Kleine-Tiere-zum-Schlachten-Festspiele in Berlin

Sowohl beim mehrtägigen deutsch-griechischen Literatursymposion Syn_Energy Berlin-Athens (17. bis 21. Oktober, Lettrétage und Heimathafen Neukölln) als auch beim Übersetzungsabend The Constellation of Debt (16.10. im Literarischen Colloquium) steht unsere Anthologie Kleine Tiere zum Schlachten diese Woche in Berlin im Rampenlicht.

Bei Syn_Energy lesen u.a. Vassilis Amanatidis, Phoebe Giannisi, Dirk Uwe Hansen, Katerina Iliopoulou, Jorgos Kartakis, Adrian Kasnitz, Jazra Khaleed, Jan Kuhlbrodt, Elena Pallantza und Maria Topali. Adrian Kasnitz hält am Samstag Vormittag einen Vortrag über die Entstehung der Anthologie.

Bei Constellation of Debt lesen u.a. Dimitris Allos, Orfeas Apergis, Iana Boukova, Giorgos Hantzis, Iordanis Papadopoulos und Lenia Safiropoulou (die alle in der Anthologie vertreten sind).

 

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Eis, von Arvis Viguls

Als kleinen Vorgeschmack bringt Fixpoetry u.a. das Gedicht Eis des lettischen Dichters Arvis Viguls im Original, in der englischen Übersetzung von Jayde Will und in der deutschen Übersetzung vor Astrid Nischkauer. Ein Band mit Viguls Texten ist bei uns in Vorbereitung für den kommenden Winter.

 

Premio Reina Sofía für Rafael Cadenas

Der venezolanische Dichter Rafael Cadenas erhält den Premio Reina Sofía de Poesía Iberoamericana, die wichtigste Auszeichnung für einen südamerikanischen Dichter. Sein erster Titel auf Deutsch, Klagelieder im Gepäck, erscheint in Juni bei uns (Infos folgen bald). Die Übersetzung stanmt von Geraldine Gutiérrez-Wienken und Marcus Roloff. Beide stellen das Buch heute (6.6.) in der Buchhandlung artes liberales universitas in Heidelberg vor.

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Die Karawane der Poesie in Chile

In einer Reise-Reportage für die Frankfurter Rundschau schildert der Schriftsteller Artur Becker seine Begegnungen in Chile und portraitiert darin auch den chilenischen Dichter Enrique Winter. Den Artikel gibt es online nachzulesen, die Winter betreffenden Passagen finden sich ab Seite 4.

Enrique Winter liest übrigens heute (31.5.) in Berlin in der Buchhandlung Andenbuch, am 5. Juni im Literaturklub Köln und am 7. Juni bei AHAB in Hamburg.

Cover Winter

Manuel Araneda: Die Armutslehre der Bohne

Der chilenische Dichter und Fotograf Manuel Araneda (Jg. 1986) ist mit seiner Kamera in den Straßen von Santiago de Chile unterwegs und dokumentiert die sichtbare Seite von Armut und das Leben auf der Straße. Seine Bilder zeigen Kinder und Alte, Männer wie Frauen – alle, die nicht nur von einem persönlichen Schicksal gezeichnet sind, sondern die manchmal latent, manchmal sehr offensichtlich als Opfer von historischen und aktuellen Machtstrukturen zu erkennen sind. „Die Porträtierten sind nicht allein“, schreibt Araneda im Begleittext, „da sind ganze Generationen in ihren Blicken.“ Der Titel der Fotos rekurriert auf ein Gedicht des chilenischen Dichters Pablo de Rokha, in dem er von „Rotología“, der Armutslehre der „betrogenen Nation“ spricht.

Adrian Kasnitz, der Herausgeber des Bandes, traf den Fotografen auf einer Buchmesse in Santiago, auf der er von seinen Fotos und dem anderen Blick auf Chile erzählte. Aus der zufälligen Begegnung wurde ein Austausch über Fotografie und Poesie, der in diesem Fotobuch mündet.

Manuel Araneda: Die Armutslehre der Bohne. Fotos aus Chile, 44 Seiten (38 Fotos, schwarzweiß und farbig; Begleittext auf Deutsch, Spanisch und Englisch; Texto en español; Text in English), Preis: 10,- €

Cover Araneda

Manuel Araneda, geb. 1986, lebt als Fotograf, Dichter und Psychotherapeut in Santiago de Chile.

(Hinweis für Abonnenten: Als Sonderdruck ist dieses Fotobuch kein Bestandteil von Abos.)

 

Adrian Kasnitz: Hôtel Misericordia

Nous sommes très contents de vous annoncer la sortie de notre première plaquette en français: Hôtel Misericordia, onze poèmes d’Adrian Kasnitz, traduits de l’allemand par Tom Nisse. La présentation du livre a eu lieu ce week-end à Bruxelles.

Adrian Kasnitz: Hôtel Misericordia. Poèmes. Traduit de l’allemand par Tom Nisse, 14 pages, prix: 6,- €

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Adrian Kasnitz, né à la mer Baltique, grandi dans les montagnes de Westphalie, vit comme écrivain et éditeur à Cologne où il crée des rencontres littéraires et se préoccupe notamment de photographie, histoire et politique. Il a publié plusieurs recueils de poésie depuis 2006 et deux romans, dont le dernier en 2017, ainsi que des impressions de voyages. Ses textes ont été traduits en plus de dix langues de A comme arabe jusque U comme ukrainien et ont été enregistrés et cinématographiés.

Tom Nisse est né en 1973 au Luxembourg. Il vit à Bruxelles. Participe fréquemment à des lectures et des performances poétiques et organise divers événements culturels. Il collabore avec des artistes de toutes les disciplines et pratique des interventions plastiques intégrant le langage. A publié une quinzaine de receuils et de plaquettes de poésie et de proses courtes. Expositions collectives à Bruxelles et Esch-sur-Alzette, expositions personelles à Bruxelles et Liège.

 

 

 

Hier habt ihr mich. Neue Gedichte aus Dänemark

‚Det er i poesien, det sner‘: in der Lyrik schneit es. So schrieb es Jes Stein Pedersen, Kulturredakteur der dänischen Zeitung Politiken, als diese für ihren renommierten Literaturpreis im Jahr 2016 ausschließlich Dichter nominierte – Die Lyrik ist das literarische Genre, das derzeit die größte Aufmerksamkeit verdient hat. Denn, sagt Pedersen, schon seit einigen Jahren schneie es „hervorragende neue dänische Gedichtbände, die souverän mit der Sprache arbeiten und jede Form von Gewohnheitsdenken herausfordern“. Gleichzeitig erreicht diese neue Lyrik auch ein größeres Publikum. Das Internet ist eine wichtige Bühne für junge Lyriker geworden, überhaupt nimmt das Performative einen immer größeren Stellenwert ein und erhöht die Popularität des Genres. 2016 gab es auch beim größten internationalen Literaturfestival Dänemarks, Louisiana Literature, erstmals einen gut besuchten „Lyrikmarathon“, bei dem die Zuschauer bis spät in die Nacht erleben konnten, wie lebendig und stark sich die dänische Lyrik derzeit präsentiert. Die Gedichte erreichen nach wie vor auch die klassischen Leser jenseits der Bühnen. So passiert es sogar, dass Gedichtbände, die einen besonderen Nerv treffen, zu Bestsellern werden. Die Lyrik, oft reflexhaft als exklusiv und unzugänglich verrufen, gewinnt an Selbstbewusstsein. Ohne sich anzubiedern, erobert sie neue Räume – und neue Leser, schreiben Ursel Allenstein und Marlene Hastenplug, die beiden Herausgeberinnen über die dänische Lyrikszene.

Die Anthologie Hier habt ihr mich stellt zehn (junge) dänische Dichter*innen in einer zweisprachigen Auswahl vor. Die Texte stammen von Naja Marie Aidt, Rasmus Nikolajsen, Theis Ørntoft, Katrine Marie Guldager, Caspar Eric, Cecilie Lind, Sten Kaalø, Bjørn Rasmussen, Marie Gerhardt und Asta Olivia Nordenhof. Die Übersetzungen besorgten Studierende der Goethe-Universität Frankfurt und zwar Phillipp Botte, Justus Carl, Sarah Fengler, Berit Huntebrinker, Rosa-Claire Reinicke, Viktoria Marie Stowasser und André Wilkening.

Hier habt ihr mich. Neue Gedichte aus Dänemark, hg. v. Ursel Allenstein und Marlene Hastenplug, zweisprachig, 142 S., Preis: 15,- € – erscheint heute und ist ab sofort lieferbar

Cover Danish Hier habt ihr mich

 

ich habe dir ein zuhause gebaut
oben in der baumkrone
dort können dich
keine bösen affen
kriegen
dort kannst du
alles im auge behalten
und alles blinkt

jeg har bygget dig et hjem
i træets top
der kan
ingen onde aber
nå dig
der kan du
holde øje med det hele
og alting blinker

Naja Marie Aidt