Fit for fun und das Feld

„Und immer ist es ein Abbild einer heutigen, selbstkritischen Mehrheit“, schreibt Jonis Hartmann für Fixpoetry über Das Feld von Martin Glaz Serup, „die z.B. zu viel Zeit auf facebook verbringt, sich in Ängsten um seine Gesundheit der aktiven Fitness-Steigerung zuwendet usw., aber gleichzeitig ist es einfach ein Feld. Eine uralte, zutiefst menschliche Daseins-/ Dingform, der ein romantischer Wunsch der Rückkehr ins Minimalistische oder auf das Wesentliche reduzierte zukommt. Eine Lebensform des einfachen Zyklus: anbauen, hegen, ernten, pflügen, und die Zeit vergeht.“

Glaz Serup Feld Coveransicht

 

Jetzt im Lyrikhaus Joachimsthal

Im brandenburgischen Joachimsthal (Glockenstr. 23) gibt es ein frisch gegründetes Lyrikhaus – eine Mischung aus Lyrik-Buchhandlung, Antiquariat und Lesecafé. Ab sofort ist dort auch eine Auswahl an Lyrikheften der parasitenpresse zu finden. Liebe Uckermärker, Brandenburger und Ausflügler, lasst euch diesen ungewöhnlichen, poetischen Ort nicht entgehen.

 

Unverwechselbar

Ein ausführlicher Essay von Stefan Wieczorek über neue Poesie aus Flandern und den Niederlanden ist auf der Seite von artefakt-berlin zu finden. Neben vielen Hinweisen auf Dichter/innen und ihre aktuellen Übersetzungen ins Deutsche fehlt auch der Hinweis auf Menno Wigmans Buch nicht. „Der Band Im Sommer stinken alle Städte erlaubt endlich auch einen Einblick in das unverwechselbare und hochgepriesene Werk von Menno Wigman“, schreibt Wieczorek, der gemeinsam mit Christoph Wenzel die Anthologie Polderpoesie. Junge Lyrik auf Flandern und den Niederlanden bei den Kollegen von [sic] – Literaturverlag herausgibt.

Wigman Coveransicht

Ilse Kilic / Fritz Widhalm: ich rede schon wieder

„es wird sich nichts einrenken / es wird nichts gut gehen“ schreiben Ilse Kilic und Fritz Widhalm. Die Gedichte in dem Lyrikheft ich rede schon wieder kreisen um das Älterwerden, um die ablaufende Zeit. Dennoch ist der Wunsch da nach dem „mehr! mehr!“ Selbst wenn alles in der Schwebe ist, zwischen „nein / ja / ich weiß nicht“, zwischen dem gesagten Ja und dem gemeinten Ja. Es sind die Widersprüche, die die Existenz befeuern: „so lebe ich / aufbrausend friedlich“ heißt es an einer anderen Stelle. Neben die Reflexion über das Sein tritt das Nachdenken über das Schreiben: „ich rede schon wieder / umgarne / mit schief laufenden fäden / die alltägliche ferse.“ Hier ist das Schreiben Rüstzeug und verwundbarster Punkt zugleich. Das Schreiben ist Anreden gegen das Verstummen.  Das Schreiben ist ansteckend, denn es wandert beim gemeinsamen Dichten von Ilse Kilic zu Fritz Widhalm und zurück.

Ilse Kilic, geb. 1958 in Wien. Bewohnt gemeinsam mit Fritz Widhalm das Fröhliche Wohnzimmer (www.dfw.at). Zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt: Das sich selbst lesende Buch (Ritter Verlag 2016) und Wie der Kummer in die Welt kam (ebenda 2013).

Fritz Widhalm, geb. in Gaisberg, Niederösterreich, seit 1976 in Wien. Zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt: Heute. Ein letztes Buch (Klever Verlag 2016) und :Huch. Der Comix (das fröhliche wohnzimmer 2014).

Viele Texte entstehen gemeinsam, so z.B. der mittlerweile neun Bände umfassende autobiographische Verwicklungsroman, der seit 1999 in der edition ch erscheint. Außerdem betreiben Ilse Kilic und Fritz Widhalm Wohnzimmergalerie und Glücksschweinmuseum in Wien.

Ilse Kilic / Fritz Widhalm: ich rede schon wieder. Gedichte, 14 Seiten, Preis: 6,- € (Lyrikreihe Bd. 035) – ist ab sofort lieferbar!

lr035 Kilic Widhalm