Natur und Wald sind malträtiert

Über Mario Osterlands heimische Arten schreibt Martin Straub in Palmbaum. Literarisches Journal aus Thüringen (2/2018): „Natur und Wald sind malträtiert und können kein Refugium in dieser schnelllebigen Welt mit ihrer zerstörerischen Geschwindigkeit sein. »auf der Bremse standen wir lang genug / suchten uns in der Natur und fanden / faulige Rehe an ausgeleckten Kanistern krepiert«. Und an anderer Stelle heißt es: »Natur ist mehr als ein Bettvorleger / hält sich bereit in den Parks«. Zu diesem Thema gibt es beeindruckend gelungene Zeilen. Etwa in dem lyrischen Prosa-Text »hinter der Stadt«. »hinter der Stadt scheint die Sonne auf fruchtlose / Felder. nur an den Rändern blühen noch / Bahnschwellen. […] im Spätsommer sagt man ernten / sie hier manchmal Radios imitieren den Ruf des / Freiwilds das sich in den ausgebrannten Werk- / hallen sammelt.«“

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Mario Osterland: heimische Arten

Private wie urbane Räume, die hier bedichtet werden, sind trostlos, das Rurale beiläufig, aber zunehmend rituell. Die Zeichen vergletschern! Was der Mensch nicht wahrnimmt: die Ränder zur ungewissen Zukunft als auch zur dunklen Vorvergangenheit zerfasern, es entstehen Fraßbilder, irgendwo im Düsteren schließt sich der Kreis …
Mario Osterland gelingt es, uns wie nebenbei Beklemmung und schließlich Grauen einzuflößen. Mit nur leicht angehobener Alltagssprache erzeugt er Unruhe und lässt, was wir sicher glaubten, zu uralten Nebeln zerschlieren. Am Ende des Bandes sind wir überzeugt, – schreibt Crauss in seinem poetischen Gruß – nicht die Einzigen zu sein, die sich vor dem Kommenden fürchten – aber die Letzten. Das finale Wort dieses Buchs: »Angst«!

Mario Osterland: heimische Arten. Gedichte, 42 Seiten, 9,- € – erscheint heute in der Reihe ‚Die nummernlosen Bücher‘ und ist ab sofort lieferbar

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Mario Osterland, geboren 1986, lebt in Erfurt. Studierte Germanistik, Komparatistik und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig. In der parasitenpresse erschien bereits In Paris (2014).

Festschrift: Für Axel Kutsch

Zur festlichen Lesung mit und für den rheinischen Dichter und Herausgeber Axel Kutsch (geb. 1945 in Bad Salzungen/Thüringen) ist gestern Abend im Kölner Literaturhaus die Festschrift Für Axel Kutsch als Überraschung für den Jubilar präsentiert worden. Mit Hommage-Gedichten von Gerrit Wustmann, Marie T. Martin, Christoph Danne, Anke Glasmacher, Amir Shaheen, Guy Helminger, Sabine Schiffner, Stan Lafleur und Adrian Kasnitz sowie einem Geleitwort von Amir Shaheen. Die Festschrift kann ab sofort auch hier über unseren Online-Buchladen bestellt werden.

Für Axel Kutsch. Festschrift zum 70. Geburtstag. Gedichte mit einem Geleitwort von Amir Shaheen, hg. v. Adrian Kasnitz, 14 Seiten, Preis: 6,- € 

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