Kann man Wunder löschen?

„Kann man Wunder löschen? Hinter dem mysteriösen Titel verbirgt sich eine ausgezeichnete Sammlung zeitgenössischer Lyrik aus Portugal“, schreibt Matthias Ehlers für WDR5 Bücher über unsere Anthologie Wie man ein Wunder löscht. Und weiter: „Die Gedichtsammlung kommt aus dem kleinen, aber feinen Kölner Verlag Parasitenpresse, der sich seit über 20 Jahren auf Lyrik und Kurzprosa spezialisiert hat. Dafür wurde er 2021 mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet. Ehre wem Ehre gebührt. ‚Mit den Gedichten der acht Lyrikerinnen und Lyriker möchten wir vor Augen führen, wie kulturell und politisch divers die portugiesische Gegenwartslyrik ist.‘ Das schreiben im Nachwort Beatrice Cordier und Laurine Irmer, die für Auswahl und Übersetzung verantwortlich sind.

Genau gesagt sind es sechs Lyrikerinnen und zwei Lyriker, die hier den geneigten Leserinnen und Lesern von dem erzählen, was sie bewegt und zu Gedichten inspiriert hat. Thematisiert werden die eigene Seelenlage, Verreisen, die koloniale Vergangenheit Portugals, die nach wie vor mächtige katholische Kirche in Portugal, gesellschaftliche Traditionen und einiges mehr.

Sich selbst, private und politische Situationen reflektierend, sind den relativ jungen Lyrikerinnen und Lyrikern eindringliche Gedichte gelungen, die bisweilen drastisch im Ausdruck, selten hermetisch und oft durchaus komisch sind.

Wie man ein Wunder löscht ist eine immer interessante und sehr lesenswerte Anthologie, die jederzeit zu empfehlen ist“. Hier ist der Link zum Beitrag. In der Sendung lief übrigens das Gedicht Jenny von Sara F. Costa.

Deutscher Verlagspreis für die parasitenpresse

Mit einem der 66 Deutschen Verlagspreise ist gestern die parasitenpresse für ihre verlegerische Arbeit ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand durch die Beauftragte der Bundesregierung für Medien und Kultur Monika Grütters und die stellvertretende Jury-Vorsitzende Patricia Klobusiczky in den Münchner Kammerspielen statt. Die Parasiten mussten leider wie die meisten anderen Kolleg*innen zuhause bleiben.

Verlagspreis

Herzlichen Glückwunsch an alle ausgezeichneten Kolleg*innen! Für den Deutschen Verlagspreis haben wir zusammen gestritten. Schön, dass es ihn jetzt gibt.

Wir haben keinen bekommen. Das kann schon mal passieren. Wir arbeiten auch künftig dran. Da wir uns aber für das Bewerbungsverfahren die Mühe gemacht haben, möchten wir ein paar Daten an unsere Leser*innen preisgeben. Zur Zeit geben wir 14-18 Bücher im Jahr heraus, die von lebenden jüngeren und älteren, deutschsprachigen und internationalen Autor*innen geschrieben werden. Meistens Lyrik, manchmal kurze Prosa. Sie werden geschrieben, übersetzt, lektoriert und dann als Bücher gestaltet. Wir geben dem Nachwuchs eine Chance und lassen ihn auch weiterziehen, wenn es nötig ist. Wir machen über 100 Veranstaltungen mit verschiedenen Partnern im Jahr, über 30 davon organisieren wir alleine. Wir sind ein kleines mobiles Literaturhaus, könnte man meinen. Wir werden nicht dauernd gefördert, wir sind an keinen Konzern, keine Institution gebunden. Wir zahlen Honorare, wir zahlen Steuern. Wir machen das alles ganz alleine – beziehungsweise doch nicht: gemeinsam mit einer Vielzahl an Dichter*innen, Übersetzer*innen und Künstler*innen! Ihnen allen gilt unser Dank!

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