Enrique Winter: Oben das Meer unten der Himmel

Der Gedichtband Oben das Meer unten der Himmel des chilenischen Dichters Enrique Winter vereint Gedichte, die die Vielseitigkeit seines Schreiben ebenso zeigen wie die Kontinuität und Entwicklung bestimmter Themen, Formen und Motive, etwa die polyphone Auseinandersetzung mit der chilenischen und lateinamerikanischen sozialen Wirklichkeit, die Verarbeitung von Familiengeschichte als Weltgeschichte und die bildstarke Auseinandersetzung mit der Natur und vor allem dem Meer als Lebens- und Arbeitsraum.

Lange haben wir auf diesen Band gewartet, der schon an anderer Stelle angekündigt war. Das Übersetzer-Team (Léonce W. Lupette, Sarah Otter und Johanna Schwering) hat für uns noch einmal an der Auswahl gefeilt und den Gedichten den letzten Schliff gegeben, so dass wir uns heute besonders über das Erscheinen freuen.

Enrique Winter wird das Buch gemeinsam mit den Übersetzer/innen in der Berliner Buchhandlung Andenbuch vorstellen (31.5., 19h) und beim Poesiefestival Berlin (26.5., Poets‘ Corner, Instituto Cervantes, 19 Uhr), in Köln (5.6.) und Hamburg (7.6.) lesen.

Enrique Winter: Oben das Meer unten der Himmel. Gedichte aus dem chilenischen Spanisch von Léonce W. Lupette, Sarah Otter und Johanna Schwering, 86 S., 12,- € – ist ab sofort lieferbar

Cover Winter

Enrique Winter, geboren 1982 in Santiago de Chile und aufgewachsen in der Hafenstadt Valparaíso, war als Verleger der Ediciones del Temple sowie als Anwalt tätig und absolvierte einen Master in Kreativem Schreiben an der New York University. Seine Gedichte und Videos umfassen mehr als hundert Publikationen in sechs Sprachen. Gemeinsam mit dem Bassisten Alfredo Planet hat Enrique Winter als „winterplanet“ Gedichte mit musikalischer Begleitung vertont (Agua en polvo, 2012). Zuletzt erschienen sein vierter Gedichtband Lengua de señas (2015), sein erster Roman Las bolsas de basura (2015) sowie Übersetzungen von Charles Bernstein und Philip Larkin. Den Sommer 2017 hat Winter als Gast der Sylt Foundation in Deutschland verbracht. Derzeit lehrt er im Rahmen einer Autorenresidenz an der Universidad de Bogotá und arbeitet an seinem zweiten Roman.

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Schönste Verwirrung

„Eine ungewöhnliche, herausfordernde Lektüre, die sich ein bisschen anfühlt, als würde man eine Zwiebel umgekehrt häuten. Anstatt Schicht für Schicht abzutragen, um möglicherweise irgendwann eine innere Wahrheit zu enthüllen, wächst der Text mit jeder Wiederholung um einen spärlichen Faktenkern herum ins Ungesagte“, schreibt Anja Kümmel in einer Besprechung für Die Zeit über Exorzismus in Polen Die Schönheit der Wüste. „Luise Boeges spielerisches Buch verwirrt den Leser aufs Schönste.“

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Geometrie des Nachmittags

„Die ‚Geometrie des Nachmittags‘ ist eine bedrückende Beschreibung des Spaziergangs einer Mutter, deren Familie sich in einem sich auflösenden Zustand befindet, von dem wir in immer neuen Varianten erfahren“, schreibt Jonis Hartmann in einer Besprechung für Fixpoetry über Luise Boeges Prosaband. Und weiter: „Depression, Sucht, Dyskommunkation etc. Alles da, auf wenigen Sätzen, die es in sich haben, deren Wucht und deren Streckung in Schlaufen man sich im ganzen Bändchen nicht entziehen kann. Obwohl Boege fast nichts sagt und die Manie des beschriebenen Inhalt zu ihrem Stilmittel macht, das Festhalten an Routinen, das Kreisen in der Sinnessackgasse, das nicht Wahrhabenwollen und Streichenwollen bzw ungeschehen/ ungeschrieben machen wollen, alles ist da. Verdichtet und erschütternd.“ Schließlich habe „Luise Boege in der Parasitenpresse ein heftiges, forderndes Stück Prosa vorgelegt“.

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Vorschau: Lateinamerika

Die kommenden Wochen stehen ganz im Zeichen von Lateinamerika. Neben dem lang erwarteten Gedichtband Oben das Meer unten der Himmel des chilenischen Dichters Enrique Winter, den Léonce W. Lupette, Sarah Otter und Johanna Schwering übersetzt haben, der im Mai erscheinen wird, folgt im Juni der Band Klagelieder im Gepäck von Rafael Cadenas aus Venezuela in der Übersetzung von Geraldine Gutierréz-Wienken und Marcus Roloff. Bereits erschienen ist der Bildband Die Armutslehre der Bohne mit Fotos aus Chile von Manuel Araneda. Enrique Winter wird im Mai und Juni in Deutschland auf Tour sein mit einer Release-Lesung in der Buchhandlung Andenbuch in Berlin-Kreuzberg am 31. Mai und weiteren Terminen in Hamburg, Köln und Heidelberg. Klagelieder im Gepäck stellen wir am 6. Juni in der Buchhandlung artes liberales in Heidelberg vor.

Nora Zapf: rost und kaffeesatz

Als Band 041 unsrer Lyrikhefte erscheint nun rost und kaffeesatz der Münchner Dichterin Nora Zapf, was zugleich ihr Debüt ist. Elf Gedichte, elf Ansätze, um im Kaffeesatz zu lesen, um aus dem Kaffeesatz heraus, die Welt zu deuten, zumindest diesen Ausschnitt von Welt, der oberhalb von Tasse und Untertasse sichtbar wird. Elf Tage, die beim Kaffee beginnen – oder wie es an einer Stelle heißt: „vom gähnen zieht s. / mund hoch, backen s. gerundet sind, rosten ein, wie / sagt man augurenlächeln?“ – und sich sprachlich und sinnlich Richtung „grellsehen“ vortasten.

IV. kaffeesatz (donnerstag): rinnen ohne ende: absatz? die
untertasse verwechselt blüht komma u. ohnendlich strich
verfängt der boden s. in vögeln und, dies comment, das
einen immer wieder lässt anders hängen. ein dreipunkt
saugen dürfte am nächsten, schont durch eingefahren flügeln.
noch federleicht die dünnen zeichen aufgetucht, in zuckerfreien
stunden – es schifft wie wenn und in schieflage s. – was für folgen
haben, was hältst eigtl. du so von warten, mein engel, von resten?

Nora Zapf: rost und kaffeesatz. Gedichte, 14 Seiten, Preis: 6,- € – ist ab sofort lieferbar

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Nora Zapf, was born in Paderborn. Sie lebt in München und Innsbruck. Lyrikerin und Übersetzerin. Veröffentlichungen zuletzt in mosaik, All dies hier Majestät ist deins und Der Greif. Übersetzungen von Fernando Pessoa und Mario Santiago Papasquiaro bei turia+kant. Literaturstipendium der Stadt München. Organisation der Lesereihe meine drei lyrischen ichs.

Forsch und frech

„Der Band ist bunt und macht, was er will. Das gilt nicht nur typographisch, das gilt vor allem tonal. Verschiedene Zyklen siedeln im stimmapparatvibrato, ihnen gemein ist eine forsche und bisweilen, frech-herausfordernde Art, konkret zu sein“, schreibt Jonis Hartmann auf Fixpoetry über den Debütband von Walter Fabian Schmid.

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