Kleines osteuropäisches Bücherpaket

Mit dem kleinen osteuropäischen (oder ostmitteleuropäischen) Bücherpaket entführen wir mit Arvis Viguls, Die Handschrift einer Nadel, nach Lettland, mit Kinga Tóth, Party, ins ländliche Ungarn und mit Christoph Georg Rohrbach, O., in die deutsch-polnisch-tschechische Grenzregion. Das Bücherpaket gibt es für 28,- €, eine parasitäre Umhängetasche gibt es als Geschenk dazu. Einfach in unserem Buchladen bestellen. Weitere Titel aus Osteuropa folgen im Sommer.

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Kinga Tóth: Party

„In diesem kleinen Horrorbuch habe ich über viele Tabus in meinem Land geschrieben: über die Probleme von Queers, über Rassismus. All das, worüber man nicht sprechen kann oder soll. Problematisch ist aber auch, dass man in Ungarn derzeit nicht genau weiß, wann man ein Tabu angreift, weil die Regeln sich immer verändern – wie in meinem Buch. Party handelt von einer Welt, in der die Regeln sich immer wieder verschieben und man nie weiß, ob man der Spielleiter oder nur ein Mitspieler, Gewinner oder Verlierer ist“, schreibt Kinga Tóth über ihr neues Buch.

Die illustrierte Sammlung basiert auf Kinderreimen, die Kinga Tóth sich aneignet, indem sie sie verzerrt und verkehrt. Ein wiederkehrendes Element darin ist der Bezug zur Tierwelt, vor allem zu Nutztieren der Landwirtschaft. Im Zusammenhang mit den übergreifenden Themen Gewalt und Macht im Spiel, die Party insgesamt durchdringen, wird aus dem Schwein ein Symbol gesellschaftlicher Strukturen. Die landwirtschaftliche Tradition zählt neben der christlichen zu den wichtigsten Grundfesten der nationalen und kulturellen Identität Ungarns. Heute erfolgt ihre Repräsentation häufig im Sinne einer Romantisierung: das Land als Idyll, Zuflucht und Kern eines bodenständigen, autonomen Daseins. Gegenwärtig schlägt aber die wirtschaftliche Notlage der ungarischen Nation vor allem in den ländlichen Gegenden zu Buche. Fremdenhass, insbesondere der Antiziganismus, und ein Traditionalismus, der zum Nationalismus tendiert, florieren.
Kinga Tóth: Party. Gedichte und Zeichnungen, 60 S., Preis: 10,- € – ist ab sofort lieferbar
Cover Tóth Party
Kinga Tóth, geb. 1983, lebt in Ungarn und Deutschland. Sie ist Sprachwissenschaftlerin, (Klang-)Poet-Illustratorin und Kulturmanagerin. Ihre Texte inszeniert sie als Performance und mit Installationen. Preise und Stipendien: Iowa Writer Academy, LCB, Bosch-Wimmelforschung, Solitude Akademie, Havirov, Visegrad-Bratislava, Eduard-Rosenthal-Stipendium, GEDOK, Hazai-Attila-Preis für Literatur. Zu ihren Publikationen zählen Gedichtbände (auf Ungarisch, Deutsch und Englisch) mit Illustrationen: Zsúr (Party, Prae, 2013), ALL MACHINE/Allmaschine (Akademie Schloss Solitude, Magvet), Village 024 (Melting Books), Mondgesichter (Magvet, 2017), Flugschrift-Sprachbau (2018). In der parasitenpresse erschien Wir bauen eine Stadt (2016). Zur Zeit ist sie Stadtschreiberin in Graz und arbeitet an neuen Text-Klangprojekten.

Was wir vorhaben (2019)

Ins neue Jahr starten wir mit zwei Büchern. Als Lyrikheft erscheinen die Gedichte der Angst der Münchner Musikerin und Texterin Mira Mann, die sich darin mit einer sehr persönlichen Erfahrung von Krankheit und Verunsicherung auseinandersetzt. Mit dem Gedichtband Die Handschrift einer Nadel des lettischen Dichters Arvis Viguls (in der Übersetzung von Astrid Nischkauer) schauen wir nach Osteuropa, das uns im kommenden Jahr mehr beschäftigen wird – Gedichtbände von Lidija Dimkovska und Artur Becker folgen später im Jahr. Im beginnenden Frühjahr erscheinen dann neue Gedichtbände von Kinga Tóth (Party) und Karin Fellner (eins: zum andern). Das Prosadebüt Künstliche Tölpel von Dominik Dombrowski erscheint in der Reihe paradosis. Natürlich wird das Kalendarium von Adrian Kasnitz fortgesetzt, dessen 5. Teilband wir erwarten. Und schließlich erscheint als künstlerische Sonderausgabe Der rote Fuchs von Bernd Lüttgerding. Auf viele Begegnungen mit Euch / Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, freuen wir uns schon sehr!