Adrian Kasnitz: Kalendarium #7

Juli, Hitze und überlaufende Sprache aus Schleifen und Wendungen. Das alles versammelt das Kalendarium #7 von Adrian Kasnitz, der siebte Teilband des Kalendarium-Projekts. Schwimmen, Melone essen, lieben, den Tag auskosten, als gäbe es kein Morgen, heißt auch zu wissen von der Brüchigkeit der Welt, dem verlorenen Paradies, von den Stellen, die schon zerstört sind, den sterbenden Korallenriffen, den eingepferchten Tieren, dem stinkenden Fluss. Immer begleitet von dem Wunsch, die Stadt zu fluten oder alles in Flammen aufgehen zu lassen. In Dystopie und Endzeitstimmung bei knapp 40° C gleiten die Texte. Und doch bleibt da der Versuch, das Glück zu fangen, „das Unwiederbringliche am Abend bei den Containern“. Die Gedichte sind „kleine versteckte Scherzpistolen / die wir uns in den Mund stecken, tief hinein“. Und wieder zum Vorschein kommt die Welt, die wir gerupft und verschlungen haben. 

Neben den Gedichten enthält das Buch vier Collagen des Autors. Das Lektorat besorgte diesmal Mathias Traxler. Die graphische Gestaltung stammt wie immer vom Kölner Büro Kikkerbillen.

Adrian Kasnitz: Kalendarium #7. Gedichte, 44 Seiten, Preis: 10,- € – ist ab heute lieferbar

Adrian Kasnitz, 1974 an der Ostsee geboren, aufgewachsen in den westfälischen Bergen, lebt in Köln. Von ihm erschienen zuletzt die Gedichtbände Kalendarium #1 bis #6 (parasitenpresse 2015-2020) und Glückliche Niederlagen (Sprungturm 2016), der zweisprachige Prosaband Pierre Huyghe hired me (parasitenpresse 2019) sowie der Roman Bessermann (Launenweber 2017). 2020 wurde er mit dem Dieter-Wellershoff-Stipendium der Stadt Köln ausgezeichnet.

Im Plastikstrudel

„Den Abschluss bildet dieses kleine Trauerstück. Hier im wahrsten Sinn des Worts. Denn ein Trauerspiel ist es nicht – nur das Bild, dass es evoziert. Das Bild verschränkt in sich spiegelnd Meer und Ich, das Abbild des Betrachters. Schiefern ist es, wie eine Tafel. Geschrieben darauf: ein Plastikstrudel, eine Scherbe, die einen Arm ritzt und die Seele meint, Schädelplatten, die sich auf den Punkt zusammenschieben, ein Herz, das sich verbiestert. Schrecklich. Alles in diese wenigen, lakonischen Verse geschafft“, schreibt Walther Stonet über das Kalendarium #1 von Adrian Kasnitz bei Zugetextet.com. Mittlerweile sind sechs Teilbände des Kalendariums erschienen, Kalendarium #7 erscheint im Juni.

Adrian Kasnitz: Kalendarium #6

Mit dem neuen Band Kalendarium #6 erreicht das Kalendarium-Projekt von Adrian Kasnitz die Hälfte der Strecke. Der sechste Teil versammelt 30 Gedichte für jeden Tag des Monats Juni. Die Texte reisen von Lissabon über Kreta nach Istanbul. Sie sind in Gärten zu Haus (bei Him- und Maulbeeren), treiben sich in Garagen herum, hocken bei Eis oder Bier. Pferde kommen darin vor, Bachstelzen und Grünspechte, Katzen und Hunde. In jedem Fall sind die Gedichte unterwegs, auch im Dunkeln: „an dieser Nacht heißt alles Du“. Zugehörigkeit entsteht dabei nur für eine kurze Zeit: „ich weiß, wir werden Fremde sein“.

Neben den Gedichten enthält das Buch wieder fünf Zeichnungen / Collagen des Autors. Das Lektorat besorgte diesmal Sünje Lewejohann. Die graphische Gestaltung stammt wie immer vom Kölner Büro Kikkerbillen.

Adrian Kasnitz: Kalendarium #6. Gedichte, 44 Seiten, Preis: 10,- € – ist ab heute lieferbar

cover kalendarium 6

Adrian Kasnitz, 1974 an der Ostsee geboren, aufgewachsen in den westfälischen Bergen, lebt in Köln. Von ihm erschienen zuletzt die Gedichtbände Kalendarium #1 bis #5 (parasitenpresse 2015f.) und Glückliche Niederlagen (Sprungturm 2016), der zweisprachige Prosaband Pierre Huyghe hired me (parasitenpresse 2019) sowie der Roman Bessermann (Launenweber 2017). 2020 wurde er mit dem Dieter-Wellershoff-Stipendium der Stadt Köln ausgezeichnet.

Dieter-Wellershoff-Stipendium für Adrian Kasnitz

Adrian Kasnitz erhält eins der beiden Dieter-Wellershoff-Stipendien des Literaturhauses Köln für das Jahr 2020. Gefördert wird damit die Arbeit am dritten Roman mit dem Arbeitstitel Der Schatten. Die Jury begründete so ihre Entscheidung: „Als der Vater im Sterben liegt, wird der Erzähler mit einer Zeit und Welt konfrontiert, die er gründlich hinter sich gelassen zu haben wähnte: das mühevolle Aufwachsen auf einem abgelegenen Hof in Masuren, die ersten Schritte in ein anderes, eigenes Leben am Rand einer mittelgroßen Stadt in Nordrhein-Westfalen, die zunehmend konfliktbehaftete Beziehung zu seiner Familie. Adrian Kasnitz‘ Text erzählt von der Bedeutung der Herkunft, von Abschied und Aufbruch, Fremdsein und Identität – voll spannungsvoller Ruhe, sinnlicher Intensität und zarter Archaik.“

Bei uns sind von ihm zuletzt der Gedichtband Kalendarium #5 und der zweisprachige Prosaband Pierre Huyghe hired me erschienen.

Schulprojekt Buchbesprechung

Für das Schulprojekt Buchbesprechung von Christoph Georg Rohrbach haben Schülerinnen und Schüler Rezensionen zu Gedichtbänden geschrieben, die sie im Verlauf des Unterrichts aus einer Bücherkiste frei wählen durften. In den auf der Seite Lyrik der Gegenwart veröffentlichten Texten finden sich Beiträge zu Der rote Fuchs von Bernd Lüttgerding, Kalendarium #1 und Kalendarium #4 von Adrian Kasnitz. Alle Beiträge kann man hier finden.

Adrian Kasnitz: Kalendarium #5

Vier Teile des Langzeitprojekts Kalendarium von Adrian Kasnitz sind bereits erschienen, nun folgt der fünfte Teil. Kalendarium #5 versammelt 31 Gedichte für jeden Tag des Monats Mai. Es fragt nach dem Status von Freundschaft, begibt sich auf die Wiesen und in die Biergärten voller Liebe und Verlangen. Sucht das Meer, findet Wüste. Schleckt Eis, trinkt Sirup und Smoothie. Möchte mit Rhabarberstengeln peitschen. Geht auf Konzerte, in Büsche. Wartet am Bahnhof. Wartet darauf, dass du herauskommst.

Neben den 31 Gedichten enthält das Buch vier Collagen des Autors. Das Lektorat besorgte diesmal Bastian Schneider. Die graphische Gestaltung stammt wie immer vom Kölner Büro Kikkerbillen.

Adrian Kasnitz: Kalendarium #5. Gedichte, 44 Seiten, Preis: 10,- € – ab sofort lieferbar

Cover Kalendarium #5

Adrian Kasnitz, 1974 an der Ostsee geboren, aufgewachsen in den westfälischen Bergen, lebt in Köln. Von ihm erschienen zuletzt die Gedichtbände Kalendarium #1 bis #4 (parasitenpresse 2015f.), und Glückliche Niederlagen (Sprungturm 2016) sowie der Roman Bessermann (Launenweber 2017).