Aus der posttherapeutischen Welt

„Dabei gibt es ein kleines graues Buch mit großer Sprengkraft, in dem ich all das finde, was als so bahnbrechend neu an Leif Randts Roman gepriesen wird. Die Gedichte dort, es sind nicht sehr viele, dafür sind sie sämtlich mehrere Seiten lang, beginnen mittendrin, mitten in der kaputten neopastellfarbenen, posttherapeutischen Welt, und direkt mit dem vermeintlichen oder echten Anspruch an Dichtung“, schreibt Elke Engelhardt sehr treffend bei Fixpoetry über Andre Rudolphs Ich bin für Frieden, Armut und Polyamorie – welche Partei soll ich wählen?

Und weiter: „Als direkte Ansprache fungieren sie sowieso, denn alle Gedichte beginnen mit der identischen Überschrift: ‚hallo!‘ Eine Anrede, die man als Aufruf verstehen kann, sich den Fragen auszusetzen, die die Gedichte stellen, sich nicht beruhigen zu lassen von den wiederkehrenden Refrains, denn die […] versammelten Gedichte sind in Wirklichkeit eine enorme Anklage, die direkt ins Herz der lange schon bestehenden Krankheit dieser Gesellschaft trifft. Einer Krankheit aus Hass, Angst und Orientierungslosigkeit, der sehr lange durch Verdrängung begegnet wurde.“ Die ganze Besprechung ist hier nachzulesen.

Cover Rudolph kladde

Bücherpaket zur Buchmesse

Gerne hätten wir euch unsere neuen Bücher auf der Buchmesse gezeigt. Wer es nicht zu einer unserer Lesungen schafft, die diese Woche dennoch in Leipzig stattfinden, dem sei unser Bücherpaket zur Buchmesse empfohlen. Darin enthalten sind alle in diesem Jahr neu erschienenen Titel, nämlich die idiotische wucht deiner wimpern von Sünje Lewejohann, was sollen wir mit all der schönheit? von Rasmus Nikolajsen, Ich bin für Frieden, Armut und Polyamorie – welche Partei soll ich wählen? von Andre Rudolph, final image von Mario Osterland sowie Unter Steinen von Thomas Podhostnik, das offiziell erst nach der Messe erscheint. Wir legen noch eine parasitäre Tasche dazu. Das Paket gibt es in unserem Buchladen für 58,- € frei Haus (innerhalb D).

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Andre Rudolph: Ich bin für Frieden, Armut und Polyamorie – welche Partei soll ich wählen?

„hallo!“, sagt das Ich in Ich bin für Frieden, Armut und Polyamorie – welche Partei soll ich wählen?, meldet sich zurück, sagt es mehrmals und bittet um Aufmerksamkeit. Die neuen Gedichte des mehrfach ausgezeichneten Dichters Andre Rudolph handeln von der Sinnsuche in einer unsicher gewordenen Welt, in der der Kapitalismus noch einmal versucht, die letzten Reserven aus Natur, Mensch und Welt herauszupressen. Wo steht da der Einzelne? Wie kann er neu beginnen, wenn er schon gescheitert ist? Gibt es Frieden? Ist Liebe möglich? Schließen sich Armut und Glück aus oder bedingen sie sich erst? Immer balancieren die Gedichte zwischen ironischem Spiel, Zynismus, Witz und Menschenfreundlichkeit, springen von Wort zu Wort, hangeln sich an einzelnen Silben, bis sie neu aufgetrennt und zusammengesetzt werden. Das Spiel ist kein Selbstzweck sondern Rettungsstrategie.

Andre Rudolph: Ich bin für Frieden, Armut und Polyamorie – welche Partei soll ich wählen? Gedichte, 94 Seiten, Preis: 12,- € – ab sofort lieferbar

Cover Rudolph kladde

Andre Rudolph, geb. 1975 in Warschau, aufgewachsen in Leipzig. Zwischen 2009 und 2015 erschienen drei Gedichtbände von ihm im Luxbooks-Verlag (Wiesbaden). Lebt in Caputh am Schwielowsee.