Aschermittwoch-Paket

Genug gefeiert, jetzt wird es Zeit, in sich zu gehen, nachzudenken, Dinge durchzustreichen (wie bei Luise Boege), Bilanz zu ziehen (wie es der kürzlich verstorbene niederländische Dichter Menno Wigman tut) oder sich an geliebte Menschen zu erinnern (wie bei Stefan Heuer). Deshalb gibt es dieses Bücherpaket. Bestellungen unter Buchladen, Preis 25,- €.

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Geschichte beschwören

Die Süddeutsche Zeitung bringt eine großen Bericht über Gerald Fiebigs nach dem nachkrieg und das Augsburger Kulturhaus Abraxas. „Die Texte in dem schmalen, gut gestalteten Heft ‚Nach dem Nachkrieg‘ (Parasitenpresse) handeln vom Kulturhaus im Augsburger Stadtteil Kriegshaber, das Fiebig seit 2015 leitet. Die Verse kommen leichtfüßig daher, transportieren ihren Inhalt unmerklich. Das geht bei der Adresse los“, schreibt Sabine Reithmaier. Den ganzen Artikel gibt es hier nachzulesen.

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Adrian Kasnitz: Hôtel Misericordia

Nous sommes très contents de vous annoncer la sortie de notre première plaquette en français: Hôtel Misericordia, onze poèmes d’Adrian Kasnitz, traduits de l’allemand par Tom Nisse. La présentation du livre a eu lieu ce week-end à Bruxelles.

Adrian Kasnitz: Hôtel Misericordia. Poèmes. Traduit de l’allemand par Tom Nisse, 14 pages, prix: 6,- €

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Adrian Kasnitz, né à la mer Baltique, grandi dans les montagnes de Westphalie, vit comme écrivain et éditeur à Cologne où il crée des rencontres littéraires et se préoccupe notamment de photographie, histoire et politique. Il a publié plusieurs recueils de poésie depuis 2006 et deux romans, dont le dernier en 2017, ainsi que des impressions de voyages. Ses textes ont été traduits en plus de dix langues de A comme arabe jusque U comme ukrainien et ont été enregistrés et cinématographiés.

Tom Nisse est né en 1973 au Luxembourg. Il vit à Bruxelles. Participe fréquemment à des lectures et des performances poétiques et organise divers événements culturels. Il collabore avec des artistes de toutes les disciplines et pratique des interventions plastiques intégrant le langage. A publié une quinzaine de receuils et de plaquettes de poésie et de proses courtes. Expositions collectives à Bruxelles et Esch-sur-Alzette, expositions personelles à Bruxelles et Liège.

 

 

 

Peiner Portrait

Die Peiner Allgemeine Zeitung (29.12.) brachte ein Portrait über Bernd Lüttgerding, seine schriftstellerische Arbeit und den Gedichtband Stäubungen. Lüttgerding schreibe „von Augenblicken, Situationen, Menschen und reißt ihre gesellschaftlichen Themen wie Glyphosat-verseuchte Äcker an“, heißt es da. Das Foto zeigt ihn in seinem Arbeitszimmer.

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kein schlaf bis kriegshaber

Zum Gedichtband nach dem nachkrieg von Gerald Fiebig veröffentlichen wir heute einen Bonustext, der nicht im Band enthalten ist.

 

kein schlaf bis kriegshaber (nach motörhead)

we are the road crew, auf signalwegen unterwegs
durch die besatzungszeitzonen, zwischen 45 & 95,
zwischen 230 & 110 volt: another europe map to learn.

wir arbeiten da, wo sich aux & esel gut’ nacht sagen.
wo sich hase & igel & raupe & raupe
& der schweigefuchs mit den devil horns
die klinkenkabel in die hand geben. we are the road crew.

wir arbeiten an der basis, & umverteilung kommt
an uns nicht vorbei. schon gar nicht, wenn’s um
elektroverteilung geht. i sing the body electric,
& ohne elektrizität singt hier niemand. du brauchst
mehr monitor? „shure, man.“ (das können wir auf türkisch,
vietnamesisch, auf russisch & butoh. another word i learned to say.)

wir entscheiden, wem wir seine (oder ihre) stimme geben,
denn der fader ist mächtiger als das schwert.
wir sind die herren über licht & schatten,
über die ballettteppichschicht auf den bodenlatten,
über riser & trusses, über nacht & nebelmaschinen.
we are the road crew.

wir halten hier mit leiter & gehörschutz,
mit hammer & sichel, äh, akkuschrauber,
mit geduld & spucke & kleber den laden zusammen:
another tube of superglue. another turn. another screw.
wir nehmen’s immer ganz genau. wir kennen unsre VstättV.
we are the road crew.

& wenn ihr weg seid, sind wir die letzten, die bleiben.
wir messen die stille nach dem ende des lärms.
another gig, my ears bleed. alle fader
sind unten, doch die feder
ist mächtiger als die schwerkraft & macht,
dass die blauen stühle im leeren theater
langsam nacheinander nach oben klappen.
& das macht ein geräusch, das ihr nie hören werdet.
das kennen nur wir. we are the road crew.

ihr seid die gaffer, aber wir ha’m das gaffa.
& wenn’s mit gaffa nicht mehr hält, dann spax ma’s.
we are the road crew aus dem abraxas.

für Andi, Bert, Georg, Peter & Wolfi

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Das Echo der Kaserne

„Was sich da (in das Kasernengelände) eingeschrieben hat, dem spürt Fiebig in einem neuen Gedichtband nach“, schreibt die Augsburger Allgemeine über nach dem nachkrieg. Und weiter: „Ein sehr ungewöhnliches Kapitel Augsburger Geschichtsschreibung ist Fiebig an diesem Ort gelungen.“ Dass Lyrik auch Geschichte kann, freut uns natürlich.

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