Wolken wie Staub über der Stadt

Über Rauschen, die Lesung mit Beatrice Cordier, Adrian Kasnitz und Alexander Rudolfi mit Musik von Kai Wenas in Hannover berichtet Bert Strebe in der Hannoverschen Allgemeinen. „Das Interieur des Quartier-Theaters in der hannoverschen Nordstadt wirkt an diesem Abend liebenswert retro: Drei senfgelbe Sessel stehen auf der Bühne, und auch Lampen und Tische und sogar die Mikros sind im Stil der Fünfzigerjahre gehalten. Aber was dort passiert ist sehr gegenwärtig.“ Neben der portugiesischen Gedichten aus Wie man ein Wunder löscht (gelesen von Beatrice Cordier) und den Juli-Gedichten aus Kalendarium #7 (von Adrian Kasnitz) liest Alexander Rudolfi Prosaminiaturen, die im Herbst in der parasitenpresse erscheinen sollen. „Es hat etwas düster Schwebendes, manchmal etwas Atemloses.“

Eine Foto des Abends findet sich hier, während der ganze Beitrag nur hinter der Paywall lesbar ist.

Doppelte Logik aus Sprachklang und Sinn

„‚Finger ist proteisch, Prothese, hangend an anderem.‘ Und dieses Andere kann eben eine Hand sein, oder ein anderes Wort. Der Fortgang des Textes folgt dieser doppelten Logik aus Sprachklang und Sinn, das heißt, er springt, und der Sprachklang zeigt das, was wir für Wahrheit halten, als fragile Konstruktion“, schreibt Jan Kuhlbrodt in einer Besprechung von Karin Fellners neuem Gedichtband eins: zum andern für das Signaturen-Magazin. Und weiter: „Regelrecht ausgeflippt bin ich bei der Lektüre des Zyklus der mit Schaf hoch Schaf hoch betitelt ist. Nicht nur dass ich hier auf ein sprechendes Schaf traf, nein es war obendrein noch theoretisch bewandert, kannte sich aus mit Darwins Evolutionstheorie und den Verwerfungen des Anthropozän. Ein sehr gegenwärtiges Schaf also.“
Cover Fellner eins