Federung, komplementär

„Wenn nun zwei gleichzeitig dasselbe sagen – so will’s der Volksmund –, bleiben sie ein weiteres Jahr zusammen. Hier bezeugen sie dabei einzig jenes Bezogen-Sein selbst, worin jeder den anderen als ‚Ko(mplementär)‘ schätzt. So ist diesem Bekenntnis vieles ergänzend hinzuzudenken: die Abgeklärtheit des Zen ins Kosen, Bücher (lat. libri) in die flirrend-flüchtige Augenweide eines Vogel-Winzlings und mitunter eben auch mut- oder böswillige Koboldhaftigkeit (von k.o., Koitus oder Kohinoor ganz zu schweigen …). Fest steht allein, DASS beide sich wechselseitig ergänzen und in allen Gravitationen des Lebens abfedern. Derart beziehungs-weise ist die anderweitige Welt leider selten“, schreibt Pia-Elisabeth Leuschner über eins: zum andern von Karin Fellner in der aktuelle Ausgabe von Literatur in Bayern (137/2019).

Cover Fellner eins

GWK-Literaturpreis für Georg Leß

Den GWK-Literaturpreis erhält in diesem Jahr Georg Leß. Der Preis zeichnet jüngere Autor/innen mit Nordrhein-Westfalen-Bezug aus und hat immer ein gutes Händchen für aktuelle Lyrik. Georg Leß teilt sich den Preis mit der Romanautorin Susan Kreller. Die Preisverleihung findet am 30. November 2014 in Bielefeld statt.

Georg Leß, der heute in Berlin lebt, wurde 1981 in Arnsberg geboren. In seinen Gedichten thematisiert der Lyriker die Bedrohung und das Zerbrechen der personalen Existenz und des Verstehens sowie die Mechanismen, beides aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Worüber er spricht, mache er, so die Jury mit Dr. Pia-Elisabeth Leuschner vom Lyrikkabinett in München, der Luxbooks-Verlegerin Annette Kühn aus Wiesbaden und dem Hochschullehrer Dr. Jürgen Gunia von der Universität Münster, zugleich intensiv spürbar in so konzentrierten wie offenen, so originellen wie suggestiven und nachhaltigen Bildern, in unverwechselbar eindringlichem Ton und schmerzlichen Brüchen in Bildfolge und Satzbau. Wir freuen uns mit Georg Leß und gratulieren ihm herzlich!

Georg Leß
Georg Leß

Schlachtgewicht