Stäubungen, 2. Auflage

Auch Stäubungen von Bernd Lüttgerding geht nun in die 2. Auflage. Ein Weilchen ist es noch hin, aber jetzt kann man schon mal das Datum notieren: Am 3. Juli stellen wir den Band in niedersächsischen Heimatgefilden des Autors vor, nämlich im Kulturpalast Linden in Hannover.

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Nora Zapf: rost und kaffeesatz

Als Band 041 unsrer Lyrikhefte erscheint nun rost und kaffeesatz der Münchner Dichterin Nora Zapf, was zugleich ihr Debüt ist. Elf Gedichte, elf Ansätze, um im Kaffeesatz zu lesen, um aus dem Kaffeesatz heraus, die Welt zu deuten, zumindest diesen Ausschnitt von Welt, der oberhalb von Tasse und Untertasse sichtbar wird. Elf Tage, die beim Kaffee beginnen – oder wie es an einer Stelle heißt: „vom gähnen zieht s. / mund hoch, backen s. gerundet sind, rosten ein, wie / sagt man augurenlächeln?“ – und sich sprachlich und sinnlich Richtung „grellsehen“ vortasten.

IV. kaffeesatz (donnerstag): rinnen ohne ende: absatz? die
untertasse verwechselt blüht komma u. ohnendlich strich
verfängt der boden s. in vögeln und, dies comment, das
einen immer wieder lässt anders hängen. ein dreipunkt
saugen dürfte am nächsten, schont durch eingefahren flügeln.
noch federleicht die dünnen zeichen aufgetucht, in zuckerfreien
stunden – es schifft wie wenn und in schieflage s. – was für folgen
haben, was hältst eigtl. du so von warten, mein engel, von resten?

Nora Zapf: rost und kaffeesatz. Gedichte, 14 Seiten, Preis: 6,- € – ist ab sofort lieferbar

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Nora Zapf, was born in Paderborn. Sie lebt in München und Innsbruck. Lyrikerin und Übersetzerin. Veröffentlichungen zuletzt in mosaik, All dies hier Majestät ist deins und Der Greif. Übersetzungen von Fernando Pessoa und Mario Santiago Papasquiaro bei turia+kant. Literaturstipendium der Stadt München. Organisation der Lesereihe meine drei lyrischen ichs.

Sieben Bogen Papier. Eine persönliche Bemerkung zum 18. Geburtstag der parasitenpresse

Im April 2000 zeigte ich zwei Freunden in einem Café in Köln-Sülz (Adresse: Weyertal, das Café existiert heute in anderer Form und gehört zur Buchhandlung nebenan) ein Buchobjekt, das ich aus gebrauchten Briefumschlägen gefertigt hatte. Das Lyrikheft mit elf Textseiten gefiel den Freunden. Hätten sie damals die Köpfe geschüttelt, wäre es nie zur Gründung der parasitenpresse gekommen. Noch im April begannen wir die Produktion solcher Hefte (erste Verlagsadresse: Marienstr. 39 in Köln-Ehrenfeld). Da das Papier (gebrauchte Briefumschläge aus aller Welt, Packpapier, Künstlerkarton) gesammelt und per Hand zugeschnitten werden musste, war jedes Heft ein Unikat. Im ersten Jahr erschienen gleich fünf Titel (davon sind zwei immer noch als Neuausgabe lieferbar).

Neben dem literarischen Schreiben, dem Studium, der Kindererziehung und wechselnden Berufen begleitet mich die parasitenpresse seitdem und wird nun volljährig. Über achtzig Titel sind erschienen (Lyrikhefte, Taschenbücher, Anthologien, 3 E-Books und 2 CDs) von deutschsprachigen aber auch immer wieder internationalen Autorinnen und Autoren. Bücher, die in unzähligen Lesungen vorgestellt wurden und die uns in große aber auch abwegige Städte, fremde Länder und sogar über den Atlantik getragen haben. Für mich (ich bin in einem einsam gelegenen Haus in Masuren und am sauerländischen Waldrand aufgewachsen und stamme aus randständigen Verhältnissen) ist es immer noch schier unglaublich, wie aus sieben gefalteten Bogen Papier ein Verlag entstehen kann.

A.K.

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Zerebraler Kontaktaufbau

„Fiebigs Lyrik ist lyrisch und kantig zugleich“, schreibt Martin Schmidt über nach dem nachkrieg in a3kultur, dem Feuilleton für Augsburg, „die Gedichte sind ein emotionaler und zerebraler Kontaktaufbau mit einem Steingebäude, das vor Historie flirrt. Fiebigs Worte sind eine Deutschstunde im doppelten Sinne: Geschichte, Gedichte, (alte und neue) Gewichte.“

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Geschichte beschwören

Die Süddeutsche Zeitung bringt eine großen Bericht über Gerald Fiebigs nach dem nachkrieg und das Augsburger Kulturhaus Abraxas. „Die Texte in dem schmalen, gut gestalteten Heft ‚Nach dem Nachkrieg‘ (Parasitenpresse) handeln vom Kulturhaus im Augsburger Stadtteil Kriegshaber, das Fiebig seit 2015 leitet. Die Verse kommen leichtfüßig daher, transportieren ihren Inhalt unmerklich. Das geht bei der Adresse los“, schreibt Sabine Reithmaier. Den ganzen Artikel gibt es hier nachzulesen.

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