Artur Becker: Bartel und Gustabalda

Neue Gedichte von Artur Becker versammelt der Band Bartel und Gustabalda. Die Gedichte führen uns in die Wälder Masurens, die niedersächsische Tiefebene oder auf Venedigs schwankende Gondeln. Auf der nie endenden Suche nach Schönheit und Liebe in dieser vertrackten Welt ist sich Becker immer um die schwierige Geschichte bewusst, die unter unseren Füßen liegt, und greift metaphysische Fragen auf.

„Der masurische Akzent verweist auf das Wesentliche der Beckerschen Lyrik: Sie ist gespickt mit für die deutsche Literatursprache ungewöhnlichen neuen Bildern, sie ist als Vorlage für Lieder geeignet und sie wartet mit über das Konkrete hinausgehenden Perspektiven auf. Seine Gedichte sind also nicht nur nützlich für unseren Kram auf der Erde, sie weisen darüber hinaus“, schrieb Bernd Gosau über Beckers Gedichte.

Artur Becker: Bartel und Gustabalda. Gedichte, 140 S., Preis: 14,- € – ist ab sofort lieferbar

Cover Becker 19Aug Kopie

Artur Becker, geb. 1968 in Bartoszyce (Masuren), lebt seit 1985 in Deutschland. Becker schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte und Essays. Zuletzt veröffentlichte er den Roman Drang nach Osten bei weissbooks.w, wo viele seiner Romane und Essays erschienen sind. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Adalbert-von-Chamisso-Preis und dem Dialog-Preis.

Poetische Motivkette

„Der poetische Prozess kann sich an ein paar Fragmenten mündlicher Rede entzünden, an Funden im Wörterbuch oder am taktilen Kontakt mit Naturstoffen oder Alltagsgegenständen. Und dann entfaltet sich mit immensem Sprachwitz und ebensolcher Assoziationskraft eine genuin poetische Motivkette“, schreibt Michael Braun in seiner Besprechung des Bandes eins: zum andern von Karin Fellner im Deutschlandfunk. Und weiter:
„So etwa in einem Gedicht, das sich mit der lautlichen Nähe der Wörter ‚Gelingen‘ und ‚Lehrlingin‘ befasst: ‚ha! habe kein Gelingen. Lehrlingin bleib ich von/ Pilzpartnern, Algenpartnern, Mitfellträgern, d.i./ Filets häkelnd, Filiationen/ entsprechen nicht notwendigerweise den/ Hüllen, Hymnen, Hymen, Hieroglypen, Hyphen.'“

Cover Fellner eins

Auftauchen auf der geschönten Oberfläche

„Winters Gedichte sind von einer anderen Qualität. Sie sind nicht eingeschliffen und, obwohl Schönheit für Winter wichtig zu sein scheint, nicht schön, nicht blank oder glänzend. Und das ist gut so!“ schreibt Eric Giebel auf dem literarischen Blog Vitabu Vingi über Enrique Winters Oben das Meer unten der Himmel. Giebel sieht in den Gedichten eine Repetition des Fragmentarischen, in der der Untergrund oder Hintergrund plötzlich wieder auftaucht auf der geschönten Oberfläche. „Ich spüre eher noch den Anteil der Last, der sich aus der Erinnerung ergibt. Winters Gedichte haben ein Gedächtnis und blicken doch nach vorne.“ Der ganze Text ist hier zu finden.

Cover Winter

Vera Zlatic: Reise in den Schweiss

„Da liegt ein Stück Taube“, heißt es in einem der Gedichte der Kölner Dichterin Vera Zlatic und dieser Vers könnte für alle stehen. Da liegt ein Stück Text. Als ein Teil vom Ganzen hat das Stück aber auch für sich genommen einen Anspruch auf Schönheit oder doch zumindest eine gewisse Existenz-Berechtigung. Die Schönheit ist hier nämlich häufig nur Fassade, Badeanzug, Oberfläche und läuft Gefahr, in Stücke gerissen zu werden.

In unserer Heft-Lyrikreihe sind bislang 41 Titel erschienen. Diese werden wir auch künftig fortsetzen, aber in einem anderen Tempo als bisher. Statt dessen erscheinen einige Titel in der neuen Lyrikreihe, die mit Reise in den Schweiss als Band 101 beginnt.

Vera Zlatic: Reise in den Schweiss. Gedichte, 32 Seiten, Preis 7,- € (Lyrikreihe Bd. 101) – ist ab sofort lieferbar

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Vera Zlatic, geboren 1992, lebt in Köln. Sie studiert an der Kunstakademie Düsseldorf. Reise in den Schweiss ist ihr erstes Buch.


Luise Boege: Exorzismus in Polen Die Schönheit der Wüste

Mit Exorzismus in Polen Die Schönheit der Wüste von Luise Boege setzen wir paradosis, unsere Reihe für offene Textformen jetzt neu als Taschenbuch fort. Latenz und Varianz, Durchstreichung und copy and paste, sind die Verfahren dieses Prosatexts, in dem es um schwarze Löcher geht, um Kommunikationsmedien und Kommunikationsschlaufen, um generationale Neurosen und Beziehungen in ihren zeittypischen Erscheinungsformen.

Es war kurz vor halb 4, als Mama die Wohnung in der Könneritzstraße 98 in Leipzig verließ. Die Verkatertheit des Morgens hatte bereits begonnen, sich in die Angetrunkenheit des Abends zu verfransen.

Luise Boege: Exorzismus in Polen Die Schönheit der Wüste. Prosa (paradosis Bd. 11), 52 Seiten, Preis: 10,- — ist ab sofort lieferbar

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Luise Boege, geboren 1985 in Würzburg. Studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig sowie Literaturwissenschaft in Erfurt. Veröffentlicht Prosa und Lyrik. Als Einzeltitel erschienen bislang Kaspers Freundin (2015) und Bild von der Lüge (2017) bei Reinecke&Voß.