Doppelte Logik aus Sprachklang und Sinn

„‚Finger ist proteisch, Prothese, hangend an anderem.‘ Und dieses Andere kann eben eine Hand sein, oder ein anderes Wort. Der Fortgang des Textes folgt dieser doppelten Logik aus Sprachklang und Sinn, das heißt, er springt, und der Sprachklang zeigt das, was wir für Wahrheit halten, als fragile Konstruktion“, schreibt Jan Kuhlbrodt in einer Besprechung von Karin Fellners neuem Gedichtband eins: zum andern für das Signaturen-Magazin. Und weiter: „Regelrecht ausgeflippt bin ich bei der Lektüre des Zyklus der mit Schaf hoch Schaf hoch betitelt ist. Nicht nur dass ich hier auf ein sprechendes Schaf traf, nein es war obendrein noch theoretisch bewandert, kannte sich aus mit Darwins Evolutionstheorie und den Verwerfungen des Anthropozän. Ein sehr gegenwärtiges Schaf also.“
Cover Fellner eins

Kleine-Tiere-zum-Schlachten-Festspiele in Berlin

Sowohl beim mehrtägigen deutsch-griechischen Literatursymposion Syn_Energy Berlin-Athens (17. bis 21. Oktober, Lettrétage und Heimathafen Neukölln) als auch beim Übersetzungsabend The Constellation of Debt (16.10. im Literarischen Colloquium) steht unsere Anthologie Kleine Tiere zum Schlachten diese Woche in Berlin im Rampenlicht.

Bei Syn_Energy lesen u.a. Vassilis Amanatidis, Phoebe Giannisi, Dirk Uwe Hansen, Katerina Iliopoulou, Jorgos Kartakis, Adrian Kasnitz, Jazra Khaleed, Jan Kuhlbrodt, Elena Pallantza und Maria Topali. Adrian Kasnitz hält am Samstag Vormittag einen Vortrag über die Entstehung der Anthologie.

Bei Constellation of Debt lesen u.a. Dimitris Allos, Orfeas Apergis, Iana Boukova, Giorgos Hantzis, Iordanis Papadopoulos und Lenia Safiropoulou (die alle in der Anthologie vertreten sind).

 

Ostdeutsches Bücherpaket

Obwohl wir in Köln beheimatet sind, haben uns von Anfang an natürlich auch ostdeutsche Autor*innen interessiert – ohne sie besonders zu labeln. Namen wie Ron Winkler, Tom Schulz, Anna Hoffmann, Maren Ruben, Maik Lippert sind in der Liste der ersten Lyrikhefte zu finden. Biographien verlaufen verschieden, man wechselt die Bundesländer wie Hemden, aus unserer Perspektive ist die Herkunft ziemlich egal. Wichtig ist der Text.

Wenn sich jetzt aber Autorengruppen formieren, die Chartas unterzeichnen und scheinbar im Namen von was auch immer sprechen, ist es Zeit dagegen anzusprechen. In unserem augenzwinkernd ostdeutschen Bücherpaket haben wir Stimmen versammelt, die über Herkunft, Sozialisation und aktuelles Leben Auskunft geben, vielschichtig und spannender als jede Stereotype, garantiert.

Ganz frisch erschienen ist der Band heimische Arten von Mario Osterland (Erfurt). Dazu gibt es Lyrikhefte von Christoph Georg Rohrbach (Greifswald) und Jan Kuhlbrodt (Leipzig). Eine ältere Erzählung von Ulrich van Loyen (früher einmal Dresden) und der Band Wir bauen eine Stadt von Kinga Tóth (Ungarn/längere Zeit Stipendiatin in Jena) setzen Kontrapunkte.

Das ostdeutsche Bücherpaket gibt es ab sofort für 35,- € in ganz Deutschland (im Ausland kommt ein Portoanteil hinzu) – direkt bei uns.

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Abo: Grundstock-Paket

Wer immer direkt bei Erscheinen die erste Auflage unserer Lyrikhefte erhalten möchte, ist mit einem Abo gut beraten. Es kommt frei Haus und Abonnenten erhalten 10% Rabatt. Für alle Sammler und diejenigen, die es werden möchten, bieten wir jetzt ein Grundstock-Paket an: eine Auswahl von 11 klassischen Lyrikheften von Heft Nr. 002 bis 031 gibt es für 60,- € (im Ausland zuzüglich Porto). Darin enthalten sind Lyrikhefte von Stefan Heuer (031), Dominik Dombrowski (028), Jan Kuhlbrodt (027), Jan Skudlarek (024), Thorsten Krämer (022), Angela Sanmann (020), Stan Lafleur (019), Karin Fellner (018), René Hamann (012), Tom Schulz (008) und Achim Wagner (002).

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15 Jahre parasitenpresse in Leipzig

In diesem Jahr wird die parasitenpresse 15 Jahre alt. Für uns ist das natürlich ein Grund, unser Jubiläum mit alter und neuer Poesie zu feiern. Während der Buchmesse in Leipzig (11.-15. März) lesen unsere Autor/innen an verschiedenen Orten. Christoph Danne, Dominik Dombrowski und Mario Osterland lesen in der temporären Lyrikbuchhandlung in der Galerie D21 (Donnerstag und Freitag), Dominik Dombrowski liest bei der UV-Lesung (Freitag), Georg Leß bei der Lyriknacht im Helheim (Freitag) und am Samstag zelebrieren wir unser parasitäres Lyrikfest 15 magische Aurelien in der Galerie BüKü mit neuen, alten und befreundeten Autor/innen. Zugesagt haben bislang: Astrid Nischkauer, Christoph Danne, Christoph Wenzel, Daniel Ketteler, Dominik Dombrowski, Georg Leß, Jan Kuhlbrodt, Kathrin Bach, Mario Osterland, Niklas Lem Niskate, Thorsten Krämer und Adrian Kasnitz. Postkarte 15magischeAurelienn

Bücherpaket #1

Das Jahr lassen wir fast schon traditionell wieder mit unseren Jahreslisten und beliebten Bücherpaketen ausklingen. Das erste Bücherpaket ist den Preisträgern dieses Herbstes gewidmet. Es enthält von Christoph Danne das halten der asche, von Georg Leß Schlachtgewicht, von Dominik Dombrowski Finissage und von Jan Kuhlbrodt Il Manifesto. Diese vier Lyrikhefte bilden das Preisträger-Bücherpaket, das für 24,- € direkt bei uns bestellbar ist und innerhalb Deutschlands versandkostenfrei geliefert wird.

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Sächsischer Literaturpreis für Jan Kuhlbrodt

Heute wird Jan Kuhlbrodt der Sächsische Literaturpreis in Leipzig verliehen (Deutsches Literaturinstitut, 20 Uhr).

„Mit Jan Kuhlbrodt wird ein sächsischer Autor geehrt, dessen Wirken sich durch alle Genres zieht und in seiner literarischen Schaffensbreite außergewöhnlich ist. In seinen Romanen und Gedichten widmet er sich der Aufarbeitung gesellschaftlicher und biographischer Aspekte der zurückliegenden Ära. Diese reicht in seinem Werk von der Topographie einer Kindheit in Chemnitz über die Wendezeit bis hin zur Gegenwart. Souverän wandelt Jan Kuhlbrodt zwischen narrativen und essayistischen Passagen und erweist sich dabei als Autor, der trotz hohem Reflektionsniveau mit Leichtigkeit, Melancholie und Selbstironie erzählen kann. In seinen aktuellen Gedichten begegnen wir einer philosophisch durchdrungenen Poesie, in der – zuweilen zugespitzt und mit Humor – ein differenzierter Umgang mit der Geschichte thematisiert wird. Jan Kuhlbrodt hat sich über Sachsen hinaus einen Namen als Übersetzer und Herausgeber gemacht“, heißt es in der Jury-Begründung.

Wir gratulieren herzlich und empfehlen seine Texte!

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