Der Kranich kriegt keine Panich

In der Süddeutschen Zeitung bespricht Antje Weber vier Gedichtbände zur aktuellen Lage getreu dem Motto: „Alle Gedichte bleiben geöffnet – auch die hermetischen!“ (Christoph Wenzel). Auch eins: zum andern von Karin Fellner wird darin empfohlen. Fellner „nimmt die Sprache auseinander, spielt mit ihrer Lautgestalt: Sprache wird da schon mal zur ’schsch bra-brach-e‘, wie man überhaupt die wichtigste Botschaft dieser Gedichte in dem Ausruf sehen könnte: ‚Sprahahache, ach! bewegtes Gefilde‘.“ Das Spiel mit der Sprache kann Rückzug sein, aber nicht nur. „Das schließt natürlich den Spaß am Spiel ein, denn immer wieder biegen Fellners Gedichte ‚von der Quetschung in den Quatsch‘ ab: ‚Der Kranich, der Kranich, / der kriecht keine Panich!‘

Cover Fellner eins

Verschlucken und verschlingen

Über stimmapparatvibrato von Walter Fabian Schmid schreibt Frank Milautzcki bei Fixpoetry eine aus führliche Besprechung, die alle Textteile und Illustrationen genau und treffend ins Visier nimmt: „Man beachte: es ist ein buchstabmbett. Da hat jemand sehr genau hingehört und gehört, daß wir oft gar nicht genau hinhören, wenn wir sprechen, daß wir verschlucken und verschlingen beim Raushaun und mmmmmen und nnnnnen und das auch gern vertauschen. Ganz klar erinnert man Thomas Kling, erinnert man Ernst Jandl, aber hat nie das Gefühl im Beerben läge irgendein Makel. Walter Fabian Schmid ist ein Lautmensch, dem die Vokale fehlen, weil der Mensch ins Stottern gekommen ist. Er ist auch ein genauer Schilderer, webt poetische Bilder in die Lautmalereien ein, die tragen, ist konstruktiv zugange in mutiger Abstraktion.“

WF Schmid_Cover