Wo warst du gestern?

Mit einem Zine startet parasitenpresse leipzig ein eigenständiges Programm. Wo warst du gestern? heißt die gemeinsame Arbeit von Lynn Hansen und Luzie Kasnitz, die Texte, Zeichnungen und fotografische Arbeiten kombiniert. Es ist der Versuch, das Lebensgefühl der Generation Z auszudrücken. „Das Gestern ist ein Tier, dass die Unendlichkeit gefressen hat.“

Lynn Hansen / Luzie Kasnitz: Wo warst du gestern? 24 Seiten, Preis: 10,- € – ab sofort lieferbar

Sebastian Schmidt: so stelle ich mir den gesang von erst kürzlich mutierten finken vor

Der Titel ist eine Anspielung auf die von Darwin beobachtete Mutation finkischer Schnäbel als Folge einer veränderten Umwelt. In seinem Gedichtband setzt sich Sebastian Schmidt poetisch mit Tönen der Verunsicherung auseinander, mit den Frequenzen, die die aktuell an uns gestellten Herausforderungen in sich tragen. Der Autor beobachtet gegenwärtige Gesellschaftsformen und macht daraus lyrische Momentaufnahmen, die ein Unwohlsein zeigen, das wir in der teils tätigen teils untätigen Entgegennahme unserer Welt haben.

Sebastian Schmidt: so stelle ich mir den gesang von erst kürzlich mutierten finken vor. Gedichte, 70 Seiten, Preis: 12,- € – ist ab sofort lieferbar

Sebastian Schmidt wurde 1983 in Schwetzingen geboren und ist später in und um Heidelberg aufgewachsen. Während des Studiums verbrachte er einige Zeit in London und Manchester. Prosa, Lyrik und Essays wurden in Zeitschriften, Anthologien und online veröffentlicht. Zuletzt erschien seine Erzählung Alle Instrumente (VHV-Verlag). so stelle ich mir den gesang von erst kürzlich mutierten finken vor ist sein erster Gedichtband. Sebastian Schmidt lebt in Würzburg.

Wie man ein Wunder löscht. Neue Gedichte aus Portugal

Die Anthologie Wie man ein Wunder löscht stellt neue Gedichte aus Portugal vor, die Beatrice Cordier und Laurine Irmer ausgewählt und übersetzt haben. „Mit den Gedichten der acht Lyriker:innen möchten wir vor Augen führen, wie kulturell und politisch divers die portugiesische Gegenwartslyrik ist. In einer Poesie zwischen Alltag und Mythos wird in diesen Gedichten von kleinen und großen Themen erzählt, von Politik und Zukunft, von Nähe und Fernweh, aber auch von der Kunst, Kritik zu üben.

Mit viel Humor, aber auch mit einer Spur von Pathos, gehen die Poet:innen den portugiesische Konventionen und Lebensweisen nach, indem sie sie in ihren Sprachspielen gleichermaßen auf die Probe stellen. Die Motive der Kolonialgeschichte, des Katholizismus, der konventionellen Geschlechterrollen, aber auch des Tourismus, des Klimawandels und der Wirtschaftskrise kollidieren in diesen bildreichen Poesien und werden gleichermaßen kritisch unter die Lupe genommen.

Ein wiederkehrendes Moment stellt die Reise dar. Es wird von ihr und dem Leben im Ausland gesprochen, aber auch über ein Reisen durch die Zeit, wie es die Aufarbeitung der kolonialen Praktiken und Hinterlassenschaften der portugiesischer Kolonialherrschaft bedeutet. Gewiss enthält die Kunst des Übersetzens die Kunst der Reise. Dazu gehören nicht nur große Entfernungen, wie man sie zwischen Ländern oder Sprachen zurücklegt, sondern auch kleinere Etappen, wie es Übersetzungsvorgänge von Dialekten – des portugiesischen und brasilianischen – oder von Redewendungen mit sich bringen“, schreiben die Herausgeberinnen im Nachwort.

Der Band enthält übersetzte Gedichte von Basco, Francisca Camelo, Gisela Casimiro, Sara F. Costa, Patrícia Lino, Cláudia Lucas Chéu, Rafael Mantovani und Inês Morão Dias mit je einem Originaltext und Zeichnungen von Dmitry Ilko.

Erstmals vorgestellt wird Wie man ein Wunder löscht beim Europäischen Literaturfestival in Köln-Kalk (3.-5. September 2021), bei dem Gisela Casimiro zu Gast ist.

Wie man ein Wunder löscht. Neue Gedichte aus Portugal, herausgegeben und aus dem Portugiesischen übersetzt von Beatrice Cordier und Laurine Irmer, 90 Seiten, Preis: 12,- € – ab sofort lieferbar

Portrait: Nora Zapf

Die Süddeutsche Zeitung portraitiert in ihrer SZ-Serie Wortschatz die Münchner Lyrikerin Nora Zapf als Sammlerin von Wörtern. „Worte, die sich im Sinne der 33-jährigen Autorin ständig wandeln müssen, um am Ende einen Klang zu erzeugen. ‚Rost‘ ist ein solches Wort oder  ‚Kaffeesatz‘. ‚Beide‘, beschreibt Zapf, ’symbolisieren das, was übrig bleibt‘. Das eine mehr die verschwundene Zeit, das andere die Zukunft.“ Was die SZ verschweigt: rost und kaffeesatz ist bei uns erschienen. Was wir nicht verschweigen: das ganze Portrait kann hier gelesen werden.

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