Kleine Roadmovies

Lidija Dimkovska nimmt uns mit in eine Welt, die auch noch viele Jahre nach den Jugoslawienkriegen geprägt ist von den schweren Verletzungen an Körpern und Seelen der Menschen, die in diesen Kriegen gelitten haben. Es sind Gedichte über sie selbst und über Menschen, die Lidija Dimkovska auf der Straße und dem Markt trifft oder die sie als Familienväter, Mütter oder Kinder kennt. Deren Ängste und Traumata, deren Veränderungen und Verstümmelungen fasst sie in Worte, die konkrete Geschichten erzählen, dabei aber immer noch Poesie bleiben“ schreibt Matthias Ehlers über den Band Schwarz auf weiß in einer Besprechung bei WDR5 Bücher. Und weiter: „Lidija schreibt extrem gute Gedichte, die bisweilen wie kleine Roadmovies anmuten und unter die Haut gehen, dabei den Leser aber nicht in den Zustand der Schockstarre versetzen. Fast beiläufig, wie im Vorbeischlendern, erzählt sie in unaufdringlicher, glasklarer, äußerst prägnanter und bilderstarker Sprache die Geschichten, die sich hinter den Menschen und Dingen verbergen, ohne jemals in irgendeiner Form politische Positionen einzunehmen.

Cover Dimkovska

Was wir 2018 vorhaben

Das Jahr 2017 ging für uns mit den beiden Lyrikanthologien aus Griechenland und Dänemark zuende. 2018 starten wir mit einem Relauch unserer paradosis-Reihe, die ja immer für überraschende Textformen offen war, und zwar mit Prosa von Luise Boege (siehe Coverabbildung, Artwork von Mirjam Elburn, erscheint Ende Januar). Neben der Fortsetzung des Kalendariums von Adrian Kasnitz mit dem 4. Teilband, rückt mit Walter Fabian Schmids Debütband auch die Schweiz in unseren Fokus, die bislang unter den deutschsprachigen Ländern fehlte. Überhaupt wird 2018 wieder sehr international. Die erste Jahreshälfte ist südamerikanisch geprägt. Zum einen bringen wir ein Fotobuch mit Straßen-Aufnahmen aus Chile von Manuel Araneda heraus, den wir vor einem Jahr in Santiago kennengelernt haben, gefolgt von Gedichten von Enrique Winter (Chile) und Rafael Cadenas (Venezuela). Neue Gedichtbände aus Belgien, Lettland, Mazedonien und Österreich sind für die späteren Monate des Jahres geplant. Aber auch die hiesige Szene wird natürlich nicht vergessen.

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