Nora Zapf: rost und kaffeesatz

Als Band 041 unsrer Lyrikhefte erscheint nun rost und kaffeesatz der Münchner Dichterin Nora Zapf, was zugleich ihr Debüt ist. Elf Gedichte, elf Ansätze, um im Kaffeesatz zu lesen, um aus dem Kaffeesatz heraus, die Welt zu deuten, zumindest diesen Ausschnitt von Welt, der oberhalb von Tasse und Untertasse sichtbar wird. Elf Tage, die beim Kaffee beginnen – oder wie es an einer Stelle heißt: „vom gähnen zieht s. / mund hoch, backen s. gerundet sind, rosten ein, wie / sagt man augurenlächeln?“ – und sich sprachlich und sinnlich Richtung „grellsehen“ vortasten.

IV. kaffeesatz (donnerstag): rinnen ohne ende: absatz? die
untertasse verwechselt blüht komma u. ohnendlich strich
verfängt der boden s. in vögeln und, dies comment, das
einen immer wieder lässt anders hängen. ein dreipunkt
saugen dürfte am nächsten, schont durch eingefahren flügeln.
noch federleicht die dünnen zeichen aufgetucht, in zuckerfreien
stunden – es schifft wie wenn und in schieflage s. – was für folgen
haben, was hältst eigtl. du so von warten, mein engel, von resten?

Nora Zapf: rost und kaffeesatz. Gedichte, 14 Seiten, Preis: 6,- € – ist ab sofort lieferbar

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Nora Zapf, was born in Paderborn. Sie lebt in München und Innsbruck. Lyrikerin und Übersetzerin. Veröffentlichungen zuletzt in mosaik, All dies hier Majestät ist deins und Der Greif. Übersetzungen von Fernando Pessoa und Mario Santiago Papasquiaro bei turia+kant. Literaturstipendium der Stadt München. Organisation der Lesereihe meine drei lyrischen ichs.

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Forsch und frech

„Der Band ist bunt und macht, was er will. Das gilt nicht nur typographisch, das gilt vor allem tonal. Verschiedene Zyklen siedeln im stimmapparatvibrato, ihnen gemein ist eine forsche und bisweilen, frech-herausfordernde Art, konkret zu sein“, schreibt Jonis Hartmann auf Fixpoetry über den Debütband von Walter Fabian Schmid.

WF Schmid_Cover

Manuel Araneda: Die Armutslehre der Bohne

Der chilenische Dichter und Fotograf Manuel Araneda (Jg. 1986) ist mit seiner Kamera in den Straßen von Santiago de Chile unterwegs und dokumentiert die sichtbare Seite von Armut und das Leben auf der Straße. Seine Bilder zeigen Kinder und Alte, Männer wie Frauen – alle, die nicht nur von einem persönlichen Schicksal gezeichnet sind, sondern die manchmal latent, manchmal sehr offensichtlich als Opfer von historischen und aktuellen Machtstrukturen zu erkennen sind. „Die Porträtierten sind nicht allein“, schreibt Araneda im Begleittext, „da sind ganze Generationen in ihren Blicken.“ Der Titel der Fotos rekurriert auf ein Gedicht des chilenischen Dichters Pablo de Rokha, in dem er von „Rotología“, der Armutslehre der „betrogenen Nation“ spricht.

Adrian Kasnitz, der Herausgeber des Bandes, traf den Fotografen auf einer Buchmesse in Santiago, auf der er von seinen Fotos und dem anderen Blick auf Chile erzählte. Aus der zufälligen Begegnung wurde ein Austausch über Fotografie und Poesie, der in diesem Fotobuch mündet.

Manuel Araneda: Die Armutslehre der Bohne. Fotos aus Chile, 44 Seiten (38 Fotos, schwarzweiß und farbig; Begleittext auf Deutsch, Spanisch und Englisch; Texto en español; Text in English), Preis: 10,- €

Cover Araneda

Manuel Araneda, geb. 1986, lebt als Fotograf, Dichter und Psychotherapeut in Santiago de Chile.

(Hinweis für Abonnenten: Als Sonderdruck ist dieses Fotobuch kein Bestandteil von Abos.)

 

Sieben Bogen Papier. Eine persönliche Bemerkung zum 18. Geburtstag der parasitenpresse

Im April 2000 zeigte ich zwei Freunden in einem Café in Köln-Sülz (Adresse: Weyertal, das Café existiert heute in anderer Form und gehört zur Buchhandlung nebenan) ein Buchobjekt, das ich aus gebrauchten Briefumschlägen gefertigt hatte. Das Lyrikheft mit elf Textseiten gefiel den Freunden. Hätten sie damals die Köpfe geschüttelt, wäre es nie zur Gründung der parasitenpresse gekommen. Noch im April begannen wir die Produktion solcher Hefte (erste Verlagsadresse: Marienstr. 39 in Köln-Ehrenfeld). Da das Papier (gebrauchte Briefumschläge aus aller Welt, Packpapier, Künstlerkarton) gesammelt und per Hand zugeschnitten werden musste, war jedes Heft ein Unikat. Im ersten Jahr erschienen gleich fünf Titel (davon sind zwei immer noch als Neuausgabe lieferbar).

Neben dem literarischen Schreiben, dem Studium, der Kindererziehung und wechselnden Berufen begleitet mich die parasitenpresse seitdem und wird nun volljährig. Über achtzig Titel sind erschienen (Lyrikhefte, Taschenbücher, Anthologien, 3 E-Books und 2 CDs) von deutschsprachigen aber auch immer wieder internationalen Autorinnen und Autoren. Bücher, die in unzähligen Lesungen vorgestellt wurden und die uns in große aber auch abwegige Städte, fremde Länder und sogar über den Atlantik getragen haben. Für mich (ich bin in einem einsam gelegenen Haus in Masuren und am sauerländischen Waldrand aufgewachsen und stamme aus randständigen Verhältnissen) ist es immer noch schier unglaublich, wie aus sieben gefalteten Bogen Papier ein Verlag entstehen kann.

A.K.

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Wahrnehmungsflash

„Adrian Kasnitz zeigt furios, was Lyrik kann: das Koordinatensystem unseres Lebens poetisch zu verdichten“, schreibt Björn Hayer im aktuellen Bücher-Magazin (April/Mai 2018) über Kalendarium #3 und insbesondere das Gedicht Organe. „Atemlos werden wir darin mitgerissen und geraten in einen regelrechten Wahrnehmungsflash“.

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Viermal Kalendarium

Viermal ist das Kalendarium von Adrian Kasnitz schon erschienen. Die Gedichte für Januar, Februar, März und April sind als Einzelbände erhältlich, können auch weiterhin abonniert oder aber als Paket (4x Kalendarium à 40,- €) bestellt werden. Alle, die jetzt ein Kalendarium-Abo oder ein -Paket bestellen, erhalten zusätzlich den Gedichtband Den Tag zu langen Drähten von Kasnitz kostenlos dazu.

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