Komm einfach in der Spex

„Nachdem Mann Anfang 2019 in Gedichte der Angst eine Krankheitsdiagnose verarbeitet hat, liest sich Komm einfach wie die Fortsetzung des eigenen Heilungsprozesses. Gerade in Pandemiezeiten bekommt der Band eine neue Aktualität, dreht er sich doch darum, wie es ist, die Welt und den Körper mit neuen Augen zu erkunden und zu sehen“, schreibt Jessica Hughes im Covid-Logbuch in der Spex. Außerdem empfiehlt sie unser Abo: „Dass man Print- und Online-Magazine derzeit besonders mit Abos unterstützen kann, ist klar. Gleiches gilt allerdings auch für viele kleine Verlage, wie z.B. die Parasitenpresse. Wie wäre es, regelmäßig mit einem Lyrikheft im Briefkasten überrascht zu werden?“

Cover Mann Komm

Aus der posttherapeutischen Welt

„Dabei gibt es ein kleines graues Buch mit großer Sprengkraft, in dem ich all das finde, was als so bahnbrechend neu an Leif Randts Roman gepriesen wird. Die Gedichte dort, es sind nicht sehr viele, dafür sind sie sämtlich mehrere Seiten lang, beginnen mittendrin, mitten in der kaputten neopastellfarbenen, posttherapeutischen Welt, und direkt mit dem vermeintlichen oder echten Anspruch an Dichtung“, schreibt Elke Engelhardt sehr treffend bei Fixpoetry über Andre Rudolphs Ich bin für Frieden, Armut und Polyamorie – welche Partei soll ich wählen?

Und weiter: „Als direkte Ansprache fungieren sie sowieso, denn alle Gedichte beginnen mit der identischen Überschrift: ‚hallo!‘ Eine Anrede, die man als Aufruf verstehen kann, sich den Fragen auszusetzen, die die Gedichte stellen, sich nicht beruhigen zu lassen von den wiederkehrenden Refrains, denn die […] versammelten Gedichte sind in Wirklichkeit eine enorme Anklage, die direkt ins Herz der lange schon bestehenden Krankheit dieser Gesellschaft trifft. Einer Krankheit aus Hass, Angst und Orientierungslosigkeit, der sehr lange durch Verdrängung begegnet wurde.“ Die ganze Besprechung ist hier nachzulesen.

Cover Rudolph kladde

Wieder Herrin werden

Auf dem Kulturgeschwaetz-Blog schreibt Katharina Herrmann über vier Bücher, die das Leben mit Krankheiten thematisieren, auch über Gedichte der Angst. Darin sagt sie: „Auch Mira Mann verwendet die Krankheit, von der sie sich plötzlich betroffen weiß, nicht als Metapher, schreibt ihr keine Bedeutung zu, die sie nicht hat. Sondern sie versucht (…) wieder Herrin über ihr Leben zu werden, indem sie es schreibend zu tragen versucht.

cover frau mann