Rasmus Nikolajsen: was sollen wir mit all der schönheit?

Das Langgedicht was sollen wir mit all der schönheit? des dänischen Schriftstellers Rasmus Nikolajsen schaut den Blättern beim Fallen zu und widmet sich – ausgehend von den Themen Natur, Herbst und Schönheit – der Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Tod, nach Einsamkeit und Verlorenheit in der Gesellschaft, nach der Sehnsucht nach Freundschaft und Gemeinschaft. Ins Deutsche übertragen wurde der Text von der Übersetzerin Sarah Fengler, die für uns schon Gedichte in der Dänemark-Anthologie Hier habt ihr mich übersetzt hat.

… und du stehst da, im flur zwischen

schlaf- und badezimmer, und bist

gerade aufgewacht, nicht ganz /

wach, und ich gehe zu dir hin

und umarme dich, und du hast

etwas aufgelöstes vom schlaf

an dir, und während ich dich im

stehen halte, verschwinde ich

mit in dem aufgelösten, und

mir kommen zweifel, wer wer ist,

und wir stehen eine weile /

da, miteinander verfilzt, …

*

Rasmus Nikolajsen: was sollen wir mit all der schönheit? Herbstgedicht, aus dem Dänischen von Sarah Fengler, 70 Seiten, 12,- € – ab sofort lieferbar 

(Hinweis für Abonnent*innen: Sonderausgabe, nicht im Abo enthalten)

Cover Nikolajsen 4

Rasmus Nikolajsen, geb. 1977 in Kopenhagen, studierte Literaturwissenschaft und debütierte im Jahr 2000. Seitdem hat er neun Lyrik- und drei Prosabände veröffentlicht. Für seine Texte erhielt er u.a. einen Ehrenpreis der dänischen Kunststiftung Statens Kunstfond und den renommierten Kritikerprisen. Sein Langgedicht was sollen wir mit all der schönheit? (hvad skal vi med al den skønhed?) erschien in Dänemark im Verlag Rosinante (2018). Gedichte aus dem Band Tilbage til unaturen finden sich schon in der Anthologie Hier habt ihr mich (parasitenpresse 2017).

Sarah Fengler, geb. 1997 in Frankfurt am Main, studierte Politikwissenschaft, Skandinavistik und Literaturwissenschaft. Sie übersetzt aus dem Norwegischen und Dänischen. Für die Dänemark-Anthologie Hier habt ihr mich übersetzte sie neben Rasmus Nikolajsen auch Texte von Naja Marie Aidt.

Adrian Kasnitz: Kalendarium #5

Vier Teile des Langzeitprojekts Kalendarium von Adrian Kasnitz sind bereits erschienen, nun folgt der fünfte Teil. Kalendarium #5 versammelt 31 Gedichte für jeden Tag des Monats Mai. Es fragt nach dem Status von Freundschaft, begibt sich auf die Wiesen und in die Biergärten voller Liebe und Verlangen. Sucht das Meer, findet Wüste. Schleckt Eis, trinkt Sirup und Smoothie. Möchte mit Rhabarberstengeln peitschen. Geht auf Konzerte, in Büsche. Wartet am Bahnhof. Wartet darauf, dass du herauskommst.

Neben den 31 Gedichten enthält das Buch vier Collagen des Autors. Das Lektorat besorgte diesmal Bastian Schneider. Die graphische Gestaltung stammt wie immer vom Kölner Büro Kikkerbillen.

Adrian Kasnitz: Kalendarium #5. Gedichte, 44 Seiten, Preis: 10,- € – ab sofort lieferbar

Cover Kalendarium #5

Adrian Kasnitz, 1974 an der Ostsee geboren, aufgewachsen in den westfälischen Bergen, lebt in Köln. Von ihm erschienen zuletzt die Gedichtbände Kalendarium #1 bis #4 (parasitenpresse 2015f.), und Glückliche Niederlagen (Sprungturm 2016) sowie der Roman Bessermann (Launenweber 2017).