Die Stadt als Liste

Das Halle Alphabet hat am Wochenende Uli Wittstock für MDR Kultur besprochen: „Listen und Aufzählungen gehören seit jeher zur Literatur. Schon Homer zählte in 350 Versen die Liste der griechischen Schiffe und ihrer Besatzungen auf, die sich auf den Weg nach Troja machten. In der modernen Literatur spielen Listen immer wieder eine Rolle. Der Autor Christian Kreis aus Halle hat nun eine alphabetische Liste vorgelegt – ein schmales Bändchen mit dem Titel Halle Alphabet.“ Und weiter: „Denn Listen, zumal alphabetisch geordnet, sind schon eine Herausforderung. Das räumt auch Christian Kreis ein: ‚Ich habe einfach über das geschrieben, was mir eingefallen ist.‘ Er habe sich treiben lassen nach den Anekdoten, die er im Kopf gehabt habe, er sei subjektiv vorgegangen: ‚Woran kann ich mich erinnern? Was bietet die beste Story?‘ – Die ganze Besprechung kann man hier nachhören und -lesen.

Was weiß Halle über dich?

„Was wissen wir über den Ort, an dem wir leben? Was weiß er über uns? Und wie würden wir davon erzählen? Eine Antwort auf diese Fragen gibt Christian Kreis’ Halle Alphabet (…) Mit viel Lakonie, Humor und Selbstironie umreißt der Autor ‘seine’ Stadt in ‘26 Buchstaben, 26 Notizen zu Halle’, wie es auf dem Buchrücken heißt“. Was Marie Isabel Matthews-Schlinzig über das Halle Alphabet schreibt, kann man jetzt im Signaturen-Magazin lesen.

Schwarzhumorig gefärbte Stadtansichten

Christian Kreis hat (…) unter dem Titel Halle Alphabet ein schmales Bändchen mit flott zu lesenden Miniaturen vorgelegt, die persönliche, oft auch ironisch oder schwarzhumorig gefärbte Stadtansichten sind. Da es mit dem Humor im mitteldeutschen Beritt aber eine Sache für sich ist, wird manche oder mancher vielleicht auch mal schlucken müssen“, schreibt Andreas Montag in der Mitteldeutschen Zeitung (in der Ausgabe vom 23.12.).

„Man muss solch lockeren Ton nicht mögen, ahnt aber schon, dass sich hinter so viel Lakonie und Schnodderigkeit ein skrupulöser und moralischer Mensch verbergen wird. Im Übrigen erweist sich Christian Kreis ein genauer Beobachter (…) Man liest es mit Freude.“

Christian Kreis: Halle Alphabet

26 Buchstaben, 26 Notizen zu Halle versammelt das Halle Alphabet. Geschrieben hat es der Hallenser Schriftsteller und Stadtschreiber (von 2019) Christian Kreis. Von Scheibe A und der Bernburger Straße, den Hallorenkugeln und der Rivalität zu Magdeburg bis hin zu Objekt 5, Peter Sodann und dem Zoo reichen die Beobachtungen in der spannendsten Stadt (Sachsen-Anhalts). Kreis erzählt von Jobs, der Uni-Zeit und Begegnungen aller Art, meist leicht ironisch, mit Sinn fürs Absurde, immer mit einem liebevollen Blick, so wie man ihn von der Lesebühne Kreis mit Berg kennt.

Nach den Stadtteil-Alphabeten zu Ehrenfeld, Nippes und Kalk verlässt die Alphabet-Reihe erstmals Köln – so wie das Beatles Museum, das früher im Quartier Latäng und heute in Halle zuhause ist.

Falls Veranstaltungen dann möglich sind, findet am 15. Dezember die Buchvorstellung mit Christian Kreis und André Schinkel im Literaturhaus Halle statt.

Christian Kreis: Halle Alphabet, 46 Seiten, Preis: 10,- € – ist ab sofort lieferbar

Christian Kreis, geb. 1977 in Bernburg. Sein erster Gedichtband erschien 2008 beim Mitteldeutschen Verlag. Jeden Monat liest er auf der Halleschen Lesebühne Kreis mit Berg frisch verfasste Texte. Zum nächsten Termin und zu seiner neuesten Kolumne: www.banjolyrikundgeschichten.de/

Was wir vorhaben (2020)

Ins Jahr 2020 starten wir mit neuen deutschsprachigen Gedichtbänden von Sünje Lewejohann, Andre Rudolph, Mario Osterland und Lydia Haider, ergänzt um Prosa von Thomas Podhostnik. International wird wieder Dänemark in den Fokus rücken mit Gedichten von Rasmus Nikolajsen, aber auch neue Übersetzungen aus Griechenland, Kanada, Lettland und Spanien entstehen gerade und werden im Laufe des Jahres folgen. Und schließlich werden Kalk und Halle die Alphabete-Reihe mit Städte- und Stadtteilbüchern fortsetzen.

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