Lyrische Reise durch Europa

Auf unsere lyrische Reise durch Europa, nämlich das Europäische Literaturfestival Köln-Kalk, hat sich Katja Egler vom Kinomagazin Choices eingelassen und war von dem Klang der Sprachen mitgerissen. „Nach zwei Stunden ist der Eröffnungsabend vorbei – ein vielfältiger und eindrucksvoller Abend, bei dem in jedem Detail die liebevolle Mühe erkennbar ist, die die Organisatoren in das Festival gesteckt haben.“ Der ausführliche Bericht ist hier nachlesbar.

Wer sich darüber ärgert, das Festival verpasst zu haben, dem empfehlen wir das Bücherpaket zum Festival.

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Izabela Morska: Madame Intuita

Die Madame Intuita aus dem gleichnamigen Gedichtband der Danziger Dichterin Izabela Morska ist eine Antwort auf Zbigniew Herberts Pan Cogito aus feministischer Perspektive. Madame Intuita nimmt uns mit auf eine Reise durch ihre soziale und philosophische Biographie, die die einer selbstbestimmten Frau ist. Emigration, Sprache, Widerstand gegen Ausgrenzung sind weitere Themen des Bandes. „Eine unbenutzte sprache ist wie wasser / rinnt durch die finger die schnell leer / und feucht sind hinterlässt den geschmack eines glitzernden / vergnügens (…)“. Die Berliner Dichterin Anna Hetzer übersetzte den Band, der als Sonderdruck zum Europäischen Literaturfestival in Köln-Kalk erschienen ist.

Izabela Morska: Madame Intuita. Gedichte aus dem Polnischen von Anna Hetzer, 44 Seiten, Preis: 10,- € – ist ab sofort lieferbar (Sonderdruck)

Cover Morska

Izabela Morska, geb. 1961 in Gdynia, veröffentlichte mehrere Gedichtbände, Romane und Sachbücher und ist eine der wichtigsten Stimmen der polnischen Literatur der letzen Jahre. In ihren Kurzgeschichten schließt Morska vernachlässigte und subversive Erzählformen ein, die Frauen, queere und ausgeschlossene Charaktere in den Mittelpunkt stellen. Ihre Stimme sei eine „eindeutig persönliche“, wie Maria Janion, die Historikerin der polnischen Gegenkultur, bemerkt. Ihr neuestes Buch Znikanie (Das Verschwinden) erscheint im Oktober 2019 bei Znak und ist die Erinnerung an Krankheit als eine Reise. Lyrik schreibt sie seit ihrer Jugend und hat eine eigene Mythologie entwickelt. Madame Intuita (2002) ist der einzige veröffentlichte Gedichtband. Außerdem veröffentlichte sie Glorious Outlaws: Debt as a Tool in Contemporary Postcolonial Fiction (Peter Lang 2016). Sie erhielt den Julian-Tuwim-Preis (2018) für ihr Lebenswerk. Nach Studien u.a. in Berkeley unterrichtet sie am Institut für Anglistik der Universität Gdańsk.

Anna Hetzer, geboren 1986 in ein deutsch-polnisches Elternhaus, lebt seither in Berlin. Bis 2015 Studium der Medizin und Philosophie. Zuletzt erschien Kippbilder im Verlags- haus Berlin 2019. Sie war Stipendiatin der Villa Decius in Krakau 2017, sowie Finalistin beim Lyrikpreis Meran 2018. Mit dem Lyrikkollektiv G13 erkundet sie Formen des kollektiven Schreibens; mit Künstler*innen der Neuen Musik oder der Gebärdensprachkunst arbeitet sie regelmäßig an intermedialen Projekten.

Bücherpaket zum Europäischen Literaturfestival

Das Europäische Literaturfestival, das dieses Jahr zum ersten Mal im Kölner Stadtteil Kalk stattfand, kann man nachlesen. Wir schnüren ein Bücherpaket mit den Texten des Festivals. Darin enthalten sind: Der Festivalreader (mit Texten im Original und Übersetzung), Schwarz auf weiß von Lidija Dimkovska, Madame Intuita von Izabela Morska, Hatte Kurt Cobain eine E-Mail-Adresse? von Audun Mortensen, Nützliche Kinderspiele von Danae Sioziou, Wir bauen eine Stadt von Kinga Tóth, Die Handschrift einer Nadel von Arvis Viglus, Sprüche des Russen von Alexander Estis (erschienen bei hochroth Bielefeld) und die KLiteratur Nr. 1, in der sich Texte von Nurduran Duman finden. Dazu legen wir eine parasitäre Umhängetasche. Das Paket kostet 80,- € und ist kann hier direkt im Buchladen bestellt werden.

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Audun Mortensen: Hatte Kurt Cobain eine E-Mail-Adresse?

Der norwegische Schriftsteller Audun Mortensen hat das Internet ausgedruckt. In Hatte Kurt Cobain eine E-Mail-Adresse? erfasst er 387 Ereignisse, die noch nie zuvor in der Belletristik beschrieben wurden: Beispiele und Gegenbeispiele dafür, wie man sich an die Menschheit erinnern wird, wenn sie nicht mehr existiert. Die Postings aus sozialen Medien, die Mortensen zu einem witzigen Gesamtbild arrangiert, hat die Kölner Übersetzerin Anna Pia Jordan-Bertinelli ins Deutsche übersetzt.

»Solche wie er hängen nur im Internet rum.« – Frode Grytten, norwegischer Schriftsteller (Dagens Næringsliv, 6.5.2016)

»Ich habe es noch nie geschafft, etwas von ihm zu Ende zu lesen.« – Marta Norheim, norwegische Kulturjournalistin und Literaturkritikerin (NRK Bok i P2, 11.9.2015).

Audun Mortensen: Hatte Kurt Cobain eine E-Mail-Adresse? Aus dem Norwegischen übersetzt von Anna Pia Jordan-Bertinelli, 82 S., Preis: 12,- € (paradosis Bd. 14) – ab sofort lieferbar

Cover Mortensen

Audun Mortensen, geb. 1985, wohnt in Oslo und hat 10 Bücher (Lyrik und Prosa) im norwegischen Flamme Verlag veröffentlicht. Vor Hatte Kurt Cobain eine E-Mail- Adresse? ist von ihm Žižek’s Jokes (Suhrkamp 2014) auf Deutsch erschienen. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit hat Mortensen künstlerische Werke in der V1 Galerie in Kopenhagen, in der Gagosian Galerie in New York, in der Futura Galerie in Prag und im Hordaland Kunstcenter in Bergen ausgestellt.

Anna Pia Jordan-Bertinelli, geb. 1991 in Aachen, studierte Germanistik und Skandinavistik in Tübingen und Köln. Vor und während des Studiums Auslandsaufenthalte in Asker, Oslo und Turin. Zurzeit lebt sie in Köln und übersetzt aus dem Norwegischen und Schwedischen.

Europäisches Literaturfestival Köln Kalk

In drei Wochen beginnt unser Europäisches Literaturfestival Köln Kalk (6.-8. September 2019) mit acht Dichter*innen aus acht verschiedenen europäischen Ländern.

Mit unseren Partnern KUNTs e.V., KLiteratur und In-Haus e.V. sowie den Förderern ist es uns gelungen, ein mehrsprachiges Festival im rechtsrheinischen Köln auf die Beine zu stellen. Wir freuen uns auf Lidija Dimkovska (Nordmazedonien/Slowenien), Nurduran Duman (Türkei), Alexander Estis (Russland, Schweiz, Deutschland), Izabela Morska (Polen), Audun Mortensen (Norwegen), Danae Sioziou (Griechenland), Kinga Tóth (Ungarn, Österreich, Deutschland) und Arvis Viguls (Lettland).

Der Vorverkauf hat begonnen, Tickets können unter info@eulit.org reserviert werden.

Bei Facebook ist die Festival hier zu finden – mit aktuellen Infos.

 

Danae Sioziou: Nützliche Kinderspiele

Einer unbegreiflichen und verwirrenden Erwachsenenwelt stellt die griechische Dichterin Danae Sioziou ihre eigene Spielewelt gegenüber. Dabei zeigt sie das Spiel als den ewigen Versuch, Ordnung im Chaos zu schaffen, als Mittel der Selbsterkenntnis und damit als nützliche Kulturpraxis. In den Welten, die sie arrangiert, ziehen Spielsachen, Tiere, Pflanzen, Haushaltsgegenstände, Eltern, Großeltern, Gouvernanten und Lehrer, Märchenfiguren und übernatürliche Wesen umher – und werfen Fragen nach der Widersprüchlichkeit des Lebens auf. Es ist eine Traum- und Albtraumwelt zugleich, voller Vorstellungskraft und Wunder, voller Bedrohungen und Hindernisse, in denen Wunden, Ängste und Verdrängungen als Sensoren der Suche und Orientierung fungieren.

Danae Sioziou ist Gast beim Europäischen Literaturfestival Köln-Kalk am 6.-8. September 2019.

Danae Sioziou: Nützliche Kinderspiele. Gedichte aus dem Griechischen von Elena Pallantza und der Gruppe LEXIS, 62 Seiten, Preis: 10,- € – ab sofort lieferbar

Cover Sioziou

Danae Sioziou, 1987 geboren, aufgewachsen in Karlsruhe und in Karditsa (Thessalien / Griechenland), lebt in Athen. Sie studierte Anglistik, Europäische Geschichte und Kulturmanagement in Athen und Berlin. Für ihren ersten Gedichtband Nützliche Kinderspiele (erschienen im Verlag Antipodes) erhielt sie den Staatspreis für Junge Autor*innen und den Jannis-Varveris-Preis der Hellenic Authors Society. 

Elena Pallantza, 1969 in Athen geboren, unterrichtet Neugriechische Sprache und Literatur an der Universität Bonn. Mit der Gruppe LEXIS (Andreas Gamst, Anne Gaßeling, Rainer Maria Gassen, Milena Hienz de Albentiis, Christiane Horstkötter-Brüssow, Klaus Kramp, Alkinoi Obernesser) übersetzt sie neugriechische Literatur ins Deutsche.

Adrian Kasnitz: Pierre Huyghe hired me

Pierre Huyghe hired me (to write this text) entstand als Schreibperformance während der Ausstellung von Pierre Huyghe im Museum Ludwig (2014). Der Kölner Schriftsteller Adrian Kasnitz beobachtete als von Pierre Huyghe inszenierter Schriftsteller die Ausstellungseröffnung und schrieb einen Text. Seite um Seite wurde der Text an dem Abend ausgedruckt und in die Ausstellung integriert. Jetzt liegt er in einer zweisprachigen Ausgabe (english/deutsch) vor und erscheint als Sonderdruck zur Cologne Art Book Fair. Die Übertragung ins Englische besorgte Catherine Hales.

Adrian Kasnitz: Pierre Huyghe hired me (to write this text), english / deutsch, 40 pages / Seiten, Preis: 10,- € – ab sofort lieferbar / already available

Cover Kasnitz Pierre Huyghe