Dieses Buch ist ein Zwitter

„Was ist das für ein Buch und was hat es mit seinem eigentümlichen Titel auf sich? final image, der neue […] Band des Erfurter Dichters Mario Osterland, kommentiert, lyrisch einfühlsam, letzte Bilder von Persönlichkeiten der Pop-Kultur. Ist es also ein Gedichtband, zu dem der Geraer Künstler Alexander Neugebauer Tuschezeichnungen nach Fotografien etwa von Franz Kafka, Marlene Dietrich oder Kurt Cobain beigesteuert hat? Oder ist es eher ein Katalog mit poetischem Begleittext zur aktuellen Ausstellung in der Jenaer Villa Rosenthal?“, fragt Patrick Wilden in einer Besprechung des Bandes bei Fixpoetry. „‚Ein Album‘ lautet der Untertitel des schmalen Bändchens, und so lässt sich immerhin sagen: dieses Buch ist ein Zwitter – und zugleich ein Gang durch 170 Jahre Fotografiegeschichte.“

Cover Osterland final

Ausstellung final image

Über die heute in Jena beginnende Ausstellung final image und das gleichnamige Buch von Mario Osterland und Alexander Neugebauer schreibt Ulrike Kern von der Ostthüringer Zeitung: „Alexander Neugebauer legt sich auf einen Stil fest und wählt dafür Tusche mit seinem tiefen Schwarz und den vielen feinen Untertönen. Fortan zeichnet der Künstler wunderschöne Bilder von Persönlichkeiten wie Paul Cézanne, Marlene Dietrich, Amy Winehouse, Kurt Cobain, Bob Marley. Es sind komprimierte, pointierte Zeichnungen, die markante Züge hervorheben und alles Unwesentliche ausklammern.

Ebenso arbeitet Mario Osterland mit seinen nebengestellten Texten, die meist eine halbe A4-Seite umfassen und als Zwischenform zwischen Lyrik und Prosa einzuordnen sind. Mal formuliert er in treffend-klarer Sprache eine klassische Bildinterpretation, mal sind es Anekdoten oder persönliche Assoziationen. So wird der Betrachter zum Zeugen im Augenblick des Unfalltodes, zunehmender Drogenabhängigkeit oder Magersucht eines sterbenden Stars gemacht. Es sind würdevolle Worte zu stilvollen Illustrationen. 30 Arbeiten haben die beiden in ihrem interdisziplinären Projekt zusammen geschaffen und in ihrem Buch vereint – 16 sind nun Teil der aktuellen Ausstellung in der Villa Rosenthal.“

Zu sehen ist final image vom 4. März bis 6. Mai in der Villa Rosenthal in Jena

Cover Osterland final

Audun Mortensen: Hatte Kurt Cobain eine E-Mail-Adresse?

Der norwegische Schriftsteller Audun Mortensen hat das Internet ausgedruckt. In Hatte Kurt Cobain eine E-Mail-Adresse? erfasst er 387 Ereignisse, die noch nie zuvor in der Belletristik beschrieben wurden: Beispiele und Gegenbeispiele dafür, wie man sich an die Menschheit erinnern wird, wenn sie nicht mehr existiert. Die Postings aus sozialen Medien, die Mortensen zu einem witzigen Gesamtbild arrangiert, hat die Kölner Übersetzerin Anna Pia Jordan-Bertinelli ins Deutsche übersetzt.

»Solche wie er hängen nur im Internet rum.« – Frode Grytten, norwegischer Schriftsteller (Dagens Næringsliv, 6.5.2016)

»Ich habe es noch nie geschafft, etwas von ihm zu Ende zu lesen.« – Marta Norheim, norwegische Kulturjournalistin und Literaturkritikerin (NRK Bok i P2, 11.9.2015).

Audun Mortensen: Hatte Kurt Cobain eine E-Mail-Adresse? Aus dem Norwegischen übersetzt von Anna Pia Jordan-Bertinelli, 82 S., Preis: 12,- € (paradosis Bd. 14) – ab sofort lieferbar

Cover Mortensen

Audun Mortensen, geb. 1985, wohnt in Oslo und hat 10 Bücher (Lyrik und Prosa) im norwegischen Flamme Verlag veröffentlicht. Vor Hatte Kurt Cobain eine E-Mail- Adresse? ist von ihm Žižek’s Jokes (Suhrkamp 2014) auf Deutsch erschienen. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit hat Mortensen künstlerische Werke in der V1 Galerie in Kopenhagen, in der Gagosian Galerie in New York, in der Futura Galerie in Prag und im Hordaland Kunstcenter in Bergen ausgestellt.

Anna Pia Jordan-Bertinelli, geb. 1991 in Aachen, studierte Germanistik und Skandinavistik in Tübingen und Köln. Vor und während des Studiums Auslandsaufenthalte in Asker, Oslo und Turin. Zurzeit lebt sie in Köln und übersetzt aus dem Norwegischen und Schwedischen.