Vera Zlatic: Reise in den Schweiss

„Da liegt ein Stück Taube“, heißt es in einem der Gedichte der Kölner Dichterin Vera Zlatic und dieser Vers könnte für alle stehen. Da liegt ein Stück Text. Als ein Teil vom Ganzen hat das Stück aber auch für sich genommen einen Anspruch auf Schönheit oder doch zumindest eine gewisse Existenz-Berechtigung. Die Schönheit ist hier nämlich häufig nur Fassade, Badeanzug, Oberfläche und läuft Gefahr, in Stücke gerissen zu werden.

In unserer Heft-Lyrikreihe sind bislang 41 Titel erschienen. Diese werden wir auch künftig fortsetzen, aber in einem anderen Tempo als bisher. Statt dessen erscheinen einige Titel in der neuen Lyrikreihe, die mit Reise in den Schweiss als Band 101 beginnt.

Vera Zlatic: Reise in den Schweiss. Gedichte, 32 Seiten, Preis 7,- € (Lyrikreihe Bd. 101) – ist ab sofort lieferbar

Cover Zlatic

Vera Zlatic, geboren 1992, lebt in Köln. Sie studiert an der Kunstakademie Düsseldorf. Reise in den Schweiss ist ihr erstes Buch.


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Die Karawane der Poesie in Chile

In einer Reise-Reportage für die Frankfurter Rundschau schildert der Schriftsteller Artur Becker seine Begegnungen in Chile und portraitiert darin auch den chilenischen Dichter Enrique Winter. Den Artikel gibt es online nachzulesen, die Winter betreffenden Passagen finden sich ab Seite 4.

Enrique Winter liest übrigens heute (31.5.) in Berlin in der Buchhandlung Andenbuch, am 5. Juni im Literaturklub Köln und am 7. Juni bei AHAB in Hamburg.

Cover Winter

Vorschau: Lateinamerika

Die kommenden Wochen stehen ganz im Zeichen von Lateinamerika. Neben dem lang erwarteten Gedichtband Oben das Meer unten der Himmel des chilenischen Dichters Enrique Winter, den Léonce W. Lupette, Sarah Otter und Johanna Schwering übersetzt haben, der im Mai erscheinen wird, folgt im Juni der Band Klagelieder im Gepäck von Rafael Cadenas aus Venezuela in der Übersetzung von Geraldine Gutierréz-Wienken und Marcus Roloff. Bereits erschienen ist der Bildband Die Armutslehre der Bohne mit Fotos aus Chile von Manuel Araneda. Enrique Winter wird im Mai und Juni in Deutschland auf Tour sein mit einer Release-Lesung in der Buchhandlung Andenbuch in Berlin-Kreuzberg am 31. Mai und weiteren Terminen in Hamburg, Köln und Heidelberg. Klagelieder im Gepäck stellen wir am 6. Juni in der Buchhandlung artes liberales in Heidelberg vor.

Sieben Bogen Papier. Eine persönliche Bemerkung zum 18. Geburtstag der parasitenpresse

Im April 2000 zeigte ich zwei Freunden in einem Café in Köln-Sülz (Adresse: Weyertal, das Café existiert heute in anderer Form und gehört zur Buchhandlung nebenan) ein Buchobjekt, das ich aus gebrauchten Briefumschlägen gefertigt hatte. Das Lyrikheft mit elf Textseiten gefiel den Freunden. Hätten sie damals die Köpfe geschüttelt, wäre es nie zur Gründung der parasitenpresse gekommen. Noch im April begannen wir die Produktion solcher Hefte (erste Verlagsadresse: Marienstr. 39 in Köln-Ehrenfeld). Da das Papier (gebrauchte Briefumschläge aus aller Welt, Packpapier, Künstlerkarton) gesammelt und per Hand zugeschnitten werden musste, war jedes Heft ein Unikat. Im ersten Jahr erschienen gleich fünf Titel (davon sind zwei immer noch als Neuausgabe lieferbar).

Neben dem literarischen Schreiben, dem Studium, der Kindererziehung und wechselnden Berufen begleitet mich die parasitenpresse seitdem und wird nun volljährig. Über achtzig Titel sind erschienen (Lyrikhefte, Taschenbücher, Anthologien, 3 E-Books und 2 CDs) von deutschsprachigen aber auch immer wieder internationalen Autorinnen und Autoren. Bücher, die in unzähligen Lesungen vorgestellt wurden und die uns in große aber auch abwegige Städte, fremde Länder und sogar über den Atlantik getragen haben. Für mich (ich bin in einem einsam gelegenen Haus in Masuren und am sauerländischen Waldrand aufgewachsen und stamme aus randständigen Verhältnissen) ist es immer noch schier unglaublich, wie aus sieben gefalteten Bogen Papier ein Verlag entstehen kann.

A.K.

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Zeilen in die Länge ziehen

„Er betont die Silben, zieht die Zeilen in die Länge, weist in seiner Gestik auf Bewegungen zwischen den Wörtern, auf scheinbare Gegensätze oder Widersprüchliches, hin. Unterstreicht, in dem er die Augen verdreht, mit den Händen betont, bewegt rhythmisch den Oberkörper“, schreibt Jürgen Rompf über den Auftritt von Vassilis Amanatidis bei der Buchvorstellung von Kleine Tiere zum Schlachten im Kölner Literaturklub. Die Besprechung des Buches bzw. der Bericht des Abends mit einigen Bemerkungen zu den Gedichten von Danae Sioziou, Lenia Safiropoulou und Vassilis Amanatidis findet sich in Logographia, der neuen Zeitschrift der Gesellschaft Griechischer AutorInnen in Deutschland e.V.
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Kleine Tiere zum Schlachten

Unsere Anthologie Kleine Tiere zum Schlachten. Neue Gedichte aus Griechenland stellt 29 griechische Dichter*innen mit jeweils zwei Gedichten in Übersetzung vor. Wie vielfältig und reichhaltig die neue griechische Dichterszene ist und welche Breite an Themen sie bearbeitet, zeigt dieses Buch. Auf der einen Seite behandelt sie die finanzielle und gesellschaftliche Krise, auf der anderen Seite ist aber auch ein ästhetischer Aufbruch zu spüren, eine Erneuerung, die sowohl Traditionslinien wie neue Sprech-/Schreibweisen vereinigt.

Mit Gedichten von Dimitris Allos, Vassilis Amanatidis, Orfeas Apergis, Iana Boukova, Thodoris Chiotis, Nikos Erinakis, Phoebe Giannisi, Anna Griva, Giorgos Hantzis, Katerina Iliopoulou, Panayotis Ioannidis, Jazra Khaleed, Patricia Kolaiti, Tonia Kosmadaki, Dimitra Kotoula, Christos Koukis, Dimitris Leontzakos, Pavlina Marvin, Dimitris Melicertes, Iordanis Papadopoulos, Dimitris Petrou, Eleni Philippou, Stamatis Polenakis, Thodoris Rakopoulos, Lenia Safiropoulou, Kiriakos Sifiltzoglou, Danae Sioziou, Yannis Stiggas und Maria Topali.

Herausgegeben und übersetzt von Wassiliki Knithaki und Adrian Kasnitz. Mit Gast-Übersetzungen von Marina Agathangelidou, Christina Borkenhagen, Rainer Maria Gassen, Dirk Uwe Hansen, Jorgos Kartakis, Elena Pallantza / LEXIS, Michaela Prinzinger, Lenia Safiropoulou und Maria Topali.

Am 13. November 2017 stellen wir die Anthologie im Literaturklub, Theater die wohgemeinschaft, Köln vor. Dann sind Vassilis Amanatidis, Lenia Safiropoulou und Danae Sioziou zu Gast.

Kleine Tiere zum Schlachten. Neue Gedichte aus Griechenland, hg. v. Wassiliki Knithaki und Adrian Kasnitz, 116 Seiten, 15,- € – ab sofort lieferbar

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