Das ELK-Hörbuch

Von unserem Europäischen Literaturfestival Köln-Kalk gibt es nun auch ein Hörbuch bei Bandcamp mit Texten von Rasmus Nikolajsen, Zehava Khalfa, Pablo Jofré, Margarita Athanasiou, Zoltán Lesi, Eleonore Schönmaier, Krišjānis Zeļģis und Željana Vukanac in den Originalsprachen und (wo erfroderlich) den deutschen Stimmen von Anna Pia Jordan-Bertinelli, Jonas Linnebank, Wassiliki Knithaki und Adrian Kasnitz. Ganz großen Dank an Salman Abdo, Jarek Bak und Anna Pia für die Produktion.

Kölner Literaturclips: Roland Schappert

Für das Türchen Nr. 5 der Kölner Literaturclips liest Roland Schappert aus dem Band Du fällst mir leicht. Die Literaturclips sind ein Gemeinschaftsprojekt von Literaturhaus Köln, Kliteratur, Land in Sicht, Insert female artist und Literaturklub Köln. Roland Schappert kann man übrigens am 5. und 6. Dezember in seiner Ausstellung in der davidbehning galerie in Düsseldorf erleben. Dort spricht er mit Franz-Josef Heumannskämper (5.12.) und Adrian Kasnitz (6.12.) zwischen 15-18 Uhr. (Um Anmeldung wird gebeten.)

Weitere Literaturclips der neuen Staffel kann man täglich bis zum 24.12. auf dem Youtube-Kanal finden, dort sind auch die Beiträge der ersten Staffel mit Anna Pia Jordan-Bertinelli, Adrian Kasnitz, Stan Lafleur, Jonas Linnebank, Gundula Schiffer, Tobias Schulenburg u.a. zu finden.

Kölner Bücherpaket

Zur Weihnachtszeit schnüren wir für euch das Kölner Bücherpaket. Darin enthalten sind die neuen Bücher Du fällst mir leicht von Roland Schappert und es sich schön machen von Tobias Schulenburg, das Kalk Alphabet von Jonas Linnebank, Kalendarium #6 von Adrian Kasnitz sowie ein etwas älterer Band mit Reisegedichten und -notizen von Stan Lafleur (Am Rande der Wahrscheinlichkeit von Mexiko). Wir sind ja sonst nicht so heimattreu, aber in diesem von Kontakt- und Reisebeschränkungen geprägtem Jahr hat es einfach Sinn gemacht, lokal zu arbeiten. Die Ergebnisse könnt ihr nun nachlesen. Zu den Büchern legen wir eine parasitäre Tasche bei. Das ganze Paket gibt es für 50,- € (portofrei) wie immer direkt bei uns. Bitte über das Online-Bestellformular oder als Nachricht an uns ordern.

Christian Kreis: Halle Alphabet

26 Buchstaben, 26 Notizen zu Halle versammelt das Halle Alphabet. Geschrieben hat es der Hallenser Schriftsteller und Stadtschreiber (von 2019) Christian Kreis. Von Scheibe A und der Bernburger Straße, den Hallorenkugeln und der Rivalität zu Magdeburg bis hin zu Objekt 5, Peter Sodann und dem Zoo reichen die Beobachtungen in der spannendsten Stadt (Sachsen-Anhalts). Kreis erzählt von Jobs, der Uni-Zeit und Begegnungen aller Art, meist leicht ironisch, mit Sinn fürs Absurde, immer mit einem liebevollen Blick, so wie man ihn von der Lesebühne Kreis mit Berg kennt.

Nach den Stadtteil-Alphabeten zu Ehrenfeld, Nippes und Kalk verlässt die Alphabet-Reihe erstmals Köln – so wie das Beatles Museum, das früher im Quartier Latäng und heute in Halle zuhause ist.

Falls Veranstaltungen dann möglich sind, findet am 15. Dezember die Buchvorstellung mit Christian Kreis und André Schinkel im Literaturhaus Halle statt.

Christian Kreis: Halle Alphabet, 46 Seiten, Preis: 10,- € – ist ab sofort lieferbar

Christian Kreis, geb. 1977 in Bernburg. Sein erster Gedichtband erschien 2008 beim Mitteldeutschen Verlag. Jeden Monat liest er auf der Halleschen Lesebühne Kreis mit Berg frisch verfasste Texte. Zum nächsten Termin und zu seiner neuesten Kolumne: www.banjolyrikundgeschichten.de/

Tobias Schulenburg: es sich schön machen

Der Kölner Dichter und Künstler Tobias Schulenburg, der Design an Hochschule für Gestaltung in Pforzheim und Mediale Künste an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert (hat), beschreibt in seinen Gedichten kleine Alltagszenen, Begegnungen mit Freunden, beim Einkaufen, auf der Uni-Wiese, in Lehrgängen. Das Bemühen um Kommunikation und das beiläufige Scheitern ergänzen einander: „Ich würde gerne / länger mit ihr reden, doch mir fällt auch nichts ein“. So endet ein Gespräch mit der Verkäuferin. Der Lucky Looser, der aus diesen Gedichten spricht, hat aber immer alles im Blick, zum Beispiel die Wespen im Park: „No offence, / meine gestreiften Freunde – aber ihr seid schon / ziemliche Racker.“

Die Gedichte werden ergänzt um 16 Zeichnungen von Tobias Schulenburg, die manchmal alltägliche Dinge wie Schreibtischlampen oder PET-Flaschen, manchmal Menschen beim Essen, Chatten, Zeichnen zeigen.

Tobias Schulenburg: es sich schön machen. Gedichte & Zeichnungen, 32 Seiten, Preis: 7,- € (Lyrikhefte Bd. 105) – ab sofort lieferbar

Ich (Tobias Schulenburg, geboren 1987 in Bergisch­-Gladbach) hatte im Jahre 2019 folgende Ø monatliche Ausgaben: 454 € Miete warm + Strom (1­Zimmer­-Apartment in Köln) / 33 € Handy + Internet / 12 € Versicherungen / 18 € GEZ / 7 € Website­-Hosting (www.tobiasschulenburg.de) / 55 € Studien­ gebühren (Kunsthochschule für Medien Köln – Diplom 1 für me­diale Künste, derzeitige Schwerpunkte: Zeichnung & Literarisches Schreiben) / 30 € Rückzahlungen (BAföG­-Schulden aus dem 1. Studium – B. A. Transportation Design an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim) / 228 € Lebensmittel + Haushalt + Wohnung / 26 € Gesundheit + Derma / 15 € Kosmetik / 121 € Freizeit + Soziales / 16 € Kleidung / 11 € Kunst (Einnahmen aus Verkauf von Zeichnungen und Lesehonorare (5 € insgesamt bei der freien Dichterstunde am Montagabend im Café Storch, Ge­tränke schon abgezogen) bereits eingerechnet). Dies ergibt 1026 € monatliche Ausgaben insgesamt – dagegen stehen ca. 969 € monatliches Gehalt aus Lohnarbeit (Büroassistent). Der Rest­ betrag wurde durch Nachzahlungen und Geldgeschenke gedeckt.

Als es im Winter noch nach Kohleöfen roch

„Bloß kein Kölsches Jeföhl der Berauschtheit am stets frisch gezapften und fleißig augeschenkten Mythos der Dom-Metropole aufkommen lassen“, schreibt Thomas Dahl in seiner Besprechung über das Kalk Alphabet von Jonas Linnebank auf Rheinerlei.de und weiter: „Durch ein graubraun-visualisiertes Straßenbild, das sinnliche Erinnerungen an den Geruch von winterlichen Kohleöfen verströmt, ziehen die Menschen ihre Runden zwischen Aldi, Amt und Nudelrestaurant sowie einem lautstarken Palaver oder nicht minder hörbaren Streit vor den Teestuben.“ Den ganzen Beitrag kann man hier nachlesen.

Kalk für Fortgeschrittene

„Nein, an Ortsfremde, Zugezogene mit konkretem Informationsbedarf zum Alltagsleben oder gar an Touristen wendet sich das kürzliche erschienene Kalk Alphabet überhaupt nicht. Doch [es] versammelt sehr persönliche Erinnerungen, Impressionen, Beschwerden oder Fantasien von 15 Autoren, die sich eines oder mehrerer Buchstaben angenommen haben. Kalk für Fortgeschrittene also – oder für Leser, die mehr über Kalk erfahren möchten“, schreibt Hans-Willi Hermans in seiner Besprechung des Kalk Alphabets von Jonas Linnebank im Kölner Stadt-Anzeiger.

Roland Schappert: Du fällst mir leicht

Geht es Ihnen auch so, dass sie bei Möhre gar nicht mehr zuerst an das Gemüse sondern an die U-Bahn-Station in Berlin denken? Die Gedichte in Du fällst mir leicht von Roland Schappert jonglieren mit sprachlichen Versatzstücken und arrangieren sie neu. Sie sind der täglichen Aktualisierung von Sprache auf der Spur und loten den fließenden Bereich zwischen der Freiheit der Rede / Freedom to speak und dem sorgfältigen Abwägen von Sprache, die immer auch Machtkonstellationen ausdrückt.

Am 2. Oktober 2020 diskutieren Roland Schappert und Ilka Helmig mit NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und dem Vorsitzenden des Kulturrates NRW, Gerhart Baum über Nach der Krise: Durchstarten!, im Künstlerverein Malkasten in Düsseldorf (18 Uhr). Die Buchpremiere findet am 14. Oktober im Kunstverein Essen statt (19 Uhr).

Roland Schappert: Du fällst mir leicht. Gedichte, 78 Seiten, Preis: 12,- € – ist ab sofort lieferbar

Roland Schappert, der flackerndes Licht in Köln erblickte, ahnt lange nichts von Kunst und Fragen der Identität. Mehrdeutigkeiten und Unmöglichkeiten der Sprache, die er selbst nie erreicht, die interessieren ihn schon. Widersprüche nicht unbedingt als Vertrauensverlust zu werten und dabei weder in Lähmung noch Gleichschaltung zu verfallen, wäre doch ein Leben wert.