Chamisso-Poetikdozentur für Artur Becker

Der deutsch-polnische Dichter und Schriftsteller Artur Becker wird mit der 1. Chamisso-Poetikdozentur der Sächsischen Akademie der Künste geehrt.

Die Wiederbelebung der Chamisso-Poetikdozentur wurde von Artur Becker mit Enthusiasmus begrüßt. Die Dozentur sei eine wichtige intellektuelle Plattform der Auseinandersetzung „angesichts der Zerrissenheit des heutigen Europäers und der Stereotype, die seit Jahren durch populistische und nationalbetonte Bewegungen verbreitet werden.“ Er kündigte an, zur Dozentur werde nicht nur „Literarisches, Soziologisches, Philosophisches und Autobiografisches, sondern auch Publizistisches zur Sprache kommen. Die Bilingualität natürlich auch, das Leben zwischen zwei Stühlen und Völkern“. Wir schließen uns seiner Freude an.

Die Chamisso-Poetikdozentur umfasst drei Vorlesungen mit einem anschließenden moderierten Gespräch. Sie findet am 24.09., 1.10. und 22.10.2020 jeweils um 19.30 Uhr in Kooperation mit der Zentralbibliothek der Städtischen Bibliotheken Dresden im Dresdner Kulturpalast statt.

Cover Becker 19Aug Kopie

Dieter-Wellershoff-Stipendium für Adrian Kasnitz

Adrian Kasnitz erhält eins der beiden Dieter-Wellershoff-Stipendien des Literaturhauses Köln für das Jahr 2020. Gefördert wird damit die Arbeit am dritten Roman mit dem Arbeitstitel Der Schatten. Die Jury begründete so ihre Entscheidung: „Als der Vater im Sterben liegt, wird der Erzähler mit einer Zeit und Welt konfrontiert, die er gründlich hinter sich gelassen zu haben wähnte: das mühevolle Aufwachsen auf einem abgelegenen Hof in Masuren, die ersten Schritte in ein anderes, eigenes Leben am Rand einer mittelgroßen Stadt in Nordrhein-Westfalen, die zunehmend konfliktbehaftete Beziehung zu seiner Familie. Adrian Kasnitz‘ Text erzählt von der Bedeutung der Herkunft, von Abschied und Aufbruch, Fremdsein und Identität – voll spannungsvoller Ruhe, sinnlicher Intensität und zarter Archaik.“

Bei uns sind von ihm zuletzt der Gedichtband Kalendarium #5 und der zweisprachige Prosaband Pierre Huyghe hired me erschienen.

Singen, schreiben, tanzen und gurgeln

„Sehr emotional wurde es bei der Verleihung des Förderpreises an die aus Ungarn stammende Kinga Tóth, die auf der Bühne der Alten Post zu Tränen gerührt um Fassung rang. Dann aber doch noch sehr professionell mit einer fantastisch dargebrachten Performance ihre persönliche Liebe zum Werk Hugo Balls zum Ausdruck brachte. Auf diese Art waren die Lautgedichte des aus Pirmasens stammenden Dada-Begründers noch nie zu hören. Das Publikum in der überfüllten Alten Post war begeistert von der singenden, schreibenden, tanzenden und gurgelnden Sprachwissenschaftlerin“, schreibt Die Rheinpfalz über die Preisverleihung in Pirmasens.

Auch die Pirmasenser Zeitung berichtet. „Kinga Tóths Performance-Kunst brauchte keine Beschreibung, sie baute statt einer Rede gleich eine poetische Wort- und Soundcollage live auf.“ Die „Stadt Pirmasens macht alles richtig“ mit der Auszeichnung von Kinga Tóth und Bov Bjerg (Hauptpreis).

Cover Tóth Party