Mehrdimensionaler Knüll

Die Bloggerin Drittgedanke entdeckt Karin Fellners Gedichtband Ohne Kosmonautenanzug und schreibt darüber: „‚Das Zerknüllte ist wahr‘ heißt es an späterer Stelle in Fellners Büchlein, und da hat sie recht. Denn das Wahre ist nie bloß zweidimensional; im Zerknüllten treffen eigentlich entfernte Enden und Flächen aufeinander, die Zerknüllung bedeutet Druck und Form, sie schafft Räume, Winkel, Labyrinthe, kurz, das Zerknüllte entspricht sehr dem wahren Leben. So liest sich der 46-Seiter denn auch wie eine Reise durch mehrdimensionalen Knüll.“

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Black and white Friday Bücherpaket

Wir haben wieder ein Black and white Friday Bücherpaket geschnürt mit neuen Titel aus diesem Jahr. Diesmal sind rost und kaffeesatz von Nora Zapf, Kalendarium #4 von Adrian Kasnitz, Klagelieder im Gepäck von Rafael Cadenas und Rettungswesen von Johanna Dombois – also ein guter Querschnitt durch die verschiedenen Reihen unseres Verlages – darin enthalten. Das Paket gibt es zum Spezialpreis von 35,- € – nur bei uns! Bitte im Online-Buchladen bestellen.

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Johanna Dombois: Rettungswesen

„… aber ein paar Tage später fuhren alle gemeinsam ans Meer. Dort spülten sie die weiße Wäsche des Täuflings … Die Leibchen, jetzt salzig und deshalb noch lange feucht, zogen sie dem Kind wieder über. Das Meer wurde zur zweiten Haut derer, die es zuvor überquert hatten, um ihre erste zu retten.“ In den Texten der Kölner Schriftstellerin Johanna Dombois geht es um Textilien, um Flüchtende, das Mittelmeer, Griechenland und Deutschland. Lesbos, Piräus, Athen und die documenta sind ihre Stationen, der ehemalige Berliner Flughafen Tempelhof und der Köln-Bonner Flughafen. Orten, an denen Wege sich kreuzen, an denen Menschen sich begegnen, spürt sie nach. Ihre Textstücke vernäht sie zu einem textilen Kleid, in das man als Leser*in hineinschlüpfen kann.

Johanna Dombois: Rettungswesen. Prosa, 74 Seiten, Preis: 12,- € (paradosis, Bd. 12) – ab sofort lieferbar

Cover Dombois

Johanna Dombois (*1967, Berlin), lebt und arbeitet als Autorin in Köln, wechselweise in Griechenland; Dozentin für Künstlerisch-Wissenschaftliches Schreiben an der RSH Düsseldorf. Studium der Literatur-, Theaterwissenschaften und Kostümkunde in Berlin, Cambridge, Wien und Uppsala, Promotion über Richard Wagner, als Dramaturgin international an Opernhäusern und Medienkunstbühnen tätig. 2012 erschien bei Klett-Cotta Richard Wagner und seine Medien (zs. mit R. Klein), Nominierung zum
Buch des Jahres. Seither Fokus auf literarische Reportagen, erzählte und performative Essays, Biografiktion sowie Kurzepik.

Übrig und fräßig

„Kaffesatz als etwas Übriges, zum Übrigen Bestimmtes, als Indikator vor dem Satz“, schreibt Elisa Weinkötz in ihrem Versuch über rost und kaffeesatz von Nora Zapf. Und weiter: „Rost als etwas Fräßiges, Abtragung, Verfärbung, Ansatz, Zusatz.
Das Ganze dann programmatisch: Sprachlich, lautlich, syntaktisch. Da fehlen Endungen von Verben, da setzt was Neues an.
‚woher wird das bohnenfutter kämen bloß wären vielstaltig auf weltreise ging‘.
Ich denke an die harte Fügung, mit der Hellingrath Hölderlin erklärt, das nur am Rande.
Ich denke an dialektale Tilgung. Ich denke, dass das hier nichts mit suggerierter Sprachohnmacht zu tun hat. Da spricht niemand Deutsch, der’s nicht kann.“ Der ganze Text ist im Signaturen-Magazin nachzulesen.

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Parasitäres Schaufenster, Bücherwelt Ehrenfeld

Die Köln-Ehrenfelder Buchhandlung Bücherwelt hat ihr Schaufenster mit unseren Büchern geschmückt. Am 15. November sind wir dort nämlich zu Gast, stellen neue Bücher vor und blicken zurück auf 18 Jahre Verlagsarbeit. Es lesen dann Peter Rosenthal (Ehrenfeld Alphabet), Johanna Dombois (Rettungswesen) und Adrian Kasnitz (Kalendarium #4). Ort/Termin: Venloer Str. 263, 20 Uhr.

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