Ein Berg Schwimmwesten

„Am Beginn dieses Prosagewebes liegt ein Berg Schwimmwesten, von Flüchtlingen an einem griechischen Strand zurückgelassen. Sein roter Faden zieht sich um den ganzen Globus, durch Museen und Mythologien; er verstrickt Textilperformance mit gefärbten Lämmern, Tänze, die Weberei nachahmen mit Tauf- und Hochzeitskleidern oder Totenhemden, trennt alte Kleider von Altkleidern“, so fasst Michael Helming Rettungswesen von Johanna Dombois in der Zeitschrift Lichtwolf  (67/2019) zusammen.

Cover Dombois

Blaukraut bleibt

„Mit Verve überbrückt sie die Distanzen zwischen Guatemala und Athen, Kassel, Lesbos und Smyrna, Meer und Himmel. Immer wieder kreuzen Flüchtlinge die Wege der Beobachterin. Dass sie sich so oft an Transitorten wiederfindet, ist kein Zufall. Für Michel Foucault etwa war das Schiff die Heterotopie par excellence. Der Ethnologe Marc Augé wiederum nannte den Flughafen als typischen Nicht-Ort, als Ort ohne Geschichte und gewissermaßen ohne Eigenschaften“, schreibt Jana Volkmann in der aktuellen Ausgabe des Freitag (50/2018) über Rettungswesen von Johanna Dombois. Und weiter: „Wenn sie anhand der Rettungswesten das Ankommen der Kriegsflüchtlinge in Griechenland erzählt, bedient sie sich einer Kulturtechnik, die man seit dem sogenannten Material Turn in vielen Geisteswissenschaften findet: Sie rückt die Dinge in den Mittelpunkt und betrachtet sie als Träger von Wissen über die Gesellschaften, die sie herstellen, verwenden und sich wieder von ihnen trennen – wie im Falle der entsorgten Rettungswesten.“ Den ganzen Text gibt es hier nachzulesen.

Cover Dombois