Auf den Straßen Santiago de Chiles

„Der Dichter und Fotograf Manuel Araneda sieht nicht weg“, schreibt die Bücherliebhaberin auf ihrem Blog über Die Armutslehre der Bohne, „vielmehr konfrontiert er uns mit der Realität auf den Straßen Santiago de Chiles und dokumentiert zugleich das Leid vieler ChilenInnen. In Schwarz/Weiß und Bunt, so vielseitig wie Armut eben sein kann. Alle Generationen sind davon betroffen und werden von seiner Kamera eingefangen: Männer und Frauen, Kinder – keiner ist ausgenommen! Sie sind Opfer einer Gesellschaft, die knapp 30 Jahre nach der Diktatur Pinochets und einem Jahr unter der zweiten Amtszeit des rechtskonservativen Miguel Juan Sebastián Piñera Echenique keine Chance hat und unter dem Ausverkauf der chilenischen Gesellschaft zu leiden hat.“

Cover Araneda

Südamerikanisches Sommerpaket

Für den Sommer empfehlen wir das südamerikanische Bücherpaket! Darin befinden sich der Fotoband Die Armutslehre der Bohne von Manuel Araneda (Chile) und die Gedichtbände Klagelieder im Gepäck von Rafael Cadenas (Venezuela) und Oben das Meer unten der Himmel von Enrique Winter (Chile).

Einfach unter Buchladen als Sommerpaket zum Preis vom 32,- € (inkl. Porto) bestellen.

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Vorschau: Lateinamerika

Die kommenden Wochen stehen ganz im Zeichen von Lateinamerika. Neben dem lang erwarteten Gedichtband Oben das Meer unten der Himmel des chilenischen Dichters Enrique Winter, den Léonce W. Lupette, Sarah Otter und Johanna Schwering übersetzt haben, der im Mai erscheinen wird, folgt im Juni der Band Klagelieder im Gepäck von Rafael Cadenas aus Venezuela in der Übersetzung von Geraldine Gutierréz-Wienken und Marcus Roloff. Bereits erschienen ist der Bildband Die Armutslehre der Bohne mit Fotos aus Chile von Manuel Araneda. Enrique Winter wird im Mai und Juni in Deutschland auf Tour sein mit einer Release-Lesung in der Buchhandlung Andenbuch in Berlin-Kreuzberg am 31. Mai und weiteren Terminen in Hamburg, Köln und Heidelberg. Klagelieder im Gepäck stellen wir am 6. Juni in der Buchhandlung artes liberales in Heidelberg vor.

Manuel Araneda: Die Armutslehre der Bohne

Der chilenische Dichter und Fotograf Manuel Araneda (Jg. 1986) ist mit seiner Kamera in den Straßen von Santiago de Chile unterwegs und dokumentiert die sichtbare Seite von Armut und das Leben auf der Straße. Seine Bilder zeigen Kinder und Alte, Männer wie Frauen – alle, die nicht nur von einem persönlichen Schicksal gezeichnet sind, sondern die manchmal latent, manchmal sehr offensichtlich als Opfer von historischen und aktuellen Machtstrukturen zu erkennen sind. „Die Porträtierten sind nicht allein“, schreibt Araneda im Begleittext, „da sind ganze Generationen in ihren Blicken.“ Der Titel der Fotos rekurriert auf ein Gedicht des chilenischen Dichters Pablo de Rokha, in dem er von „Rotología“, der Armutslehre der „betrogenen Nation“ spricht.

Adrian Kasnitz, der Herausgeber des Bandes, traf den Fotografen auf einer Buchmesse in Santiago, auf der er von seinen Fotos und dem anderen Blick auf Chile erzählte. Aus der zufälligen Begegnung wurde ein Austausch über Fotografie und Poesie, der in diesem Fotobuch mündet.

Manuel Araneda: Die Armutslehre der Bohne. Fotos aus Chile, 44 Seiten (38 Fotos, schwarzweiß und farbig; Begleittext auf Deutsch, Spanisch und Englisch; Texto en español; Text in English), Preis: 10,- €

Cover Araneda

Manuel Araneda, geb. 1986, lebt als Fotograf, Dichter und Psychotherapeut in Santiago de Chile.

(Hinweis für Abonnenten: Als Sonderdruck ist dieses Fotobuch kein Bestandteil von Abos.)

 

Was wir 2018 vorhaben

Das Jahr 2017 ging für uns mit den beiden Lyrikanthologien aus Griechenland und Dänemark zuende. 2018 starten wir mit einem Relauch unserer paradosis-Reihe, die ja immer für überraschende Textformen offen war, und zwar mit Prosa von Luise Boege (siehe Coverabbildung, Artwork von Mirjam Elburn, erscheint Ende Januar). Neben der Fortsetzung des Kalendariums von Adrian Kasnitz mit dem 4. Teilband, rückt mit Walter Fabian Schmids Debütband auch die Schweiz in unseren Fokus, die bislang unter den deutschsprachigen Ländern fehlte. Überhaupt wird 2018 wieder sehr international. Die erste Jahreshälfte ist südamerikanisch geprägt. Zum einen bringen wir ein Fotobuch mit Straßen-Aufnahmen aus Chile von Manuel Araneda heraus, den wir vor einem Jahr in Santiago kennengelernt haben, gefolgt von Gedichten von Enrique Winter (Chile) und Rafael Cadenas (Venezuela). Neue Gedichtbände aus Belgien, Lettland, Mazedonien und Österreich sind für die späteren Monate des Jahres geplant. Aber auch die hiesige Szene wird natürlich nicht vergessen.

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