A. P. Petermann: Nippes Alphabet

Nach dem Ehrenfeld Alphabet setzen wir die Reihe mit Stadtteil-Alphabeten nun mit einem weiteren Kölner Quartier fort. Das Nippes Alphabet mit 26 kurzen Texten über 26 Nippeser Eigentümlichkeiten zwischen Mauenheim, Puff, Zoo und Rhein. Dafür war das Autorenkollelkiv A. P. Petermann in den Kneipen, Straßen und an Plätzen dieses bunten Veedels unterwegs, hat Menschen getroffen, Szenen beobachtet und manchmal magische Dinge erlebt.

A. P. Petermann: Nippes Alphabet, 32 Seiten, Preis: 8,- € – ab sofort lieferbar

Cover Nippes Alphabet

A. P. Petermann ist ein abbaubares Publikationsköllektiv. Auktoriale Produktionen stehen bei A. P. Petermann gleichberechtigt neben antizyklischem Plagiat. Außer Paula sind alle A. P. Petermenschen namenlos. A. P. Petermann begreift sich als schimpansoid und dem Nippeser Pflaster verwachsen.

Ketten und Strippen

„In Cadenas’ Texten sind Gepäckstücke selbst Ketten, die an die Vergangenheit binden“, schreibt Nora Zapf im Signaturen-Magazin über Klagelieder im Gepäck von Rafael Cadenas. „Die traurige Musik, sp. Tristias, nach den Exilbriefen Ovids (Muchas Tristias llevas), viel Trauriges, viele Trauerlieder trägst du mit dir, also dem sp.triste (‚traurig‘) verwandt, ist nicht stumm zu kriegen, heißt Fremde, zeichnet dich aus als Fremdling, durch dessen Blut Exil rennt (En nuestras venas corre exilio). Hier im Limbus sind Menschen angestellt, die vergessen sollen, es aber nicht wollen oder können. Wo sind sie angestellt? Bei Apparaten, politischen Maschinerien, Systemen, die Strippen ziehen heimlich im Hintergrund, befehlgebende Absenz.“

Cover Cadenas

Flip-Flop im Kopf

„Vorsicht, dieser Gedichtband steht unter sprachelektrischer Hochspannung! Er ist derart aufgeladen, dass Lichtenberg-Figuren entstehen“, schreibt Tobias Lehmkuhl in der Süddeutschen Zeitung (12.11.) über eins: zum andern von Karin Fellner. Und weiter: „Karin Fellner hört in der Sprache das Ach, erkennt in der Störung den Stör und folgt mit ihm der Strömung weiter zu „komischen, kosmischen Ringen“. Dabei wirkt es so, als könnte sie nur mit Mühe das Brausen und Blubbern der Wörter unter Kontrolle halten – souveräne, sprich gepflegt-langweilige Meisterschaft sucht man in eins: zum andern zum Glück vergeblich. Die Münchner Dichterin setzt sich in ihrem fünften Band der Sprache, diesem verflixten Etwas, vielmehr ganz ungeschützt aus.“

Cover Fellner eins

Stille als Stil

„Reduktion heißt also die Devise“, schreibt Jürgen Moises in der Süddeutschen Zeitung (5.11.) über Ich mag das (Problembär Records), die neuen Songs von Mira Mann, die auf dem Band Gedichte der Angst basieren. „Aber nicht im Sinne einer direkten musikalischen Vertonung. Eher ist es so, dass die insgesamt sechs Stücke in Text und Musik auf Situationen, Stimmungen und einzelne Satzfragmente aus den Gedichten reagieren.“

cover frau mann

 

Schöne, nahe, zarte Momente

Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk spricht Mira Mann über den Zusammenhang von Gedichte der Angst mit ihrer Solo-EP Ich mag das. „Der Transfer von einigen ‚Gedichten der Angst‘ zu ‚Ich mag das‘ hat mir gezeigt: Selbst wenn man in einer großen Krise ist, gibt es sehr schöne, nahe, zarte Momente mit anderen Menschen, die es wert sind festgehalten zu werden.“ Die Fragen stellte Joana Ortmann.

cover frau mann

 

Kleine Tiere in der FAZ

Unsere Griechenland-Anthologie Kleine Tiere zum Schlachten ist noch einmal in der FAZ erwähnt worden. Grund ist der Artikel von Christian Metz über den Gedichtband Glaub den Wörtern nicht, sieh hin von Anna Griva, den Jorgos Kartakis und Dirk Uwe Hansen übersetzt haben und der bei den Kollegen von Reinecke & Voß erschienen ist. Anna Griva und die beiden Übersetzer sind auch in der Anthologie vertreten.

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