Dresdner Lyrikpreis

Im Finale des diesjährigen deutsch-tschechischen Dresdner Lyrikpreises, der diesmal online stattfindet, lesen gleich drei mit uns verbundene Autoren: Arnold Maxwill, Walter Fabian Schmid und Christoph Wenzel. Die Lesungen sind als Videos oder Audiofiles bereits anschau- oder anhörbar. Das Publikum hat die Möglichkeit, bis zum 7. November abzustimmen.

Unser kleines Dresdner Lyrikpaket mit diesen drei Titeln gibt es übrigens für 36,- €. Bestellungen bitte direkt hier im Buchladen.

Klettergarten / Klimparadijs

„Der ganze Band ist eine Art mehrdimensionaler semantischer, morphologischer und bildhafter Klettergarten“, schreibt Christoph Wenzel über eins: zum andern von Karin Fellner in der zweisprachigen und dreiländrigen Literaturzeitschrift Trimaran (2/2020). Das gute daran ist, dass es die Besprechung und das Gedicht Komische Symmetrie / Maffe symmetrie auch auf Niederländisch (in der Übersetzung von Ton Naaijkens) gibt. „De hele bundel is een soort meerdimensionaal, semantisch, morfologisch en plastisch klimparadijs“, lautet die Stelle übersetzt.

In der gleichen Ausgabe empfiehlt Stefan Wieczorek den niederländischen Dichter Menno Wigman. Nachzulesen ist dort auch sein Gedicht Jeunesse dorée aus dem Band Im Sommer stinken alle Städte, den Gregor Seferens ins Deutsche übertragen hat.

Roland Schappert: Du fällst mir leicht

Geht es Ihnen auch so, dass sie bei Möhre gar nicht mehr zuerst an das Gemüse sondern an die U-Bahn-Station in Berlin denken? Die Gedichte in Du fällst mir leicht von Roland Schappert jonglieren mit sprachlichen Versatzstücken und arrangieren sie neu. Sie sind der täglichen Aktualisierung von Sprache auf der Spur und loten den fließenden Bereich zwischen der Freiheit der Rede / Freedom to speak und dem sorgfältigen Abwägen von Sprache, die immer auch Machtkonstellationen ausdrückt.

Am 2. Oktober 2020 diskutieren Roland Schappert und Ilka Helmig mit NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und dem Vorsitzenden des Kulturrates NRW, Gerhart Baum über Nach der Krise: Durchstarten!, im Künstlerverein Malkasten in Düsseldorf (18 Uhr). Die Buchpremiere findet am 14. Oktober im Kunstverein Essen statt (19 Uhr).

Roland Schappert: Du fällst mir leicht. Gedichte, 78 Seiten, Preis: 12,- € – ist ab sofort lieferbar

Roland Schappert, der flackerndes Licht in Köln erblickte, ahnt lange nichts von Kunst und Fragen der Identität. Mehrdeutigkeiten und Unmöglichkeiten der Sprache, die er selbst nie erreicht, die interessieren ihn schon. Widersprüche nicht unbedingt als Vertrauensverlust zu werten und dabei weder in Lähmung noch Gleichschaltung zu verfallen, wäre doch ein Leben wert.

Klopstock mit ö

„Mit Witz und intellektueller Verve schöpft er aus der Wirklichkeit und findet die guten Kalauer“, schreibt Tom Schulz über Gerald Fiebig und seinen neuen Gedichtband motörhead klopstöck (in einer Doppelbesprechung mit Marcel Beyer) im Luxemburger Tageblatt. Und weiter: „Die Gedichte haben mitunter einen Flow, der seinesgleichen sucht. Fiebig tanzt in seinen Texten zur besten Musik, so wie einst die Band Fehlfarben sang … Für den Band Motörhead Klopstöck, …, sollte man ihm die Goldene Schallplatte verleihen.“

Von einer Suada getroffen

„Alles in allem also [eine] genre-sprengende Leseempfehlung“, schreibt Andreas Merkel bei piqd über Ich bin für Frieden, Armut und Polyamorie – welche Partei soll ich wählen? von Andre Rudolph. „Außerdem werden Redewendungen wie ‚dafür sind wir ja da‚ oder ‚oder haben sie ein konzept‚ auf das Philosophischste recycelt. Gern wird man mitten in einer Suada auch mal von einem Gedanken aus dem Hinterhalt getroffen, der eigentlich zu schön ist, um nicht in HipHop-Hits aufzutauchen: ‚pornographie ist die rache des mannes an seiner geburt.‚“