Ouroboros

„Diese Geschichte endet, wie sie angefangen hatte. Es ist die Geschichte eines missbrauchten Kindes, eines Jungen, der über Jahre von seinem Stiefvater und einem älteren Mitschüler vergewaltigt wurde. Es ist die Geschichte von Pierre Noir, die Carl Ricé ihn stellvertretend für seine eigene Geschichte erzählen lässt. Sie ist ein Ouroboros, ein Drache, der sich selbst verschlingt, endlos verschlingt, denn er frisst seinen Schwanz, der ihm ohne Unterlass Bissen für Bissen nachwächst. Die gefälligste Deutung dieser Metapher ist, dieser Drache, symbolisiert den Kreislauf von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt. Im Kainszeichen von Ricé, der dieses Jahr 75 Jahre alt wurde, zeigt sich der Drache indes als fortwährender Albtraum des Missbrauchs. Er erzählte diese Geschichte erstmals als Lesung 1992 auf der Bühne der „Kreßlermühle“ in Augsburg. Seitdem trug er sie wiederholt vor. Jetzt 30 Jahre später zu seinem 75. Geburtstag erschien sie als Hörbuch. Es ist ein lyrischer Text; präziser noch, es ist ein erschreckendes Epos über Kindesmissbrauch; erschreckend auch, dass ein Lied über schändlichste Gewalt so schön klingen kann, dass einem Jungen die Seele gemeuchelt wurde und der zertrümmerte Rest in ihm gleichwohl noch so viel Feinsinn in sich birgt, dass er seine Hölle besingen kann“, schreibt Lotosritter über Das Kainszeichen von Carl E. Ricé auf dem Lotoskraft-Blog, wo man den Beitrag in voller Länge lesen kann.

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