Auftauchen auf der geschönten Oberfläche

„Winters Gedichte sind von einer anderen Qualität. Sie sind nicht eingeschliffen und, obwohl Schönheit für Winter wichtig zu sein scheint, nicht schön, nicht blank oder glänzend. Und das ist gut so!“ schreibt Eric Giebel auf dem literarischen Blog Vitabu Vingi über Enrique Winters Oben das Meer unten der Himmel. Giebel sieht in den Gedichten eine Repetition des Fragmentarischen, in der der Untergrund oder Hintergrund plötzlich wieder auftaucht auf der geschönten Oberfläche. „Ich spüre eher noch den Anteil der Last, der sich aus der Erinnerung ergibt. Winters Gedichte haben ein Gedächtnis und blicken doch nach vorne.“ Der ganze Text ist hier zu finden.

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Hinausrudern aufs Sprach-Meer

„Die Dialektik dieser Poesie besteht darin, gerade die Beschlagenheit der Fensterscheibe zu suchen, um dahinter die Landschaft umso deutlicher aufleuchten zu lassen“, schreibt Guy Helminger im Luxemburger Tageblatt über Oben das Meer unten der Himmel von Enrique Winter. Und weiter: „Zugleich zeigen sich die Verse von üppiger Bildlichkeit, dass man ganze Nächte mit ihnen verbringen möchte, gar nicht anders kann, als mit ihnen hinaus zu rudern auf dieses Sprach-Meer voller Seegras und Strophen.“
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Südamerikanisches Sommerpaket

Für den Sommer empfehlen wir das südamerikanische Bücherpaket! Darin befinden sich der Fotoband Die Armutslehre der Bohne von Manuel Araneda (Chile) und die Gedichtbände Klagelieder im Gepäck von Rafael Cadenas (Venezuela) und Oben das Meer unten der Himmel von Enrique Winter (Chile).

Einfach unter Buchladen als Sommerpaket zum Preis vom 32,- € (inkl. Porto) bestellen.

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Rafael Cadenas: Klagelieder im Gepäck

Der venezolanische Dichter Rafael Cadenas (*1930) gilt in der hispanophonen Welt als Klassiker der spanischen Dichtung. Höchste Zeit, ihn auch bei uns vorzustellen. Unsere Auswahl fokussiert Gedichte aus seinem lyrischen Gesamtwerk, bei denen insbesondere der ethische Aspekt seiner Poetik (Literatur als Leben) sichtbar werden soll. Die Auswahlausgabe Klagelieder im Gepäck unternimmt nichts weniger als den Versuch, Rafael Cadenas im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen. Wir haben Texte ausgewählt, deren Sprachkritik einer Art stammesgesellschaftlichen Perspektive folgt und den Leser gleichzeitig quasidialogisch mitreflektiert und -einbezieht. Klagelieder im Gepäck kann zeigen, dass Gedichte wie Sand im Getriebe jeder Art von Totalitarismus fungieren – und das ganz ohne Verkündigungston oder große Gesten, aber durchaus mit der untrüglichen Einsicht, dass die Sprache der Dichtung mehr von unserer eigenen Sprache erwartet. Übersetzt wurden die Gedichte von Geraldine Gutiérrez-Wienken und Marcus Roloff.

Rafael Cadenas: Klagelieder im Gepäck. Gedichte aus dem venezolanischen Spanisch von Geraldine Gutiérrez-Wienken und Marcus Roloff, 56 Seiten, Preis: 10,- € – ist ab sofort lieferbar

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Rafael Cadenas, geboren 1930 in Barquisimeto/Venezuela, ist Lyriker, Essayist und Übersetzer. Er lebt als emeritierter Professor der Universidad Central de Venezuela in Caracas. Sein Gesamtwerk erscheint im Verlag Pre-Textos (Valencia/Spanien), zuletzt veröffentlichte er unter anderem den Auswahlband Obra entera. Poesía y prosa 1958-1995 (2007) sowie die Lyrikbände Sobre abierto (2012) und En torno a Basho y otros asuntos (2016). Für sein Werk erhielt erzahlreiche Preise, unter anderem den Premio Nacional de Literatura de Venezuela (1985), den Premio FIL de Literatura en Lenguas Romances (Mexiko 2009), den XII. Premio Internacional de Literatura Federico García Lorca (Granada 2015) und den Premio Reina Sofía (2018). Klagelieder im Gepäck stellt zum ersten Mal eine Auswahl von Gedichten aus seinem Gesamtwerk in deutscher
Übersetzung vor.

Premio Reina Sofía für Rafael Cadenas

Der venezolanische Dichter Rafael Cadenas erhält den Premio Reina Sofía de Poesía Iberoamericana, die wichtigste Auszeichnung für einen südamerikanischen Dichter. Sein erster Titel auf Deutsch, Klagelieder im Gepäck, erscheint in Juni bei uns (Infos folgen bald). Die Übersetzung stanmt von Geraldine Gutiérrez-Wienken und Marcus Roloff. Beide stellen das Buch heute (6.6.) in der Buchhandlung artes liberales universitas in Heidelberg vor.

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Die Karawane der Poesie in Chile

In einer Reise-Reportage für die Frankfurter Rundschau schildert der Schriftsteller Artur Becker seine Begegnungen in Chile und portraitiert darin auch den chilenischen Dichter Enrique Winter. Den Artikel gibt es online nachzulesen, die Winter betreffenden Passagen finden sich ab Seite 4.

Enrique Winter liest übrigens heute (31.5.) in Berlin in der Buchhandlung Andenbuch, am 5. Juni im Literaturklub Köln und am 7. Juni bei AHAB in Hamburg.

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