Was wir 2018 vorhaben

Das Jahr 2017 ging für uns mit den beiden Lyrikanthologien aus Griechenland und Dänemark zuende. 2018 starten wir mit einem Relauch unserer paradosis-Reihe, die ja immer für überraschende Textformen offen war, und zwar mit Prosa von Luise Boege (siehe Coverabbildung, Artwork von Mirjam Elburn, erscheint Ende Januar). Neben der Fortsetzung des Kalendariums von Adrian Kasnitz mit dem 4. Teilband, rückt mit Walter Fabian Schmids Debütband auch die Schweiz in unseren Fokus, die bislang unter den deutschsprachigen Ländern fehlte. Überhaupt wird 2018 wieder sehr international. Die erste Jahreshälfte ist südamerikanisch geprägt. Zum einen bringen wir ein Fotobuch mit Straßen-Aufnahmen aus Chile von Manuel Araneda heraus, den wir vor einem Jahr in Santiago kennengelernt haben, gefolgt von Gedichten von Enrique Winter (Chile) und Rafael Cadenas (Venezuela). Neue Gedichtbände aus Belgien, Lettland, Mazedonien und Österreich sind für die späteren Monate des Jahres geplant. Aber auch die hiesige Szene wird natürlich nicht vergessen.

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Hier habt ihr mich. Neue Gedichte aus Dänemark

‚Det er i poesien, det sner‘: in der Lyrik schneit es. So schrieb es Jes Stein Pedersen, Kulturredakteur der dänischen Zeitung Politiken, als diese für ihren renommierten Literaturpreis im Jahr 2016 ausschließlich Dichter nominierte – Die Lyrik ist das literarische Genre, das derzeit die größte Aufmerksamkeit verdient hat. Denn, sagt Pedersen, schon seit einigen Jahren schneie es „hervorragende neue dänische Gedichtbände, die souverän mit der Sprache arbeiten und jede Form von Gewohnheitsdenken herausfordern“. Gleichzeitig erreicht diese neue Lyrik auch ein größeres Publikum. Das Internet ist eine wichtige Bühne für junge Lyriker geworden, überhaupt nimmt das Performative einen immer größeren Stellenwert ein und erhöht die Popularität des Genres. 2016 gab es auch beim größten internationalen Literaturfestival Dänemarks, Louisiana Literature, erstmals einen gut besuchten „Lyrikmarathon“, bei dem die Zuschauer bis spät in die Nacht erleben konnten, wie lebendig und stark sich die dänische Lyrik derzeit präsentiert. Die Gedichte erreichen nach wie vor auch die klassischen Leser jenseits der Bühnen. So passiert es sogar, dass Gedichtbände, die einen besonderen Nerv treffen, zu Bestsellern werden. Die Lyrik, oft reflexhaft als exklusiv und unzugänglich verrufen, gewinnt an Selbstbewusstsein. Ohne sich anzubiedern, erobert sie neue Räume – und neue Leser, schreiben Ursel Allenstein und Marlene Hastenplug, die beiden Herausgeberinnen über die dänische Lyrikszene.

Die Anthologie Hier habt ihr mich stellt zehn (junge) dänische Dichter*innen in einer zweisprachigen Auswahl vor. Die Texte stammen von Naja Marie Aidt, Rasmus Nikolajsen, Theis Ørntoft, Katrine Marie Guldager, Caspar Eric, Cecilie Lind, Sten Kaalø, Bjørn Rasmussen, Marie Gerhardt und Asta Olivia Nordenhof. Die Übersetzungen besorgten Studierende der Goethe-Universität Frankfurt und zwar Phillipp Botte, Justus Carl, Sarah Fengler, Berit Huntebrinker, Rosa-Claire Reinicke, Viktoria Marie Stowasser und André Wilkening.

Hier habt ihr mich. Neue Gedichte aus Dänemark, hg. v. Ursel Allenstein und Marlene Hastenplug, zweisprachig, 142 S., Preis: 15,- € – erscheint heute und ist ab sofort lieferbar

Cover Danish Hier habt ihr mich

 

ich habe dir ein zuhause gebaut
oben in der baumkrone
dort können dich
keine bösen affen
kriegen
dort kannst du
alles im auge behalten
und alles blinkt

jeg har bygget dig et hjem
i træets top
der kan
ingen onde aber
nå dig
der kan du
holde øje med det hele
og alting blinker

Naja Marie Aidt

Internationales Sommerpaket

  • Bevor alle in den Sommer entfliehen, schnüren wir ein internationales Sommerpaket, damit niemand ohne gute Lyrik in die Ferien fahren muss. Es besteht aus je einem Band von Astrid Nischkauer (Österreich), Kinga Tóth (Ungarn), Martin Glaz Serup (Dänemark), Menno Wigman (Niederlande), Pablo Jofré (Chile) und Timo Berger (Süden). Als Paket bestellt erhalten Sie es für 55,- € (in D inkl. Versand, ohne Erdbeere). Einfach unter Buchladen als Sommerpaket bestellen.

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Was wir vorhaben

Nach einem sehr spannenden und internationalen Jahr sind wir im ersten Halbjahr 2017 wieder ganz auf die hiesige Dichterszene fokussiert. Bereits erschienen ist Wart und Gegenwart von René Hamann. Folgen werden Gedichte von Kathrin Bach, Pablo Jofré und Christoph Danne sowie das Kalendarium #3 von Adrian Kasnitz. Ab Sommer wollen wir Sie aber wieder literarisch nach Südamerika, Griechenland und Dänemark entführen.

Wir freuen uns natürlich auf persönliche Begegnungen mit Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, bei einer unserer Lesungen oder an einem unserer Messestände.

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Martin Glaz Serup: Das Feld

„Dies ist ein Naturgedicht, das auch von anderem handelt als der Natur, denn es gibt ja anderes, drei kalte Treibhäuser, ihre feuchte Industrie, gelb im Nebel auf dem Feld. Kann es einem so gehen wie dem Feld, wie kann man sich identifizieren mit ihm, mit einem solchen Ort, einem gepflügten Feld, einem seltsam offenen Raum, einem Körper ohne Organe“, so beginnt Martin Glaz Serups Langgedicht Das Feld, das nun in der deutschen Übersetzung von Ursel Allenstein vorliegt.

Martin Glaz Serup, geb. 1978 in Kopenhagen, wo er auch lebt. Er ist Autor von Kinderbüchern, Lyrik und theoretischen Essays. Zuletzt erschienen u.a. der Essayband Relationel poesi, der Gedichtband Romerske nætter und das Kinderbuch Yana og Eliah (og mange andre børn). Das Langgedicht Marken (Das Feld) erschien auch in den USA, Finnland und Schweden. Glaz Serup gab verschiedene Literaturmagazine heraus, wurde mehrfach für sein literarisches und literaturwissenschaftliches Werk ausgezeichnet und unterrichtet literarisches Schreiben. Außerdem betreibt er die Literaturblogs kornkammer.blogspot.com und www.prmndn.dk.

Ursel Allenstein, geb. 1978 in Frankfurt/M., studierte u.a. Skandinavistik in Frankfurt/M. und Kopenhagen und lebt in Hamburg. Sie übersetzt aus dem Dänischen, Schwedischen und Norwegischen und wurde dafür u.a. mit dem Förderpreis zum Straelener Übersetzerpreis ausgezeichnet.

Martin Glaz Serup: Das Feld. Gedicht aus dem Dänischen von Ursel Allenstein, 104 Seiten, Preis: 14,- € – ab sofort lieferbar

Glaz Serup Feld Coveransicht