Sünje Lewejohann: die idiotische wucht deiner wimpern

Die Texte im neuen Gedichtband die idiotische wucht deiner wimpern der Berliner Dichterin Sünje Lewejohann widmen sich der totalen Hingabe und dem Verfallen einer Leidenschaft, ironisieren sie jedoch gleichzeitig und zeigen die Verwunderung darüber. Eine Art Trotzreaktion, die sich zurückbesinnen will auf das Ich, auf das eigene Wesen, es will versuchen, der Versuchung nicht zu widerstehen, es will bei sich bleiben und ist aber schon längst einen Schritt zu weit gegangen. Es ist die Frage danach, wie die Balance zwischen Begehren und der Angst vor Kontrollverlust gelingen kann und in wie weit die ganz alltäglichen Formen der Leidenschaften, Sexualität und Sexismus prägend sind für die Wahrnehmung der eigenen Weiblichkeit oder der Wahrnehmung von Weiblichkeit im Allgemeinen.

„da mache ich es mir gemütlich und streiche mein kleid glatt an den schönen stellen“

„In pulsierender Sprache schwebende Texte zwischen ‚Honigmund, Hysterie und Herzbestie‘ … Mutig und neugierig, verletzlich und selbstbewusst schafft sie eine poetische Welt klanglicher Vielfalt, die formal auf überzeugende Weise gebändigt wird“, schrieb Ilma Rakusa über Sünje Lewejohanns Texte in der Jurybegründung zum Lyrikpreis Meran.

Sünje Lewejohann: die idiotische wucht deiner wimpern. Gedichte, 90 Seiten, 12,- € – ab sofort lieferbar!

Cover Lewejohann

Sünje Lewejohann, geb. 1972 in Flensburg, veröffentliche 2005 den Roman Am Sonntag will Gott zu Atem kommen im DuMont Verlag und 2013 den Gedichtband in den hirschen bei der Connewitzer Verlagsbuchhandlung. 2010 erhielt sie beim Lyrikpreis Meran den Alfred­-Gruber­-Preis für eine Auswahl ihrer Gedichte. Sie lebt in Berlin.

 

Was wir vorhaben (2020)

Ins Jahr 2020 starten wir mit neuen deutschsprachigen Gedichtbänden von Sünje Lewejohann, Andre Rudolph, Mario Osterland und Lydia Haider, ergänzt um Prosa von Thomas Podhostnik. International wird wieder Dänemark in den Fokus rücken mit Gedichten von Rasmus Nikolajsen, aber auch neue Übersetzungen aus Griechenland, Kanada, Lettland und Spanien entstehen gerade und werden im Laufe des Jahres folgen. Und schließlich werden Kalk und Halle die Alphabete-Reihe mit Städte- und Stadtteilbüchern fortsetzen.

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Gedichte atmen

„Dimkovskas Texte zeigen die Extreme von schwarz und weiß, bemühen sich zugleich aber um eine Palette reicher Grautöne. Man gewinnt zuweilen dein Eindruck, die Lyrikerin atmet ihre Gedichte, die aus ihr heraus müssen, die gegenwärtig sind und zugleich von zeitloser Aktualität. Sie spielt dabei nicht subtil mit Sprache, sondern sie lässt Bildern entstehen, die sie manchmal wie nebenbei kreiert“, schreibt Monika Vasik über Schwarz auf weiß von Lidija Dimkovska bei Fixpoetry. Sie „liebt Wendungen ins Surreale, die besonders dann überzeugen, wenn sie damit vermeintlich Triviales konterkariert oder das Unvermögen, etwas Unbegreifbares begreifen zu müssen, veranschaulicht. Und sie verfügt über leisen Witz, der manchmal in kleinen Wendungen aufblitzt, und neben der Melancholie gut seinen Platz findet. Ein eindrückliches Buch!“

Cover Dimkovska

Ping Friday Bücherpaket

Zum Ping Friday haben wir wieder ein Bücherpaket geschnürt, das die drei Anthologien mit neuer dänischer, griechischer und hebräischer Lyrik umfasst. Dazu legen wir eine Ausgabe der Kölner Literaturzeitschrift KLiteratur und eine parasitäre Umhängetasche. Das alles gibt es für 45,- €.

Die Kölner*innen sind am Ping Saturday (30.11.) eingeladen, zu unserem Xmas Ping in die Räume des Kunts e.V., Odenwaldstr. 41 nach Kalk/Humboldt-Gremberg zu kommen. Von 14-22 Uhr gibt es stündlich Lesungen, Musik, Kunst und natürlich unsere Bücher. Wer mag, kann dort auch das Bücherpaket erwerben.

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Was es bedeuten soll. Neue hebräische Dichtung in Deutschland

Dass die jüdische und hebräische Kultur heute in Deutschland und Europa wieder pulsiert, ist ein Wunder. Ein Wunder, um das man sich kümmern muss. Tatsächlich schließt sich heute der Kreis und die modernhebräische Literatur kehrt dorthin zurück, wo sie gegen Mitte des 19. Jahrhunderts begann. Vornehmlich in osteuropäischen Metropolen wie Kaunas, Warschau oder Odessa, aber auch im Westen, etwa in Paris und London wirkten damals die ersten modernhebräischen Schriftsteller, bevor sich diese Zentren mit der Staatsgründung nach Tel Aviv und Jerusalem verschoben. Aktuell liegt eines ihrer Hauptzentren wieder in Berlin; Hebräisch versteht sich hier als diasporische und kosmopolitische Sprache, eingewoben in ein transnationales, ja weltumspannendes literarisches Netz. Die hier versammelten Gedichte wurden allesamt in Deutschland verfasst und bisher nicht ins Deutsche übersetzt; bei den meisten handelt es sich auch im Original um bisher unveröffentlichte Texte.

Die von Gundula Schiffer und Adrian Kasnitz aus dem Hebräischen übersetzte und herausgegebene Anthologie versammelt Texte von Ronen Altman Kaydar, Yael Dean Ben-Ivri, Tomer Dotan-Dreyfus, Asaf Dvori, Yemima Hadad, Zahava Khalfa, Admiel Kosman, Maya Kuperman, Tali Okavi, Loulou Omer, Gundula Schiffer, Mati Shemoelof und Michal Zamir. Die Cover-Zeichnung stammt übrigens von der israelischen, in Köln lebenden Zeichnerin Noam Weiner.

Das Buch wird am 11. Februar 2020 im Literaturklub Köln und am 14. Februar in der Lettrétage Berlin vorgestellt.

Was es bedeuten soll. Neue hebräische Dichtung in Deutschland, herausgegeben und aus dem Hebräischen übersetzt von Gundula Schiffer und Adrian Kasnitz, 136 Seiten, Preis: 15,- € – ist ab sofort lieferbar.  

Cover Hebrew4