Unsere Besten 2018

Zum Winterstart gibt es von uns wieder die Jahrescharts mit den fünf besten Titeln aus unserem Programm. Kurz zusammengefasst: Es war ein von Autorinnen und Übersetzerinnen dominiertes Jahr. Diese fünf Bücher gibt es als „Unsere Besten 2018“-Bücherpaket zum Preis von 50,- € inkl. einer parasitären Tasche frei Haus. Bitte unter Buchladen bestellen.

In alphabetischer Reihenfolge:

Luise Boege: Exorzismus in Polen Die Schönheit der Wüste

Hier habt ihr mich. Neue Gedichte aus Dänemark, hg. v. Ursel Allenstein und Marlene Hastenplug

Peter Rosenthal: Ehrenfeld Alphabet

Kinga Tóth: Wir bauen eine Stadt

Nora Zapf: rost und kaffeesatz

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Hier habt ihr mich. Neue Gedichte aus Dänemark

‚Det er i poesien, det sner‘: in der Lyrik schneit es. So schrieb es Jes Stein Pedersen, Kulturredakteur der dänischen Zeitung Politiken, als diese für ihren renommierten Literaturpreis im Jahr 2016 ausschließlich Dichter nominierte – Die Lyrik ist das literarische Genre, das derzeit die größte Aufmerksamkeit verdient hat. Denn, sagt Pedersen, schon seit einigen Jahren schneie es „hervorragende neue dänische Gedichtbände, die souverän mit der Sprache arbeiten und jede Form von Gewohnheitsdenken herausfordern“. Gleichzeitig erreicht diese neue Lyrik auch ein größeres Publikum. Das Internet ist eine wichtige Bühne für junge Lyriker geworden, überhaupt nimmt das Performative einen immer größeren Stellenwert ein und erhöht die Popularität des Genres. 2016 gab es auch beim größten internationalen Literaturfestival Dänemarks, Louisiana Literature, erstmals einen gut besuchten „Lyrikmarathon“, bei dem die Zuschauer bis spät in die Nacht erleben konnten, wie lebendig und stark sich die dänische Lyrik derzeit präsentiert. Die Gedichte erreichen nach wie vor auch die klassischen Leser jenseits der Bühnen. So passiert es sogar, dass Gedichtbände, die einen besonderen Nerv treffen, zu Bestsellern werden. Die Lyrik, oft reflexhaft als exklusiv und unzugänglich verrufen, gewinnt an Selbstbewusstsein. Ohne sich anzubiedern, erobert sie neue Räume – und neue Leser, schreiben Ursel Allenstein und Marlene Hastenplug, die beiden Herausgeberinnen über die dänische Lyrikszene.

Die Anthologie Hier habt ihr mich stellt zehn (junge) dänische Dichter*innen in einer zweisprachigen Auswahl vor. Die Texte stammen von Naja Marie Aidt, Rasmus Nikolajsen, Theis Ørntoft, Katrine Marie Guldager, Caspar Eric, Cecilie Lind, Sten Kaalø, Bjørn Rasmussen, Marie Gerhardt und Asta Olivia Nordenhof. Die Übersetzungen besorgten Studierende der Goethe-Universität Frankfurt und zwar Phillipp Botte, Justus Carl, Sarah Fengler, Berit Huntebrinker, Rosa-Claire Reinicke, Viktoria Marie Stowasser und André Wilkening.

Hier habt ihr mich. Neue Gedichte aus Dänemark, hg. v. Ursel Allenstein und Marlene Hastenplug, zweisprachig, 142 S., Preis: 15,- € – erscheint heute und ist ab sofort lieferbar

Cover Danish Hier habt ihr mich

 

ich habe dir ein zuhause gebaut
oben in der baumkrone
dort können dich
keine bösen affen
kriegen
dort kannst du
alles im auge behalten
und alles blinkt

jeg har bygget dig et hjem
i træets top
der kan
ingen onde aber
nå dig
der kan du
holde øje med det hele
og alting blinker

Naja Marie Aidt

Martin Glaz Serup: Das Feld

„Dies ist ein Naturgedicht, das auch von anderem handelt als der Natur, denn es gibt ja anderes, drei kalte Treibhäuser, ihre feuchte Industrie, gelb im Nebel auf dem Feld. Kann es einem so gehen wie dem Feld, wie kann man sich identifizieren mit ihm, mit einem solchen Ort, einem gepflügten Feld, einem seltsam offenen Raum, einem Körper ohne Organe“, so beginnt Martin Glaz Serups Langgedicht Das Feld, das nun in der deutschen Übersetzung von Ursel Allenstein vorliegt.

Martin Glaz Serup, geb. 1978 in Kopenhagen, wo er auch lebt. Er ist Autor von Kinderbüchern, Lyrik und theoretischen Essays. Zuletzt erschienen u.a. der Essayband Relationel poesi, der Gedichtband Romerske nætter und das Kinderbuch Yana og Eliah (og mange andre børn). Das Langgedicht Marken (Das Feld) erschien auch in den USA, Finnland und Schweden. Glaz Serup gab verschiedene Literaturmagazine heraus, wurde mehrfach für sein literarisches und literaturwissenschaftliches Werk ausgezeichnet und unterrichtet literarisches Schreiben. Außerdem betreibt er die Literaturblogs kornkammer.blogspot.com und www.prmndn.dk.

Ursel Allenstein, geb. 1978 in Frankfurt/M., studierte u.a. Skandinavistik in Frankfurt/M. und Kopenhagen und lebt in Hamburg. Sie übersetzt aus dem Dänischen, Schwedischen und Norwegischen und wurde dafür u.a. mit dem Förderpreis zum Straelener Übersetzerpreis ausgezeichnet.

Martin Glaz Serup: Das Feld. Gedicht aus dem Dänischen von Ursel Allenstein, 104 Seiten, Preis: 14,- € – ab sofort lieferbar

Glaz Serup Feld Coveransicht