Diese Gedichte sind sogar faszinierend

„Es ist in jedem Fall faszinierend zu verfolgen, wie sie [die Gedichte] operieren; wie schnell in diesen Texten aus einer Ausgangssituation ein Verfahren wird, wie eine Idee fließend in einen Vollzug übergeht. Ja, diese Gedichte sind sogar faszinierend. Man durchläuft sie immer wieder, bzw. könnte man sagen: lässt sie immer wieder laufen, wie einen Video-Clip, in dem mit der eigenen Wahrnehmung gespielt wird oder ein Phänomen verdeutlicht wird“, schreibt Timo Brandt über Lichtmesser von Ruth Lasters, ganz nachzulesen im Signaturen-Magazin

Cover Lasters

Claire Gondor / Timotéo Sergoï / Caroline Simon: Die Schienbeine der Stadt

Die Schienbeine der Stadt präsentiert Texte von drei französischsprachigen Autor*innen aus Lothringen, Luxemburg und der Wallonie. Claire Gondor (F), Timotéo Sergoï (B) und Caroline Simon (LUX) nehmen in diesem Jahr am Printemps poétique transfrontalier teil, einer von der Kulturfabrik in Esch (LUX) ins Leben gerufenen alljährlichen Veranstaltungsreihe. Die Lesetournée durch Luxemburg, Lothringen, die Wallonie, das Saarland und Rheinland-Pfalz startet heute. Die Übersetzungen stammen von Odile Kennel und Jérôme Netgen.

Claire Gondor / Timotéo Sergoï / Caroline Simon: Die Schienbeine der Stadt. Gedichte aus dem Französischen von Odile Kennel und Jérôme Netgen, 52 Seiten, Preis: 10,- € – erscheint heute als Sonderausgabe und ist ab sofort lieferbar

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Auf den Straßen Santiago de Chiles

„Der Dichter und Fotograf Manuel Araneda sieht nicht weg“, schreibt die Bücherliebhaberin auf ihrem Blog über Die Armutslehre der Bohne, „vielmehr konfrontiert er uns mit der Realität auf den Straßen Santiago de Chiles und dokumentiert zugleich das Leid vieler ChilenInnen. In Schwarz/Weiß und Bunt, so vielseitig wie Armut eben sein kann. Alle Generationen sind davon betroffen und werden von seiner Kamera eingefangen: Männer und Frauen, Kinder – keiner ist ausgenommen! Sie sind Opfer einer Gesellschaft, die knapp 30 Jahre nach der Diktatur Pinochets und einem Jahr unter der zweiten Amtszeit des rechtskonservativen Miguel Juan Sebastián Piñera Echenique keine Chance hat und unter dem Ausverkauf der chilenischen Gesellschaft zu leiden hat.“

Cover Araneda

Verschlucken und verschlingen

Über stimmapparatvibrato von Walter Fabian Schmid schreibt Frank Milautzcki bei Fixpoetry eine aus führliche Besprechung, die alle Textteile und Illustrationen genau und treffend ins Visier nimmt: „Man beachte: es ist ein buchstabmbett. Da hat jemand sehr genau hingehört und gehört, daß wir oft gar nicht genau hinhören, wenn wir sprechen, daß wir verschlucken und verschlingen beim Raushaun und mmmmmen und nnnnnen und das auch gern vertauschen. Ganz klar erinnert man Thomas Kling, erinnert man Ernst Jandl, aber hat nie das Gefühl im Beerben läge irgendein Makel. Walter Fabian Schmid ist ein Lautmensch, dem die Vokale fehlen, weil der Mensch ins Stottern gekommen ist. Er ist auch ein genauer Schilderer, webt poetische Bilder in die Lautmalereien ein, die tragen, ist konstruktiv zugange in mutiger Abstraktion.“

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