Europäisches Literaturfestival Köln-Kalk – Programm ist online!

Das Programm unseres mehrsprachigen Europäischen Literaturfestivals in Köln-Kalk ist nun online. Am 3. September eröffnen wir das Festival in einer großen Lesung mit Gisela Casimiro (Lissabon/Guinea-Bissau), Lütfiye Güzel (Duisburg), Luis Luna (Spanien), Mati Shemoelof (Berlin/Israel), Andreea Simionel (Italien) und Xoşewîst (Leipzig/Syrien), Moderation: Adrian Kasnitz. Am Samstag (4.9.) und Sonntag (5.9.) finden weitere Lesungen aller Autor*innen des Eröffnungsabends statt und es stellen sich die Literaturzeitschriften Das Narr, KLiteratur, P.S. – Politisch Schreiben und Trimaran vor. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit ehemaligen ELK-Gästen nämlich mit Alexander Estis (Köln/Schweiz), Zoltán Lesi (Wien/Ungarn), Arvis Viguls (Lettland) und Krišjānis Zeļģis (Lettland).

Ruth Lasters: Lichtmesser

Wörter, Lücken und ihre Kombination, das ist es, woraus die flämische Dichterin Ruth Lasters ihre Texte komponiert. „Als man mir erzählte, dass das Alphabet nur 26 Buchstaben besitze, wurde ich argwöhnisch, weil meine Mutter mir doch jeden Abend die Bücher von Roald Dahl vorlas und die Sätze darin jedes Mal ganz anders klangen“, sagte sie selbst einmal. Der Übersetzer Stefan Wieczorek, der ihre Gedichte für den Band Lichtmesser auswählte und ins Deutsche übertrug, meint: „Ihre Gedichte sind häufig Versuchsanordnungen oder Spielanweisungen für performative Inszenierungen, die erst in der Poesie möglich werden.“ Beispielsweise in dem Gedicht Flosse, in dem Punkte eines Stadtplans gesetzt und verbunden werden. Die Koordinaten persönlicher Begegnungen mit Freunden und Bekannten ergeben etwas, das der Form eines Fisches gleicht. Aus allen Texten sprudelt hier die wunderbare Fähigkeit, mit Stift auf Papier Linien zu ziehen und dadurch poetisch-befremdliche Welten entstehen zu lassen.

Ruth Lasters: Lichtmesser. Gedichte aus dem Niederländischen von Stefan Wieczorek, 52 Seiten, Preis: 10,- € – ist ab sofort lieferbar

Cover Lasters

Ruth Lasters, geb. 1979 in Antwerpen, ist Dichterin, Romanautorin und Essayistin. 2006 debütierte sie mit dem Roman Poolijs, der mit dem Flämischen Debütpreis ausgezeichnet wurde. Der zweite Roman, Feestelijk Zweet, folgte 2010 und Vlaggenbrief, ihr jüngster Roman, wurde 2014 publiziert. Für ihr Lyrik-Debüt Vouwplannen (2007) erhielt sie den Preis der Zeitschrift Het Liegend Konijn. Ihr zweiter Lyrikband, Lichtmeters, erschien 2015 und wurde mit dem Herman De Coninckprijs ausgezeichnet. Mit dem Gedicht Chicorée aus Lichtmeters gewann sie zudem den Turing-Gedichtwettbewerb.

Stefan Wieczorek, geb. 1971 in Koblenz, ist Übersetzer, Literaturwissenschaftler und Essayist. Er lebt in Aachen, im Dreiländereck Niederlande-Belgien-Deutschland.
Sein Engagement gilt insbesondere der Lyrik aus Flandern und den Niederlanden, siehe auch die gemeinsam mit Christoph Wenzel herausgegebene Anthologie Polderpoesie. Junge Lyrik aus Flandern und den Niederlanden (2016) und den Themenband Bojen & Leuchtfeuer (2016) der Literaturzeitschrift die horen.

 

Unverwechselbar

Ein ausführlicher Essay von Stefan Wieczorek über neue Poesie aus Flandern und den Niederlanden ist auf der Seite von artefakt-berlin zu finden. Neben vielen Hinweisen auf Dichter/innen und ihre aktuellen Übersetzungen ins Deutsche fehlt auch der Hinweis auf Menno Wigmans Buch nicht. „Der Band Im Sommer stinken alle Städte erlaubt endlich auch einen Einblick in das unverwechselbare und hochgepriesene Werk von Menno Wigman“, schreibt Wieczorek, der gemeinsam mit Christoph Wenzel die Anthologie Polderpoesie. Junge Lyrik auf Flandern und den Niederlanden bei den Kollegen von [sic] – Literaturverlag herausgibt.

Wigman Coveransicht