Bernd Lüttgerding: Stäubungen

Mit Stäubungen, dem 39. Band unserer Lyrikreihe, stellen wir den Dichter Bernd Lüttgerding vor. Lüttgerding bewegt sich in seinen Texten zwischen dem „verkommenen Dorf“ und der Großstadt, sondiert und inspiziert mit sprachlichen Mitteln das Terrain, sowohl das existierende als auch das imaginierte. Manchmal sind seine Texte knapp, manchmal üppige Langgedichte, aus denen Sprache und Welt hervorquellen.

Bernd Lüttgerding: Stäubungen. Gedichte, 14 Seiten, Preis 6,- € (Lyrikreihe Bd. 039) – erscheint heute!

lr039 Lüttgerding_kleen

Bernd Lüttgerding, geboren 1973 in Peine, lebt seit 2008 in Belgien (Brüssel, Antwerpen). Nach ausschweifenden geisteswissenschaftlichen Studien arbeitete er als Gärtner, im antiquarischen Buchhandel, Skriptschreiber für TV-Produktionen und – zur Zeit – als Techniker in einem Museum. Einige seiner Gedichte wurden in Zeitschriften publiziert, zuletzt in Abwärts, in Sachen mit Woertern und On peut se permettre (Brüssel). Derzeit schreibt er an seinem zweiten Roman.

Advertisements

Fluoreszierende Bojen

„Die ungarische Dichterin Kinga Tóth (…) ist eine Alchemistin der Wörter. Wie Alfred Döblin in seinem Prosakoloss Berge Meere und Giganten verschmilzt sie in ihren Gedichten Fragmente von menschlichen und künstlichen Stoffen zu neuen Figuren“, schreibt Nico Bleutge in der Stuttgarter Zeitung (4.8.17). Und weiter: „Man fragt sich mit den Gedichten: ‚was ist ihre materie‘? Ganz gewiss die Sprache. Eine Sprache, die Tóth in Schaufenstern, in Lexika, ja, noch im unscheinbarsten Beipackzettel findet. So entstehen Gedichte, die an jene ‚fluoreszierenden bojen‘ erinnern, von denen einmal die Rede ist, poetische ’neonstangen‘ aus Schwingung und Klang.“
kinga_cover-kopie

Bastian Schneider: Irgendwo, jemand

Aus zwei Zyklen besteht Irgendwo, jemand, der erste Lyrik-Einzeltitel von Bastian Schneider. Die Gedichte nähern sich dem großen Thema dieser Tage, Wochen, Jahre – Flucht und Migration, und wie wir uns hier dazu verhalten, wie wir darüber reden und was wir tun, oder eben nicht. Die Texte sind der Versuch, eine Sprache zu finden angesichts einer globalen Herausforderung, der man bisher nur unzureichend gerecht geworden ist.

An einer Hauswand steht // Zugvögel raus / irgendwo sind Menschen auf der Fahrbahn / das Mittelmeer ist eines der kleinsten Weltmeere / jemand spricht von sicheren Staaten / Menschen und Zugvögel kann man verwechseln, manchmal (…)

Bastian Schneider: Irgendwo, jemand. Gedichte, 14 S., 6,- € (Lyrikreihe Bd. 38) – ab heute lieferbar

lr038 Schneider_kleen

Bastian Schneider, 1981 in Siegen geboren. Studium der Psychologie sowie der deutschen und französischen Literatur in Marburg und Paris. Studium der Sprachkunst in Wien. Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln (2016). Vom Winterschlaf der Zugvögel (Sonderzahl 2016). Lebt in Köln und Wien.

Lingo der Planschmuffen

„Wir bauen eine Stadt ist ein forderndes Gemisch aus technifizierter Sprache, beobachtend wiedergegeben, voller Abkürzungen, Gebrauchsanleitungen und Baustellenprotokollen, wie ein Sprachdiebstahl aus einer lingo der Betonrüttler und Planschmuffen zusammenkomponiert und vorgeblendet, einerseits, und menschlichen Handlungen innerhalb der Konturen dieser Welt andererseits, wie Erinnerungen, Bewegungen mit Fährten und Spuren unsichtbarer Gefühle. Konsequent durchgebildet, schlicht: eine Form des konzeptuellen Dichtens, vielleicht ein Konzeptalbum“, so lautet das Fazit über den Gedichtband von Kinga Tóth, das Jonis Hartmann für Fixpoetry zieht. In ganzer Länge ist es hier nachzulesen.

kinga_cover-kopie

 

Kinga Tóth: Wir bauen eine Stadt

Die Gedichte von Kinga Tóth sind Texte, in denen Sprache die wahre Bauherrin ist. Sprache, die ihre Bausteine überall aufsammelt und zu einem geschlechtslosen Mensch-Maschine-Artefakt zusammenbaut. Menschen werden darin roh zu Maschinen verformt. Werkzeuge, Instrumente werden körperlich, menschlich, ändern ihr grammatikalisches Geschlecht. Maschinensprache, Sprache aus technischen Übersetzungen und Bedienungsanleitungen oder Forschungsliteratur fließt ein, dominiert. Die Texte sind durchsetzt von Abkürzungen, Neologismen, Fake-Termini. Die Welt der Maschinen ist kühn, unterkühlt, handelt in Bruchteilen von Sekunden und kennt keine Bedenken, hat kein Gewissen.

Kinga Tóth: Wir bauen eine Stadt. Gedichte mit Illustrationen der Autorin, 64 Seiten, Preis: 10,- € (erscheint am 22. September 2016)

kinga_cover-kopie

Kinga Tóth, geb. 1983, lebt in Ungarn und Deutschland. Sie ist Sprachwissenschaftlerin, (Klang-)Poet-Illustratorin und Kulturmanagerin. Sie arbeitet als Journalistin und ist Lektorin für  Kunstmagazine. Darüber hinaus ist sie Songwriterin und Frontfrau des Tóth Kína Hegyfalu-Projekts. Sie schreibt auf Deutsch, Ungarisch und Englisch, ihre Texte inszeniert sie als Performance und Installationen. Zuletzt war sie u.a. Stipendiatin der Bosch-Wimmelforschung, der Akademie Solitude und der Villa Rosenthal. Zu ihren Publikationen zählen folgende Gedichtbände mit Illustrationen: Zsúr (Ungarisch), ALL MACHINE/ Allmaschine (Ungarisch/Deutsch), VILLAGE 0-24 (Englisch). www.tothkinga.blogspot.de