Andre Rudolph: Ich bin für Frieden, Armut und Polyamorie – welche Partei soll ich wählen?

„hallo!“, sagt das Ich in Ich bin für Frieden, Armut und Polyamorie – welche Partei soll ich wählen?, meldet sich zurück, sagt es mehrmals und bittet um Aufmerksamkeit. Die neuen Gedichte des mehrfach ausgezeichneten Dichters Andre Rudolph handeln von der Sinnsuche in einer unsicher gewordenen Welt, in der der Kapitalismus noch einmal versucht, die letzten Reserven aus Natur, Mensch und Welt herauszupressen. Wo steht da der Einzelne? Wie kann er neu beginnen, wenn er schon gescheitert ist? Gibt es Frieden? Ist Liebe möglich? Schließen sich Armut und Glück aus oder bedingen sie sich erst? Immer balancieren die Gedichte zwischen ironischem Spiel, Zynismus, Witz und Menschenfreundlichkeit, springen von Wort zu Wort, hangeln sich an einzelnen Silben, bis sie neu aufgetrennt und zusammengesetzt werden. Das Spiel ist kein Selbstzweck sondern Rettungsstrategie.

Andre Rudolph: Ich bin für Frieden, Armut und Polyamorie – welche Partei soll ich wählen? Gedichte, 94 Seiten, Preis: 12,- € – ab sofort lieferbar

Cover Rudolph kladde

Andre Rudolph, geb. 1975 in Warschau, aufgewachsen in Leipzig. Zwischen 2009 und 2015 erschienen drei Gedichtbände von ihm im Luxbooks-Verlag (Wiesbaden). Lebt in Caputh am Schwielowsee.

Rasmus Nikolajsen: was sollen wir mit all der schönheit?

Das Langgedicht was sollen wir mit all der schönheit? des dänischen Schriftstellers Rasmus Nikolajsen schaut den Blättern beim Fallen zu und widmet sich – ausgehend von den Themen Natur, Herbst und Schönheit – der Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Tod, nach Einsamkeit und Verlorenheit in der Gesellschaft, nach der Sehnsucht nach Freundschaft und Gemeinschaft. Ins Deutsche übertragen wurde der Text von der Übersetzerin Sarah Fengler, die für uns schon Gedichte in der Dänemark-Anthologie Hier habt ihr mich übersetzt hat.

… und du stehst da, im flur zwischen

schlaf- und badezimmer, und bist

gerade aufgewacht, nicht ganz /

wach, und ich gehe zu dir hin

und umarme dich, und du hast

etwas aufgelöstes vom schlaf

an dir, und während ich dich im

stehen halte, verschwinde ich

mit in dem aufgelösten, und

mir kommen zweifel, wer wer ist,

und wir stehen eine weile /

da, miteinander verfilzt, …

*

Rasmus Nikolajsen: was sollen wir mit all der schönheit? Herbstgedicht, aus dem Dänischen von Sarah Fengler, 70 Seiten, 12,- € – ab sofort lieferbar 

(Hinweis für Abonnent*innen: Sonderausgabe, nicht im Abo enthalten)

Cover Nikolajsen 4

Rasmus Nikolajsen, geb. 1977 in Kopenhagen, studierte Literaturwissenschaft und debütierte im Jahr 2000. Seitdem hat er neun Lyrik- und drei Prosabände veröffentlicht. Für seine Texte erhielt er u.a. einen Ehrenpreis der dänischen Kunststiftung Statens Kunstfond und den renommierten Kritikerprisen. Sein Langgedicht was sollen wir mit all der schönheit? (hvad skal vi med al den skønhed?) erschien in Dänemark im Verlag Rosinante (2018). Gedichte aus dem Band Tilbage til unaturen finden sich schon in der Anthologie Hier habt ihr mich (parasitenpresse 2017).

Sarah Fengler, geb. 1997 in Frankfurt am Main, studierte Politikwissenschaft, Skandinavistik und Literaturwissenschaft. Sie übersetzt aus dem Norwegischen und Dänischen. Für die Dänemark-Anthologie Hier habt ihr mich übersetzte sie neben Rasmus Nikolajsen auch Texte von Naja Marie Aidt.