Ketten und Strippen

„In Cadenas’ Texten sind Gepäckstücke selbst Ketten, die an die Vergangenheit binden“, schreibt Nora Zapf im Signaturen-Magazin über Klagelieder im Gepäck von Rafael Cadenas. „Die traurige Musik, sp. Tristias, nach den Exilbriefen Ovids (Muchas Tristias llevas), viel Trauriges, viele Trauerlieder trägst du mit dir, also dem sp.triste (‚traurig‘) verwandt, ist nicht stumm zu kriegen, heißt Fremde, zeichnet dich aus als Fremdling, durch dessen Blut Exil rennt (En nuestras venas corre exilio). Hier im Limbus sind Menschen angestellt, die vergessen sollen, es aber nicht wollen oder können. Wo sind sie angestellt? Bei Apparaten, politischen Maschinerien, Systemen, die Strippen ziehen heimlich im Hintergrund, befehlgebende Absenz.“

Cover Cadenas

Unerhörte Verästelungen

„Die Vielschichtigkeit lädt ein zu wiederholter Lektüre, zur Freude daran, sich hineinnehmen zu lassen in unerhörte Laut- und Sachverästelungen oder ungewohnte grafische Gliederungen. Es wird gehüpft und die schsch bra-brach-e zerteilt, es wird oft an- und hintergefragt und laut gerufen“, schreibt Vera Schindler-Wunderlich in einer Besprechung von Karin Fellners eins: zum andern in der Schweizer Literaturzeitschrift Orte. Und weiter: „vielmehr zeigt die Dichterin, wie viele verrückte Ordnungs-Spiel-Möglichkeiten die Welt hat und wie diese zusammengebracht werden können“.

Die ganze Besprechung ist hier nachzulesen: Orte_Schindler_Okt.2019.

Cover Fellner eins

 

Idylle und Gefahr

„Das Nebeneinander von Idylle und Gefahr, vom unterschiedlichen Umgehen der Menschen mit Tieren (und umgekehrt) und miteinander zeigt sich an [dem Gedicht] ‚Entzündungswert‘ in einer Weise, an der Ovid sicher ebenso seine Freude gehabt hätte“, schreibt Dirk Uwe Hansen in seiner Besprechung des Bandes Schlachtgewicht von Georg Leß. Nachzulesen ist der Text im Signaturen Magazin, bestellen kann man ihn direkt bei uns.

Schlachtgewicht