Die Weltgeschichte ein Menschenfresser

„Mag die Weltgeschichte auch ein unverbesserlicher Menschenfresser sein, ich gebe nicht auf.“ Die Dankrede für den Kakehashi-Preis von Artur Becker, gehalten im Goethe-Institut Tokyo, ist jetzt in voller Länge in der Frankfurter Rundschau nachzulesen. Darin heißt es: „Aus einem Land zu kommen, in dem alles ständig verschwindet, die Grenzen andauernd verschoben werden und dessen Bewohner austauschbar sind, bringt mit sich – ist man Dichter – gewisse Aufgaben und sogar Verantwortung. Wie geht man poetisch, historisch, politisch, philosophisch und metaphysisch mit so einer Zerbrechlichkeit um?, fragt sich der Autor, der in Ermland und Masuren, dem ehemaligen Ostpreußen im heutigen Polen, geboren wurde und dort seine Kindheit und einen Teil seiner Jugend verbracht hat. Und warum spürt man diese Zerbrechlichkeit als verpflichtend gegenüber der Literatur und dem Menschen? Warum fühlt man sich schuldig und für all die Toten, die das wunderbare Land einst bevölkert haben, verantwortlich? Warum will man sie schließlich alle retten, die Toten und die noch Lebenden, die doch vielleicht gar nicht gerettet werden wollen oder gar müssen?“

Bücher von Artur Becker sind bei den Kollegen von weissbooks und Westend erschienen. Bei uns ist u.a. der Gedichtband Bartel und Gustabalda von ihm lieferbar.

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