Scharfkantiges Kalk

„Ein idealisiertes, romantisierendes Bild mit Zusätzen von Arbeiterviertel-Folklore zeichnet Alexander Estis jedenfalls ganz und gar nicht“, schreibt Hans-Willi Hermans in einem Bericht über die Buchvorstellung der Legenden aus Kalk im Kölner Stadt-Anzeiger (14./15.4.22). „Repräsentativ für das ganze Viertel sollen die versammelten Geschichten ausdrücklich nicht sein. Doch man wundert sich schon, wie unterschiedlich die Einstellungen und Perspektiven der Menschen sind, die er – mit dem Blick des Literaten – meist spontan und intuitivan gesprochen und gebeten hat, eine persönliche Geschichte über Kalk zu erzählen. Die hat Estis häufig noch überarbeitet, Namen und andere, leicht identifizierbare Details verändert. Als Veedelsschreiber unterwegs war er (…) Vorgesehen war zunächst eine Dauer von knapp zwei Monaten, doch Alexander Estis (…) blieb ein knappes Jahr. Was im voll besetzten Sünner-Keller natürlich für viel Applaus sorgte. Ob er denn nach all den Monaten den Stadtteil Kalk auf einen Begriff bringen, ihn in einem Satz zusammenfassen könne, wird der Autor gefragt. Nein, antwortet der, mit jedem Gespräch sei das schwieriger geworden, sei ihm bewusster geworden, wie viele Facetten so ein Veedel hat. An ein Kaleidoskop oder ein Mosaik erinnere ihn das. Man könnte auch an eine Collage denken, bei der die einzelnen Bestandteile ja nicht zueinander passen, sondern häufig ohne Übergänge scharfkantig nebeneinander gestellt sind, und gerade in ihrer Unterschiedlichkeit belassen ein interessantes, manchmal faszinierendes Ganzes ergeben.“

Festival-Bücherpaket ELK 2020

Wer das 2. Europäisches Literaturfestival in Köln-Kalk verpasst hat oder alle Texte noch einmal nachlesen möchte, dem sei das Festival-Bücherpaket empfohlen. Darin enthalten sind Abecedar von Pablo Jofré, was sollen wir mit all der schönheit? von Rasmus Nikolajsen, Wellenlängen deines Liedes von Eleonore Schönmaier, Wilde Tiere von Krišjānis Zeļģis, die Anthologie Was es bedeuten soll mit Texten von Zahava Khalfa, In Frauenkleidung von Zoltán Lesi (erschienen bei mosaik), die neuste Ausgabe der KLiteratur mit Texten von Željana Vukanac, das Kalk Alphabet und der Festival-Reader mit Autorenportraits und Texten aller Autor*innen (inkl. Margarita Athanasiou). Das Paket gibt es zum Preis von 85,- € (Lieferung in D frei haus) und kann nur hier in unserem Buchladen bestellt werden.

Die etwas andere Leipziger Buchmesse 2020

Die Leipziger Buchmesse fällt aus, dennoch laden wir Sie zu unseren Veranstaltungen in der kommenden Woche in Leipzig ein. Unsere Verlagslesung Books and Beers und die Lesungen in der Lyrikbuchhandlung finden statt. Hinzugekommen ist der Leipziger Indie Book Pop Up Store, den wir mit den Kolleg*innen von KLiteratur und Mosaik im Textat am Samstag aufklappen. Auf viele freundliche Begegnungen freuen wir uns!

  • 11.-13.3., 19-01 Uhr / Lyrikbuchhandlung mit Lesungen von Adrian Kasnitz (Do., 23h), Sünje Lewejohann (Do., 23h), Arnold Maxwill (Do., 22h), Andre Rudolph (Fr., 23h) u.a., Rubikon/Tapetenwerk, Lützner Str. 91 (hier können sich noch Lesezeiten ändern)
  • 1.3., 20 Uhr / Leipzig streamt – die lange virtuelle Lesenacht der Bundeszentrale für politische Bildung mit Eva Brunner, Johanna Dombois, Gerald Fiebig, Mati Shemoelof u.a.: online
  • 12.3., 20 Uhr / Indie Nacht mit Bernd Lüttgerding (ab 21.50 Uhr) u.a., Beyerhaus, Ernst-Schneller-Str. 6
  • 13.3., 20 Uhr / Books and Beers  unsere Verlagslesung mit Anna Pia Jordan-Bertinelli, Adrian Kasnitz, Christian Kreis, Sünje Lewejohann, Jonas Linnebank, Bernd Lüttgerding, Arnold Maxwill, Mario Osterland, Elena Pallantza, Thomas Podhostnik und Andre Rudolph, Textat, Erich-Zeigner-Allee 64a
  • 14.3., 15-20 Uhr / Leipziger Indie Book Pop Up Store mit Büchern der parasitenpresse, KLiteratur, Mosaik, Voland&Quist u.a. und einer Ausstellungen mit Arbeiten von Johanne Ritter, Textat, Erich-Zeigner-Allee 64a (im Anschluss: Das Dreieck ist die stabilste Form)

Eine Liste über weitere stattfindende Veranstaltungen führt der MDR.

findet statt