Kurzfilm

Am vergangenen Wochenende lief bei WDR5 Bücher das Gedicht Kurzfilm von Thodoris Rakopoulos aus der Griechenland-Anthologie Kleine Tiere zum Schlachten. Auf der Website der Sendung kann man die dazugehörende Besprechung nachlesen. Matthias Ehlers schreibt: „Diese Sammlung zeigt Politisches, Privates und Philosophisches, die Vielfalt ist groß und der Horizont weit – von der ‚Tankstelle in der gnadenlosen Sonne mitten im Nichts‘ über den ‚Juni 1986‘ zum ‚Abschiedsgruß an Sylvia Plath‘ oder den ‚Weg zum Büdchen‘ bis zum ‚Kurzfilm‘ und bis ‚Spring doch Tod, ich fang dich auf‘: Liebe, Krieg, Europa, Armut, Verlust und Angst werden von den hier versammelten Dichterinnen und Dichtern wirkungsstark und sprachlich überzeugend in Verse gepackt.“ Sein Fazit fällt sehr positiv aus: „Aus vielen möglichen Blickwinkeln und in diversen Tonlagen erzählen hier junge griechische Dichterinnen und Dichter von sich und der Welt, die sie umgibt. Sie erzählen poetisch, prägnant, lakonisch, engagiert und können intellektuell und emotional berühren. Sehr zu empfehlen, Jamas!“

E1CE4812-4759-47FE-98C3-747D1EC98450

Portrait: Nora Zapf

Die Süddeutsche Zeitung portraitiert in ihrer SZ-Serie Wortschatz die Münchner Lyrikerin Nora Zapf als Sammlerin von Wörtern. „Worte, die sich im Sinne der 33-jährigen Autorin ständig wandeln müssen, um am Ende einen Klang zu erzeugen. ‚Rost‘ ist ein solches Wort oder  ‚Kaffeesatz‘. ‚Beide‘, beschreibt Zapf, ’symbolisieren das, was übrig bleibt‘. Das eine mehr die verschwundene Zeit, das andere die Zukunft.“ Was die SZ verschweigt: rost und kaffeesatz ist bei uns erschienen. Was wir nicht verschweigen: das ganze Portrait kann hier gelesen werden.

lr041 Zapf

Sprache und Bild im Museum

„Hier offenbart Nischkauer auf anschauliche Weise diesen spezifischen Mehrwert des Interdisziplinären im künstlerischen Arbeiten an sich“, schreibt Marcus Neuert bei Fixpoetry über die Museumsgedichte in Satyr mit Thunfisch von Astrid Nischkauer. „In ihren Gedichten spiegelt sich nicht einfach ein kongenialer innerer Bezug zum bildnerischen Kunstwerk (auch das allein wäre ja schon geeignet, reizvolle und zur Reflexion anregende Rezeptionsmomente zu schaffen), sondern eine ganz enge Verschränkung der beiden unabhängigen Produktionsebenen. Dass sich im konkreten Fall, ausgehend vom bereits vorhandenen Dinglich-Bildnerischen, nur die Sprache eben darauf beziehen kann und nicht unmittelbar umgekehrt sich bildnerisches Schaffen an Sprache orientiert, kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich dadurch trotzdem auch das Bild verändert – nämlich durch die individuelle Sichtweise darauf, die ohne das Gedicht eine andere wäre – oder zumindest sein könnte.“

A8B36145-B3D9-459F-AEF8-B29B0FD9F480

Alles-wird-gut-Mann

„Lasters Texte klingen nach Spiel, das fällt den Klappentextern, Laudatoren (…) verlässlich ein, ein Hang ins Surreale, das mich das Büchlein im Regal neben ‚Hund und Mond‘ von Matthew Sweeney stellen ließe, wenn nicht die Kölner parasitenbände ihre Verwandtschaftsrechte durchsetzen“, schreibt Franz Hofner in einer Besprechung für Fixpoetry von Ruth Lasters‘ Lichtmesser. Und weiter: „Das beginnt bei den allerersten Worten des Buchs mit dem Spott über den ‚Alles-Wird-Gut-Mann‘, der täglich aufgezogen werden muss (sonst droht die Arbeitspflicht am Alles-Wird-Besser-Mann) und endet nicht bei der Reihung der vergangenen Liebhaber in der Lang-Badewanne, wo jeder dem Vorgänger den Rücken zu waschen hat.“

Cover Lasters

Wiener Bücherkoffer

Astrid Nischkauer hat uns ein schönes Geschenk gemacht und die parasitenpresse für Fixpoetry portraitiert. Das tut sie anhand eines Koffers, in dem sie Bücher von Köln nach Wien transportierte, um sie zunächst in der Poesieglerie auszustellen und dann den Wiener Buchhandlungen anzubieten. Die darin enthaltenen Bücher stellt sie kurz vor. Alle können natürlich direkt bei uns bestellt werden.

D54F49D4-40CF-44C7-A71F-0D69B7F211D5

Zugetextet

Das Feuilleton für Poesie zugetextet.com aus Metzingen stellt in der Dezember-Ausgabe (6/2018) unseren Verlag vor. Einmal bespricht Walther Stonet den Band stimmapparatvibrato von Walter Fabian Schmid. Lakonisch konstatiert er: „Der Rezensent findet, dass alle vier Teile [des Buches] durchaus gelungen sind.“ Er findet „Textsammlungen, allesamt in Vers libre gehalten – was aber natürlich nicht heißt, dass nicht doch strenge Regeln und Formen zum Einsatz kommen.“

Außerdem gibt es in der Ausgabe ein Interview mit dem Verleger über 18 Jahre parasitenpresse, über Anfänge, Entwicklungen und die internationale Lyrikszene.

WF Schmid_Cover