natürlich einem umfangreichen Angebot an Lyrik-Neuerscheinungen unabhängiger Verlage. Für die parasitenpresse lesen: Kathrin Bach (23.3., 21 Uhr), Adrian Kasnitz (23.3., 24 Uhr), Pablo Jofré (24.3., 21 Uhr). Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 19 bis 01 Uhr, Kunstraum D21, Demmeringstr. 21.

Besonders freuen wir uns auf Überall Stiche, die gemeinsame Lyrik-Lesung von parasitenpresse (Köln) und edition Azur (Dresden). Es lesen Kathrin Bach, Pablo Jofré, Kinga Tóth, Sascha Kokot, Nancy Hünger und Volker Sielaff. Blackbox im Café Bau Bau, Karl-Tauchnitz-Str. 9-11, 16 Uhr

Zum zweiten Mal sind wir am Messe-Samstag bei It’s a book dabei, einer Art Book Fair der Hochschule für Grafik und Buchkunst. An unserem Stand erwarten abwechselnd Adrian Kasnitz, Bernd Lüttgerding und Anne Nimmesgern Kundschaft und Besuch. Ort: Wächterstr. 11, 12 bis 21 Uhr

Außerdem empfehlen wir folgende Lesungen: 23.3.: Georg Leß beim Literarischen Salon NRW / Leipziger Buchmesse, Messegelände, Halle 5 (K406), 12 Uhr +++ 24.3.: Das Eine. Artefakt im Maschinentakt mit Kinga Tóth, Orsolya Kalász u.a. Ort: UT Connewitz, Wolfgang-Heintze-Str. 12a, 20 Uhr +++ 24.3.: Auch dieser Raum entsteht durch Gebrauch mit Alexander Gumz, Kinga Tóth u.v.a. Ort: Noch Besser Leben, Merseburger Str. 25, 21 Uhr

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It’s a book in der HGB (2016). Foto: parasitenpresse

 

Pablo Jofré: Abecedar

Ein besonderes Alphabet ist dieses Abecedar von Pablo Jofré, das die Dinge, Sinne und Seins-Zustände des Menschen von A wie Abgrund bis Z wie Zuchtperlen aufzählt. „Und das Staunen wurde größer. Mit jedem erneuten Blick in die verlässlichen Wörter-Zimmer, aus denen sich dieses Abecedar fügt. Donde hay vida hay muerte heißt es im Spanischen. Wo Leben ist, ist Tod. Wahrscheinlich kann nur so die Lust am Leben getragen und ertragen werden. Auch in Leidenschaft, die mit einem nicht nur beiläufig naturwissenschaftlichen und biologischen Augenzwinkern das mythische Wissen um die Sehnsüchte des Menschen mit jenen entscheidenden Momenten aus Alltag und Trost eins werden lassen“, schreibt José F.A. Oliver in seinem ausführlichen Nachwort.

Pablo Jofré: Abecedar. Gedichte aus dem Spanischen von Barbara Buxbaum und Johanna Menzinger. Mit einem Nachwort von José F.A. Oliver, 44 Seiten, Preis: 9,- € – ab heute lieferbar

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Pablo Jofré, geb. 1974, in Santiago de Chile, studierte Literatur, Anthropologie, Journalismus, Deutsch, Englisch und Französisch in Chile, Spanien und Deutschland und ist ein notorischer Reisender mit Wohnsitz in Berlin. Zu seinen Veröffentlichungen zählen neben Abecedario (Siníndice, Logroño 2012/Cuarto Propio, Santiago 2016) auch der Band Usted (Milena Berlín, 2013) und Texte in der Gedichtsammlung El tejedor en… Berlín (L.U.P.I., Sestao 2015). Mit einem Gedicht nahm er an der Aktion Bombing of poems (Casagrande-Southbank Center) in London teil. 2010 erhielt er den Premio Ciudad Sant Andreu de la Barca und 2016 ein Stipendium des Consejo Nacional del Libro y la Lectura für Berlín-Manila. Gemeinsam mit dem Gitarristen Andi Meissner leitet er das Duo Jofre Meissner Project, zu dessen Repertoire auch Gedichte dieses Bandes gehören.

Barbara Buxbaum, geb. 1976 im Süden des Landes, ausgewandert nach Kolumbien, studierte Lateinamerikanistik und gründete 2009 die Übersetzungsagentur In-Kult in Berlin. Seit 10 Jahren arbeitet sie als kulturelle Übersetzerin (Spanisch-Deutsch) unter anderem für Los Superdemokraticos (Blog & Essaysammlung), Vom Himmel Gefallene (Theaterstück), Sofia y el Terco (Filmuntertitel) und organisierte Poesie-Veranstaltungen, wodurch auch der Kontakt zu Pablo Jofré entstand.

Johanna Menzinger, geb. 1976 in Hannover, lebt in Freiburg nach Stationen u.a. in Köln, Santiago, Valdivia, London und Madrid und begleitet das Schaffen und Sein Pablo Jofrés – meistens aus der Ferne – seit etwa 20 Jahren. Zu den jüngsten Projekten gehört neben der deutschen Fassung des Stückes Daxi aus dem Portugiesischen, das Lektorieren der spanischen Version von Glückliche Niederlagen von Adrian Kasnitz. Als nächstes wird sie die spanische Fassung des Gedichtbandes Silbentrennung von Nora Gomringer lektorieren.

Platzende Verse

„Aber dieses lyrische Triptychon hält bewusst Abstand im Hinblick auf die Erschaffung einer erlebten Fiktion und entwickelt das Dichten, das Erzählen als Gegenentwurf zum krepierenden Alltag. Keineswegs wird die Lage des Ichs und der Orte seiner Anwesenheit ’sanft betextet‘, im Gegenteil platzen die Verse regelrecht unter ihrem staccatoartigen Rhythmus und propagieren eine Ästhetik der Unvollständigkeit“, schreibt Guy Helminger in einer Besprechung in der Literaturbeilage des Luxemburger Tageblatts über Wart und Gegenwart von René Hamann.
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Superbüchersamstag

Morgen, am 18. März findet wieder der Indiebookday statt. Laufen Sie in ihre Lieblingsbuchhandlung und kaufen Sie dort ein Buch aus einem unabhängigen Verlag! Auch vor uns liegt ein literarischer Supersamstag. +++ Der beginnt schon heute in Darmstadt mit dem zweitägigen Literarischen März und dem Wettlesen um den Leonce-und-Lena-Preis. Wir drücken Mario Osterland und Jan Skudlarek die Daumen. +++ In Köln und Berlin sind wir an zwei Indiebookday-Veranstaltungen beteiligt. Gemeinsam mit der Kölner Buchhandlung Forough Book richten wir am frühen Abend den ersten Kölner Indie Book Pop Up Store. Zehn kleine Verlage aus Köln und dem Umland zeigen ihre neuen Bücher. Dazu gibt es Musik von Björnson Bear. Parallel dazu lesen Kathrin Bach und Christoph Georg Rohrbach in der Berliner Buchhandlung Ocelot und stellen die parasitenpresse im Rahmen des ganztägigen Programms vor (gegen 23 Uhr). +++ Als besonderes Highlight lesen Georg Leß und Sonja vom Brocke um 21 Uhr bei der Lit.cologne im Alten Pfandhaus in der Kölner Südstadt. +++ Alle genauen Termine und Adressen gibt es unter: Lesungen.

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