Thomas Podhostnik: Unter Steinen

Es gibt bessere Zeiten, um eine Neuerscheinung anzukündigen. Dieses Buch ist aber schon lange vorbereitet. Auch an den kommenden Büchern arbeiten wir weiter, passen aber eventuell die Erscheinungstermine an die jeweilige Situation an.

Der Prosaband Unter Steinen von Thomas Podhostnik kommt fast ohne Subjekt aus und ist trotzdem die Schilderung einer Gefangenschaft im Ego-Wahn. Was kommt darunter hervor, wenn man den Stein anhebt? Jemand lauscht den Rettungsmaschinen, aber nicht mehr dem eigenen Denken. Was ist da verschüttet worden und welche Katastrophe ging dem voraus? Jemand spricht und tötet durch geknickte Leitungen hindurch mit Worten, um selbst zu überleben. Und was hat eigentlich Gregor Samsa geträumt, bevor er aus unruhigen Träumen erwacht ist? In den filigranen Bleistiftzeichnungen von Johanne Ritter werden Todesmotivik und ein Heizkörper solange variiert und verwandelt, bis die Zeichen sich befreien und ein eigenes, fast erotisches, jedoch auch insektenhaftes Eigenleben beginnen.

Thomas Podhostnik: Unter Steinen. Prosa mit Zeichnungen von Johanne Ritter, 42 Seiten, Preis: 10,- € (paradosis Bd. 15) – ab sofort lieferbar

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Thomas Podhostnik wurde 1972 in Radolfzell am Bodensee als Sohn jugoslawischer Gastarbeiter geboren. Er machte eine Lehre zum Speditionskaufmann, dann eine Ausbildung zum Regieassistenten am Teatro Nacional de Cuba. Er studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Thomas Podhostnik verfasst Prosa und experimentelle Prosa, die in Einzeltiteln, Anthologien und Literaturzeitschriften wurden. Er lebt in Leipzig.

Johanne Ritter wurde 1984 in Neubrandenburg geboren. Sie machte eine Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin, studierte Illustration an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, der Burg Giebichenstein in Halle (a.d. Saale) und der Akademia Sztuk Pięknych in Krakau, Polen. Sie zeichnet, illustriert und gestaltet Geschichten, Gebrauchsgrafik und Ausstellungen.

Wälzen, rollen, kauen

„Das Wälzen oder Rollen eines Steines, das Abgeben eines eigenen Antriebes, durchzieht Künstliche Tölpel (…) Der zweitteilige Text (…) lebt auch stilistisch von einem Kauen bzw. Wälzen. Lange Sätze beschreiben gewollt umständlich das zielbefreiende Denken Laszlos, der (…) beschließt Stein am Rheinufer zu werden“, schreibt Jonis Hartmann auf Fixpoetry über Dominik Dombrowskis Erzählung. „Ein echter Runterzieher, schön (…), federleicht und galgenhumorig, trotz des schweren Bluts.“

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Dominik Dombrowski: Künstliche Tölpel

Drei Gedichtbände hat der Bonner Schriftsteller Dominik Dombrowski bereits veröffentlicht, dazwischen immer wieder auch Kurzgeschichten geschrieben. Mit der Erzählung Künstliche Tölpel erscheint aber erst jetzt sein Prosadebüt. Darin bricht Laszlo seinen Urlaub auf Korfu ab, kehrt an den Rhein zurück, wo er sich in einen Stein verwandelt. Dombrowskis Text ist eine Reflexion über Sein und Zeit in einer beschleunigten Welt.

„Ich habe ohnehin eine Neigung zum Erzählgedicht“, sagt Dominik Dombrowski. „In Künstliche Tölpel nahm ich mir die Freiheit, diese ausufern zu lassen. Heraus kam diese kleine satirisch-tragische Geschichte, nicht depressiv, aber vielleicht eine Depressionsparabel. Unlogisch, absurd, märchenhaft, beruht sie auf wahren Begebenheiten.“

Dominik Dombrowski: Künstliche Tölpel. Erzählung, 60 S., Preis 10,- € (paradosis, Bd. 13) – ab sofort lieferbar

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Dominik Dombrowski, geb. 1964 in Waco, Texas/USA. Lebt in Bonn. Studium der Philosophie und Literaturwissenschaften. Seit 2013 veröffentlichte er die drei Lyrikbände Finissage, Fremdbestäubung (beide parasitenpresse) und Fermaten (edition Azur). Er wurde mit diversen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem zweiten Preis beim Lyrikpreis München und dem Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Edenkoben (2015).

Zerebraler Kontaktaufbau

„Fiebigs Lyrik ist lyrisch und kantig zugleich“, schreibt Martin Schmidt über nach dem nachkrieg in a3kultur, dem Feuilleton für Augsburg, „die Gedichte sind ein emotionaler und zerebraler Kontaktaufbau mit einem Steingebäude, das vor Historie flirrt. Fiebigs Worte sind eine Deutschstunde im doppelten Sinne: Geschichte, Gedichte, (alte und neue) Gewichte.“

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Rezension: Privatnachrichten an Lem #2

„Aber auch das ist keine vollständig richtige Beschreibung, denn viele der Texte springen uns eben nicht ganz und gar fertig aus dem Buch entgegen. Als wäre ein Wort ein Stein und die Fläche Papier, die wir da zwischen unseren beiden Händen halten, eine gefrorene Wasserfläche, entstehen die Texte bisweilen wie unvorhersehbare und dabei doch folgerichtige Muster“, schreibt Dirk Uwe Hansen über Privatnachrichten an Lem in einer Besprechung für das Signaturen-Magazin, die hier nachzulesen ist. Das Buch gibt es natürlich direkt bei uns.

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