Bücherpaket zum Europäischen Literaturfestival

Das Europäische Literaturfestival, das dieses Jahr zum ersten Mal im Kölner Stadtteil Kalk stattfand, kann man nachlesen. Wir schnüren ein Bücherpaket mit den Texten des Festivals. Darin enthalten sind: Der Festivalreader (mit Texten im Original und Übersetzung), Schwarz auf weiß von Lidija Dimkovska, Madame Intuita von Izabela Morska, Hatte Kurt Cobain eine E-Mail-Adresse? von Audun Mortensen, Nützliche Kinderspiele von Danae Sioziou, Wir bauen eine Stadt von Kinga Tóth, Die Handschrift einer Nadel von Arvis Viglus, Sprüche des Russen von Alexander Estis (erschienen bei hochroth Bielefeld) und die KLiteratur Nr. 1, in der sich Texte von Nurduran Duman finden. Dazu legen wir eine parasitäre Umhängetasche. Das Paket kostet 80,- € und ist kann hier direkt im Buchladen bestellt werden.

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Wie Narben

„Schön komponiert, ist jedes Kapitel von einer kleinen Sinneinheit getragen, die die aufeinanderfolgenden Gedichte verbindet; die Erneuerung des Menschen bei Zahnarzt und Friseur, die Narben von Natur und Mensch, oder die Wäsche, die Anzeichen eines nicht erinnerbaren Geschehnisses trägt“, schreibt Elke Engelhardt über Die Handschrift einer Nadel von Arvis Viguls in einer ausführlichen Besprechung bei Fixpoetry. „Viguls Lyrik erscheint wie eine Abfolge einzelner Schnitte, die dennoch einen Film ergeben. Vielfältig. Eindeutig. Wie Narben, die immer als Narben zu erkennen sind, auch wenn unsicher bleibt, von welcher Verletzung sie herrühren.“

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Labyrinthische Komplexität

In der aktuelle Ausgabe des österreichischen Literaturmagazins Volltext widmet sich Paul-Henri Campbell dem Gedicht Das Buch aus dem erwähnten Band und schreibt: „Der lettische Dichter Arvis Viguls (geboren 1987) aus dem südwestlich gelegenen Örtchen Jēkabpils präsentiert seinen Leser*innen Gedichte von labyrinthischer Komplexität. Kaum wird man der Kraft dieser Texte gerecht, zitiert man nur eines aus dem nun auf Deutsch vorliegenden Band Die Handschrift einer Nadel.“

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Gewaltige Schönheit

„Ob Viguls die Monströsität eines Bodybuilders als ‚Ziegelhaus‘ beschreibt, dessen gewaltige Schönheit der Dichter durchaus anerkennt, oder die Verzweiflung einer Scheidungstochter in einem Fastfoodrestaurant, die die Zeit hasst, die ihr Vater nicht für sie übrig hat – das alltägliche Leben findet sich mit diesen poetischen Worten treffender und existenzieller beschrieben als in den gängigen Klischees automatisierter Vorstellungen, die dem Schulbeginn, dem Waschtag oder den Besuchen im Fastfoodrestaurant anhaften mögen“, schreibt Uwe Bongartz über Die Handschrift einer Nadel von Arvis Viguls in einer ausführlichen Besprechung in der Lettischen Presseschau aus Münster.

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Kleines osteuropäisches Bücherpaket

Mit dem kleinen osteuropäischen (oder ostmitteleuropäischen) Bücherpaket entführen wir mit Arvis Viguls, Die Handschrift einer Nadel, nach Lettland, mit Kinga Tóth, Party, ins ländliche Ungarn und mit Christoph Georg Rohrbach, O., in die deutsch-polnisch-tschechische Grenzregion. Das Bücherpaket gibt es für 28,- €, eine parasitäre Umhängetasche gibt es als Geschenk dazu. Einfach in unserem Buchladen bestellen. Weitere Titel aus Osteuropa folgen im Sommer.

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Arvis Viguls: Die Handschrift einer Nadel

Mit Lyrik aus Lettland geht es weiter in unserer Reihe Die nummernlosen Bücher. Der lettische Dichter Arvis Viguls stochert im Leben herum, kratzt alte Narben auf, verkriecht sich im Bett, wäscht seinen Vater. Cut your hair!, diesem Ruf, halb Rat, halb Befehl, folgt er und steht als neuer Mensch da, „jemandem ähnlich, / dem die schwere Krone vom Kopf gehoben wird / und der jetzt / ohne Zepter oder Schirm / durch die kalten verregneten Straßen laufen muss“. Erstmals liegt nun auf Deutsch ein Gedichtband von Viguls vor, den die Wiener Dichterin Astrid Nischkauer für uns übersetzt hat.

Arvis Viguls: Die Handschrift einer Nadel. Gedichte, aus dem Lettischen übersetzt von Astrid Nischkauer, 86 Seiten, Preis: 12,- € – ist ab sofort lieferbar

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Arvis Viguls, geb. 1987 in Jēkabpils, lebt als Dichter und Übersetzer in Riga. Er veröffentlichte bisher drei Gedichtbände Istaba (Raum, 2009), 5:00 (2012) und Gramata (Buch, 2018) und erhielt dafür mehrere Preise, u.a. den Preis des Lettischen Autorenverbandes für das beste Debüt, den Preis des lettischen Poesiefestivals Dzejas dienas für den besten Band des Jahres und den Preis der Anna-Dagda-Stiftung. Einzelne Gedichte wurden in mehr als vierzehn Sprachen veröffentlicht. 2017 erschien ein Auswahlband auf Spanisch, La caligrafía de la aguja.

Astrid Nischkauer, geb. 1989, Dichterin und Übersetzerin. Drei Gedichtbände in der parasitenpresse, zuletzt: Satyr mit Thunfisch (2018). Rezensionen und Literarische Selbstgespräche für fixpoetry.com. Lebt zwischen Bücherbergen und in Wien.