Eleonore Schönmaier: Wellenlängen deines Liedes

Die Gedichte der kanadischen Dichterin Eleonore Schönmaier aus dem Band Wellenlängen deines Liedes sind in der nordkanadischen, post-industriellen Landschaft der borealen Wälder angesiedelt. Sie ziehen eine Spur von dort in die urbane Welt der Exilanten, der Kunst, Musik, Literatur und Wissenschaft und wagen den Sprung über den Atlantik nach Europa. Wie Kettenglieder fügt sich ein Gedicht zum anderen. Das folgende Gedicht ist immer eine Antwort auf das vorherige und ein Weiterschreiten auf einem langen, musikalisch-poetischen Weg. „Das Fließende innerhalb der Gedichte spiegelt sich in ihrer feinsinnigen Anordnung. Die Wirkung gleicht der einer Symphonie mit verwobenen und subtil variierten musikalischen Motiven, und wie bei einer Symphonie entsteht so ein komplexer Zusammenklang.“ (Arc Poetry Magazine)

Die Übersetzung von Wavelenghts of your song ins Deutsche hat Knut Birkholz besorgt. Mit dem umfangreichen Gedichtband veröffentlichen wir als Verlag zum ersten Mal einen Titel aus Nordamerika, aus Kanada, dem Gastland der Frankfurter Buchmesse 2020 bzw. 2021. Eleonore Schönmaier wird am 4.-6. September 2020 beim Europäischen Literaturfestival in Köln und voraussichtlich am 15. Oktober 2020 bei der Buchmesse in Frankfurt lesen.

Eleonore Schönmaier: Wellenlängen deines Liedes. Gedichte aus dem Englischen von Knut Birkholz, 166 Seiten, Preis: 15,- € – ist ab sofort lieferbar

Eleonore Schönmaier, geboren und aufgewachsen in einer abge­legenen Siedlung Nordkanadas, lebt sie heute teils an der kana­dischen Atlantikküste, teils an der niederländischen Nordseeküste. Sie ist die Autorin von drei von der Kritik gefeierten Gedichtsamm­lungen, erschienen bei McGill­Queen’s University Press, wo im Jahr 2021 ihr vierter Band, Field Guide to the Lost Flower of Crete, erscheinen wird. Sie hat namhafte Literaturpreise gewonnen, da­runter den Alfred G. Bailey Prize, den Earle Birney Prize, den National Broadsheet Contest und den Sheldon Currie Fiction Prize. Ihre Gedichte wurden von griechischen, niederländischen, schottischen, amerikani­schen und kanadischen Komponisten vertont. Ihre Lyrik wurde in vielen Anthologien in Kanada und den Vereinigten Staaten und zu­ dem in Best Canadian Poetry veröffentlicht.

Knut Birkholz ist Autor, Übersetzer und Kurator. Er hat in den Be­reichen Ausstellungskuration, Architekturjournalismus und Kunst­kritik gearbeitet, seine nichtliterarischen Texte wurden in Ausstel­lungskatalogen, Architekturzeitschriften und Kunstausstellungen veröffentlicht. Im Jahr 2007 wurde er für den Literaturpreis Open Mike nominiert. Er hat bislang drei Romane geschrieben und litera­rische Arbeiten in Anthologien, Literaturmagazinen und Kunstaus­stellungen publiziert. Seit 2017 initiiert er Erstübersetzungen von Lyrik, Drama und Prosa aus dem Niederländischen und Englischen ins Deutsche. Seit 2018 ist er Kurator des internationalen Atelier­programms IAP Weimar, seit 2019 Kurator der Kunstinitiative Manifold Books Amsterdam. Geboren und aufgewachsen in der DDR, lebt er seit bald zwanzig Jahren in den Niederlanden

Tiefenscharfer Blick

„Artur Becker wirft in seiner Dichtung einen tiefenscharfen Blick auf die Jetztzeit, die er mit der Vergangenheit korrespondieren lässt und leuchtet sie aus nach verborgener Metaphysik. Das große Repertoire an sprachlichen Bildern und Metaphern, klug verbunden mit historischem Wissen, macht dazu seine Lyrik äußerst lesenswert“, schreibt Matthias Ehlers über Bartel und Gustabalda von Artur Becker in einer Besprechung bei WDR5 Bücher. Und an einer anderen Stelle: „So führt uns Artur Becker in seinen Gedichten durch die Zeit, ‚jeden Tag aufs neue los‘, macht Halt im Aachener Dom und auf Capri, wo wir den römischen Kaiser Tiberius im Exil treffen. Hält inne bei dem Gedicht ‚An den Fotografen von Auschwitz Wilhelm Brasse‘, um dann weiter zu gehen nach Venedig und zum ‚Land der Dreitausend Seen und Wälder‘.

Cover Becker 19Aug Kopie

Ketten und Strippen

„In Cadenas’ Texten sind Gepäckstücke selbst Ketten, die an die Vergangenheit binden“, schreibt Nora Zapf im Signaturen-Magazin über Klagelieder im Gepäck von Rafael Cadenas. „Die traurige Musik, sp. Tristias, nach den Exilbriefen Ovids (Muchas Tristias llevas), viel Trauriges, viele Trauerlieder trägst du mit dir, also dem sp.triste (‚traurig‘) verwandt, ist nicht stumm zu kriegen, heißt Fremde, zeichnet dich aus als Fremdling, durch dessen Blut Exil rennt (En nuestras venas corre exilio). Hier im Limbus sind Menschen angestellt, die vergessen sollen, es aber nicht wollen oder können. Wo sind sie angestellt? Bei Apparaten, politischen Maschinerien, Systemen, die Strippen ziehen heimlich im Hintergrund, befehlgebende Absenz.“

Cover Cadenas