Ein Berg Schwimmwesten

„Am Beginn dieses Prosagewebes liegt ein Berg Schwimmwesten, von Flüchtlingen an einem griechischen Strand zurückgelassen. Sein roter Faden zieht sich um den ganzen Globus, durch Museen und Mythologien; er verstrickt Textilperformance mit gefärbten Lämmern, Tänze, die Weberei nachahmen mit Tauf- und Hochzeitskleidern oder Totenhemden, trennt alte Kleider von Altkleidern“, so fasst Michael Helming Rettungswesen von Johanna Dombois in der Zeitschrift Lichtwolf  (67/2019) zusammen.

Cover Dombois

Poetische Motivkette

„Der poetische Prozess kann sich an ein paar Fragmenten mündlicher Rede entzünden, an Funden im Wörterbuch oder am taktilen Kontakt mit Naturstoffen oder Alltagsgegenständen. Und dann entfaltet sich mit immensem Sprachwitz und ebensolcher Assoziationskraft eine genuin poetische Motivkette“, schreibt Michael Braun in seiner Besprechung des Bandes eins: zum andern von Karin Fellner im Deutschlandfunk. Und weiter:
„So etwa in einem Gedicht, das sich mit der lautlichen Nähe der Wörter ‚Gelingen‘ und ‚Lehrlingin‘ befasst: ‚ha! habe kein Gelingen. Lehrlingin bleib ich von/ Pilzpartnern, Algenpartnern, Mitfellträgern, d.i./ Filets häkelnd, Filiationen/ entsprechen nicht notwendigerweise den/ Hüllen, Hymnen, Hymen, Hieroglypen, Hyphen.'“

Cover Fellner eins

Körper im ausgedehnten Raum

„Die Dichterin Kinga Tóth wird auf dem Tänzer sitzend vorwärtsbewegt. Sie rezitiert ihre Gedichte von Geräuschen durchzogen und streckt die Buchstaben lang, die sich mit einem Ping-Pong-artigen Zählen, das Entfernungen überbrückt, vermischen. So wird der Raum ausgedehnt, was zu dem atmosphärischen Zeitempfinden des Stückes beiträgt. Wie bei einem organischen System scheinen die Aufgaben verteilt und der alles ein- und umfassende Körper ist trotzdem gleichzeitig spürbar“, schreibt Elisabeth Leopold auf tanznetz.de über die Performance excyte beim poesiefestival in Berlin.

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