Stan Lafleur: Am Rande der Wahrscheinlichkeit von Mexiko

Zwei Reisen führten den Kölner Schriftsteller Stan Lafleur nach Mexiko und Guatemala, wo die vorliegenden Texte entstanden sind. Die eine Hälfte sind neue zentralamerikanische Gedichte, die andere Hälfte Reisenotizen aus Mexiko (vor allem aus den provinzen Oaxaca und Chiapas) auf den Spuren Arthur Cravans.

„Dünne Luft, bewohnt von lodernden Farben. Das in Tuxtlas Hitze vorgekochte Blut kühlt und filtert die Höhe in mehrstündigen Prozessen. Gehen bedeutet Kampf: mit schmalen, brüchigen, hoch über Straßenniveau angebrachten Bürgersteigen. Die lange von indígenas nicht benutzt werden durften. Der europäische Körper bleibt Fremdkörper im stark bevölkerten Tagesgeschehen. Konquistadorenkörper, Humboldtkörper, Exilantenkörper, Nazikörper, Projektionskörper.“

Stan Lafleur: Am Rande der Wahrscheinlichkeit von Mexiko. Zentralamerikanische Gedichte und Reisenotizen, 98 Seiten, Preis: 12,- € – ab sofort lieferbar

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Stan Lafleur, geb. 1968 in Karlsruhe und dort aufgewachsen, lebt er heute vorwiegend in Köln. In der parasitenpresse erschienen u.a. Das Lachen der Hühner und als pong noch auf ping.

Körper im ausgedehnten Raum

„Die Dichterin Kinga Tóth wird auf dem Tänzer sitzend vorwärtsbewegt. Sie rezitiert ihre Gedichte von Geräuschen durchzogen und streckt die Buchstaben lang, die sich mit einem Ping-Pong-artigen Zählen, das Entfernungen überbrückt, vermischen. So wird der Raum ausgedehnt, was zu dem atmosphärischen Zeitempfinden des Stückes beiträgt. Wie bei einem organischen System scheinen die Aufgaben verteilt und der alles ein- und umfassende Körper ist trotzdem gleichzeitig spürbar“, schreibt Elisabeth Leopold auf tanznetz.de über die Performance excyte beim poesiefestival in Berlin.

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Anne Nimmesgern: mindestens hell jetzt

Als Auftakt zum neuen Jahr erscheint nun eine Auswahl an Gedichten von Anne Nimmesgern. mindestens hell jetzt versammelt 14 Texte, die ein sprachliches Gelände zwischen Körper und Landschaft abklopfen. Manchmal ertasten sie Umrisse, manchmal „verliert sich die fährte / in akut fallendem schnee spurlos“. Dinge und Lebewesen sind scheinbar zu etwas Plastischem verschmolzen oder zumindest zellophaniert: „ein gestreifter mund, schnappt die stadt folie“. Anne Nimmesgern wurde 1984 in Stuttgart geboren und lebt derweil in Leipzig.

Anne Nimmesgern: mindestens hell jetzt: Gedichte, 14 Seiten, 6,- € – ist ab heute lieferbar (Lyrikreihe, Bd. 034)

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