Ketten und Strippen

„In Cadenas’ Texten sind Gepäckstücke selbst Ketten, die an die Vergangenheit binden“, schreibt Nora Zapf im Signaturen-Magazin über Klagelieder im Gepäck von Rafael Cadenas. „Die traurige Musik, sp. Tristias, nach den Exilbriefen Ovids (Muchas Tristias llevas), viel Trauriges, viele Trauerlieder trägst du mit dir, also dem sp.triste (‚traurig‘) verwandt, ist nicht stumm zu kriegen, heißt Fremde, zeichnet dich aus als Fremdling, durch dessen Blut Exil rennt (En nuestras venas corre exilio). Hier im Limbus sind Menschen angestellt, die vergessen sollen, es aber nicht wollen oder können. Wo sind sie angestellt? Bei Apparaten, politischen Maschinerien, Systemen, die Strippen ziehen heimlich im Hintergrund, befehlgebende Absenz.“

Cover Cadenas

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